Sicherheitspaket

Bürgerwehren eingeführt

2. Juli 2009, 21:29

Illegale Einwanderung wird strafbar - EU-Kommission will prüfen

Rom - Ein umstrittenes Sicherheitsgesetz zur Bekämpfung von illegaler Einwanderung und Kriminalität in Italien kann jetzt in Kraft treten. Das Maßnahmenpaket, über das die Regierung am Donnerstag drei Vertrauensabstimmungen gewonnen hatte, wurde auch im Senat mit 157 Stimmen verabschiedet. 124 Senatoren stimmten dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Da das Gesetz im Mai bereits von der Abgeordnetenkammer verabschiedet worden war, tritt es jetzt in Kraft.

Wer illegal nach Italien einreist oder sich dort illegal aufhält, muss dem Gesetz zufolge 5.000 bis 10.000 Euro Geldstrafe zahlen. Eine Haftstrafe ist nicht vorgesehen. Ausländer, die aber trotz Abschiebung illegal in Italien bleiben, landen im Gefängnis. Der mögliche Aufenthalt von illegalen Einwanderern in italienischen Auffanglagern wird