FAZ-Herausgeber: Internet mangelt es an journalistischer Qualität

3. Juli 2009, 14:15

Kritik an Zeitungsverlagen, die "ihre Seiten von Leichtlohntruppen füllen lassen"

Der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), Werner D'Inka, warnt vor mangelnder journalistischer Qualität im Internet. Zwar machten die weltweit vernetzten Foren und Blogs ein enormes Wissen verfügbar, doch eine besonders authentische Form des Journalismus lieferten Blogger und Bürgerjournalisten nicht. Die meisten überließen die Recherchearbeit lieber den Mainstream-Medien und plagten sich nicht mit der Mühe ernsthafter Nachrichtenarbeit, sagte der Publizist laut Kathpress am Donnerstagabend in Bonn.

Halb recherchierte Geschichten

Nach den Worten des FAZ-Herausgebers fehlt Bloggern der "professionelle Filter und die Korrekturinstanz einer versierten Redaktion", die halb recherchierte Geschichten aussondere. Ernstzunehmender Journalismus sei "eben keine Heimwerker-Beschäftigung", sondern ein Beruf, der bestimmte Fähigkeiten wie die Trennung zwischen Nachricht und Meinung verlange. Diesen Ansprüchen genüge nicht jeder, der in einem Internet-Blog "die Zeitgenossen mit möglichst steilen Thesen unterhält". Auch die subjektiven Erfahrungsberichte der Blogger im Iran bedürften bei aller Sympathie einer professionellen Nachprüfung.

"Nicht nur kopiertes Material"

D'Inka bedauerte, dass es kein selbsttragendes Finanzierungsmodell für Qualitätsjournalismus im Internet gebe. Ein solcher Journalismus müsste auf einem weltweiten Korrespondentennetz basieren, Recherchen ermöglichen und nicht nur aus kopiertem Material bestehen. Die Online-Werbung im Netz komme zum Großteil nicht den Verlagen zugute, sondern Suchmaschinenbetreibern wie Google, die keine eigenen Informationsleistungen erbrächten.

Nachrichten erklären

Nach den Worten des FAZ-Herausgebers haben die Zeitungen und die Nachrichtenagenturen als deren Lieferanten im Internet-Zeitalter ihre frühere Rolle als erste Überbringer einer Neuigkeit eingebüßt. Ihre Aufgabe sei es nunmehr, Nachrichten zu erklären und Hintergrund zu bieten. Stabile oder steigende Auflagen bei Qualitätszeitungen zeigten, dass seriöser Zeitungsjournalismus eine Zukunft habe. Wörtlich sagte D'Inka: "Wir müssen nur endlich damit aufhören, uns einzureden oder einreden zu lassen, wir seien irgendwie von gestern und das Geschäftsmodell des seriösen Zeitungsjournalismus sei am Ende."

"Leichtlohntruppen"

Kritik übte der FAZ-Herausgeber an Zeitungsverlagen, die dazu übergingen, "ihre Seiten von Leichtlohntruppen füllen zu lassen". D'Inka äußerte sich bei einem Festakt, in dessen Rahmen Thomas Juncker als neuer Geschäftsführer der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) eingeführt wurde. (APA)

Dust von Dust
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http://www.heise.de/tp/r4/art... 641/1.html
Der Ideologie der Neocons nach ist es notwendig, die Öffentlichkeit zu ihrem eigenen Besten zu belügen. Nun wurde bekannt, dass sich im Fall der Berichterstattung um einen entführten Journalisten auch die Wikipedia-Führung um James Wales dieser Vorstellung beugte.

...Um diese Änderungen glaubhafter erscheinen zu lassen, nahm die New York Times auch Änderungen in ihrem Online-Archiv vor....

http://www.heise.de/tp/r4/art... 650/1.html
Springer-Konzern will neue Zwangsabgabe auf Computer

http://www.heise.de/tp/r4/inh... edien.html

1984 ist seit langem realität...

fizcaraldo
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Das mag in vielen Fällen stimmen, aber bei Papiervernichtungsprojekten wie Heute, Krone oder Österreich gibts keine besser recherchierten Berichte als bei jedem x-beliebigen Blog.

Achilles pseudonym
 
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wieviel...

bekommen eigentlich die standard onlineredakteure?
leicht lohn?

free2g
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wie, es gibt eigene Onlineredakteure?
OK, bei den Ansichtssachen und manchen Webartikeln wars klar. Aber ich dachte immer das sind nur Artikel welche es nicht in die Printausgabe geschafft haben und reine Agenturmeldungen zwischen kleinen Artikeln welche geschrieben wurden weil der Journalistenaltag gerade langweilig wurde ;)

Edward NORTON
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Wo kann ich unterschreiben?

:-)

Achilles pseudonym
 
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ja

auch will

Bender Rodriguez
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Qualitätszeitungen ?

Davon gibts im deutschsprachigen Raum vielleicht 3-4. Deren Leserschaft noch dazu eine kleine Schicht ist.

Und der Rest?

Untergehen oder Leichtlohntruppen (geniales Wort übrigens). letzteres fürht aber irgendwann sicher auch noch wieder zum Untergang.

Warum Sostill
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3-4

ZEIT

welche noch...?

?> Neue Zürcher Zeitung

free2g
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wie hieß den diese süddeutsche Zeitung welche schon öfter hier verlinkt war?

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