Sanktionen drohen

Bankgeheimnis: Regierung abgeblitzt

2. Juli 2009, 18:02

Zweidrittelmehrheit für Amtshilfegesetz vorerst verfehlt

Wien - Das von den Regierungsparteien ins Parlament eingebrachte Amtshilfegesetz droht zu scheitern. Im Finanzausschuss kam die erforderliche Zweidrittelmehrheit wegen der Ablehnung durch alle drei Oppositionsparteien nicht zustande. Nun wird weiter verhandelt, denn die Reform kann nur noch im Plenum kommende Woche rechtzeitig beschlossen werden. Die nächste Plenarsitzung findet erst Ende September statt - bereits davor wollen die führenden Industrie- und Schwellenländer Sanktionen gegen Staaten beschließen, die in Steuerfragen nicht voll kooperieren.

Diesen Zustand soll das Amtshilfegesetz bereinigen: Es sieht vor, dass das Bankgeheimnis gelüftet wird, auch wenn gegen ausländische Anleger kein Finanzstrafverfahren eingeleitet worden ist. Österreich will mit diesem Schritt die internationalen Standards in der Frage der steuerlichen Zusammenarbeit erfüllen. Weil die Bestimmung das Bankgeheimnis einschränkt, ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, über die die Regierungsparteien nicht verfügen. Zumindest eine Oppositionsfraktion müsste zustimmen.

Doppelbesteuerungsabkommen

Auf der Basis des Gesetzes müssen dann noch Doppelbesteuerungsabkommen mit einzelnen Staaten abgeschlossen werden, damit Österreich von der "grauen Liste" der OECD gestrichen werden kann. Nach anfänglich freundlichenNasenlöchern zeigt die Opposition der Koalition aber zunehmend die kalte Schulter. "Ich würde der Regierung empfehlen, das Gesetz gar nicht auf die Tagesordnung zu setzen" , meint Grünen-Finanzsprecher Werner Kogler. Er kritisiert ebenso wie das BZÖ, dass das Bankgeheimnis auch für Österreicher gelockert würde, die im Ausland leben. Das Amtshilfegesetz zielt nämlich nicht auf die Staatsbürgerschaft der Anleger, sondern auf deren Wohnsitz ab.

Die FPÖ macht sich gleich grundsätzlich gegen die Vorlage stark und wehrt sich gegen "jede Entwicklung in Richtung gläserner Mensch" , wie aus der Parlamentskorrespondenz hervorgeht. Und BZÖ-Mandatar Peter Westenthaler verlangt von der Regierung mehr Rückgrat bei der Vertretung österreichischer Interessen nach außen. Kogler bezweifelt überdies, dass mit der vorliegenden Regelung tatsächlich die internationalen Kriterien erfüllt werden. Vor allem der Punkt, wonach mutmaßliche Steuerhinterzieher vor der Lüftung des Bankgeheimnisses informiert werden müssen, stört ihn. "Das kann die Ermittlungen stören. Insbesondere bei den großen Fischen."

Im Finanzministerium will man noch nichts von einem Scheitern wissen und setzt auf weitere Verhandlungen. Ein Kompromiss sei immer noch möglich, heißt es. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.7.2009)

 

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Posting 1 bis 25 von 28
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Hans Moser82
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"Mit Sanktionen bedroht", "Mit Sanktionen bestraft" bedeutet für mich nichts anderes als: "ein kleiner Staat wie Österreich wird erpresst", die wahren Steuerparadiese für die wahrhaft Mächtigen und Reichen bleiben ungeschoren. Und die wahrhaft Mächtigen profitieren auch von der Finanz- und Wirtschaftskrise und wir - das Volk - werden "gemolken" und es wird ihnen in den Rachen geschoben. Es ist skandalös!

didi111
01
Und das ist gut so....


Kogler avisierte heute, daß seine Partei nur dann dieser Regelung zustimmen werde, wenn die Koal für eine RH-Prüfung bei Skylink votiert.

Hinkünftig werden hoffentlich die Zustimmungen für Paketlösungen forciert werden, denn das scheint derzeit die EINZIGE Möglichkeit zu sein, daß sich die Opposition mit ihren Vorschlägen aktiv ins politische Leben reinreklamiert.

Ansonsten degeneriert das Parlament nur noch zu einer plumpen Abstimmungsmaschine für die Regierung.

cannery row
00
mist..

dann wird das bier auf den caymans schon wieder teurer.

gideon
01
steckt deine Energie lieber in den Kampf gegen die Ungerechtigkeit

statt hier das Afferl zu machen!

Graf Bobby
10
Die Haltung der Grünen ist schwer verständlich

außer aus allgemeinen Datenschutzgründen.

Was wird aber die Konsequenz sein, wo die Schweiz und Luxemburg fleißig Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnen, um im September von der grauen Luste gestrichen zu werden.

Wird Österreich dann alleine auf der Liste bleiben? Mit allen Folgen wie internationale Ächtung, deutsche Sanktionen?

Eine Kreatur
00
die haltung der grünen ist teilweise verständlich ..

die aufrechterhaltung des "bankgeheimnisses" für österreicherInnen ist so eine träumelandvorstellung und passt mehr zu einer partei voller geldsäcke, die angst davor haben, dass andere mitbekommen, wie viel geld sie gebunkert haben .. normalsterbliche bürgerInnen wird die normalisierung des bankengeheimnisses nie wirklich tangieren ..

verständlicher ist da schon der einwand, dass die täterInnen gewarnt werden, bevor ermittelt wird ..
das verschafft zeit genug, gelder in sicherheit zu bringen .. strafe wird dennoch fällig sein, aber das geld ist in sicherheit gebracht ..

lingam
11
scheinheilige gruene

die ganze zeit gegen das bankgeheimnis wettern und dann seine aufweichung verhindern

Eine Kreatur
00
teilweise verständnis ..

denn die grünen wollen durch das nein eine typisch österreichische lösung verhindern, die vielleicht gerade noch durchgeht, aber keine wirkliche veränderung zum besseren bringt .. zusätzlich zu der sache mit der vorherigen warnung .. die ist ja absurd ..

österreich erfüllt schon in zu vielen bereichen nur mehr minimalst mindesstandards ..

martini68
00
Wer brauchts wirklich?

Nur die, die sich hinter dem Bankgeheimnis verstecken wollen/müssen. Was in der Regel mit Geldern die als "grau" einzustufen sind in Verbindung steht.
Ein redlicher Bürger muss keinerlei Angst davor haben, er deklariert sein Einkommen bzw. Vermögen sowieso in der jährlichen Steuererklärung.

Leider ist den Menschen nicht bewusst, dass alle Steuern die zu zahlen sind, aber nicht gezahlt werden, zu einer Erhöhung der Steuersätze führt, da die Staats- und Landesbudgets ja finanziell ausgestattet sein müssen.

Wer seine Steuern nicht entsprechend zahlt, schädigt und "betrügt" alle anderen, die brav den gesetzlichen Vorschriften folgend ihre Steuern abführen.

Steueroasen, Schwarzarbeit, Schwarzverkauf (Gastronomie), ......



Bob Kelso
01

Das mag ja stimmen, aber Sie sehen schon ein, dass die "ich hab ja nichts zu verbergen und deshalb bin ich dafür das die Behörden alles von mir wissen dürfen" eine in letzter Konsequenz gefährliche Argumentation ist.
Für mich persönlich zählt zB mein Kontostand zu meiner Privatsphäre. Da ist nix illegales und leider schon gar keine Millionen drauf. Genau deshalb geht es keine Behörde etwas an ! Wollen Sie wirklich, das ein beliebiger Beamter ohne sachlichen Grund, weil ihm grad fad ist, nachsehen kann, wofür Sie Ihr Geld ausgeben ?
Ausserdem: Das die Abschaffung des Bankgeheimnis Steuerhinterziehung und Geldwäsche verhindert oder auch nur ernsthaft erschwert, kann doch kein Mensch im ernst glauben.

trtrtrtr ölölölölöl
00
Schon mal gehört dass es in BRD Kontopfändungen gibt, bei uns glücklicherweise nicht ?

§ 38 Bankgeheimnis. Wenns keine Ahnung haben, nicht posten. Bankgeheimnis schützt hier jeden, nicht nur Reiche !

Eine Kreatur
00
um soetwas zu verhindern ..

brauchts kein bankgeheimnis, sondern nur ordentliche bankengesetze .. ist das soooooo kompliziert?

aber mit dem argument, dass ja die armen bürgerlein gepfändet werden könnten, lassen sich ja die zig-tausenden bis millionen euro, die mit dem bankgeheimnis verschoben werden ja wunderbar rechtfertigen ..

Ziemlichorg
04
Augenauswischerei

Wenn ich irgendwo etwas arbeiten will, bei dem ich z.B. 700,-pM verdiene, dann muss das am ersten Tag bei der Sozialversicherung gemeldet werden.
Ein Freund von mir hat Aktien (ja auch jetzt noch) mit denen er oft in der Woche € 5000,- Gewinn macht. Das einzige das er machen muss ist ein Jahr zu warten damit er wieviel Steuer zahlen muss? Genau NULL!!!
Das findet nicht einmal er selbst als gerecht.
Solange nur die Arbeitskraft des Menschen und nicht auch die Arbeitskraft des Geldes besteuert wird, wird es immer mehr zu gesellschaftlichen Spannungen kommen.
Wenn wir unser jetziges System mit seinen Leistungen so wie es ist aufrecht erhalten wollen, dann müssen wir in 20 Jahren ca. € 3000,- Brutto verdienen um € 1000,- Netto zu erhalten.

SeMi70
03
ich empfehle

den Film Lets make money mit einem Bericht zu den Steueroasen (Jersey und Co) die merkwuerdigerweise nicht sanktioniert werden.

Arme welt.

jacohe
00
Jersey und Co) die merkwuerdigerweise nicht sanktioniert werden.

Ja warum denn nicht? Irgendwo müssen die "armen Reichen " doch ihr Geld verstecken. Und die Deutsche Regierung wird schon wissen wen sie schützen muss. Und das Staatsdefizit ( heute in T-Online gelesen) wird voraussichtlich in De 2.000.000.000.000 betragen. Und wer soll das jemals zurück zahlen. Etwa die Bänker, die es im Grund zu verantworten haben. Nein, es sind die Kleinanleger u. "Otto Normal Verbraucher " und dazu muss man halt in ALLE Konten schaun. Nur bitte nicht dort wo man "Freundl Geld" finden könnte. Und wichtig noch - bei all dem nehmen sich die Politiker, vor allem in De von allem aus. Vor allem das offen legen der Nebenverdienste wird kaum umgesetzt. Lobbyismus= Korruption, oder sehe ich da was falsch?

hmx4biocell
 
01
Schauen Sie sich mal...

"Surplus - terrorized into being consumers"

oder

"Der große Ausverkauf"

an.

Nix gegen Wagenhofer, aber die Qualität ist kein Vergleich.

e p4
21
hier spielt man mit unserer reputation (sofern noch vorhanden)

kann mir irgenwer erklären wem das bankgeheimnis noch nütz, ausser steuerbetrügern(ausländische) und kriminellen (inländische und ausländische)
WEG DAMIT

135
 
00
Aauch Österreicher können im Audland steuerpflichtig sein.

Warunm sollten diese Steuerflüchtlinge geschützt werden.
Oder wie sollten die Grünen vertanden werden?

gk76
00
Einige Tasten Ihrer Tastatur scheinen zu klemmen

^^

Nik M
20
Das die beiden halb-kriminellen Parteien

der Wirtshausschlaeger, Steuerhinterzieher und Volksverhetzer das Bankgeheimnis nicht lueften wollen, kann ich verstehn. Aber was ist in die dritte Partei gefahren?

VotefromtheRooftop
25

weil "blinde Hühner" auch manchmal Körner finden! Und weil das Gesetz tatsächlich ne Schweinerei ist. Warum sollen österreichische Unternehmen per Gesetz verpflichtet werden, fremden Staaten die Daten ihrer Kunden auszuhändigen?

Deutschland und England bemühen sich mit allen Mitteln und Lügen die Daten aller Menschen in Europa einer zentralen Kontrolle und Verwaltung zuzuführen. Daten sind aber das wertvollste Gut unserer Informationsgesellschaft. Um diese Kontrolle zu erlangen, werden natürlich diverse Vorwände konstruiert - Kinderpornographie, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit .... und wenns so weitergeht, kommen sie irgendwann mal zu mir und verhaften mich wegen dieses Postings!

martini68
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Verstehe Sie nicht wirklich

wie kommen Sie auf die Idee, dass durch die Aufhebeung des Bankgeheimnisses ihr Chef plötzlich Informationszugang zu Ihrem Konto erhält.

Abgesehen davon, die Kreditschutzverbände prüfen ihre Bonität eh heute auch schon. In vielen Fällen eines Vertragsabschlusses müssen sie der Prüfung zustimmen - sonst schauts schlecht aus mit dem Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Wer verfolgt Sie, welche Geheimnisse hüten Sie? Was ist Ihnen bisher zugestossen durch "Datenmissbrauch"?

Ich verstehe noch nicht was ihre Befürchtung wirklich ist?

VotefromtheRooftop
00

Lesen sie doch bitte nochmal den zweiten Absatz meines Postings - genau das sind meine Befürchtungen.

Und zu dem Beispiel mit dem Chef - wenn sie heute Informationen über das finanzielle Gebaren von jemand brauchen, müssen sie einen guten Freund in der kontoführenden Bank haben. Noch dazu muß dieser Freund in einer Position sein, die es ihm erlaubt relativ risikolos auf Kundenkonten und Sparbücher zugreifen zu können.

Und das natürlich für jede unabhängige Bank! Ziemlich aufwendig bzw. fast unmöglich.

Aber wenn erstmal die zentrale Datensammlung verwirklicht ist ....

kerberos01
11
Schwarzgeldkontenbesitzer?

Das Einkommen von 99,9% der in Österreich unselbständig Beschäftigten ist der Finanz auf den Cent genau bekannt - also warum sollte mich die Abschaffung des Bankgeheimnisses kratzen?

Und um den Datenschutz brauchen sie sich keine Sorgen zu machen, der wird schon freiwillig abgelegt.

Lg,
Kerberos

VotefromtheRooftop
00

von Abschaffung des Bankgeheimnisses ist nicht die Rede. Vielleicht sollten sie erstmal den Artikel lesen.

Aber auch das kann ich ihnen erklären, wenn das wirklich notwenig ist. Wenn das Bankgeheimnis, auch gegenüber dem Staat, abgeschafft wird, können sie sich darauf verlassen, daß ihr Chef, ihr Vermieter, ihre Freunde und der Supermarkt ihres Vertrauens auf ihren Konto rumstierln. Natürlich nur in ihrem Interesse :)

Haben sie wirklich nichts zu verbergen? Keine Überziehungen? Das macht nämlich keinen guten Eindruck! Ist bei ihnen nie eine Überweisung abgelehnt worden? Doch! TzTzTz - das disqualifiziert sie natürlich für eine Vertrauensstellung! Schließlich können sie ja nicht mit Geld umgehen! usw.

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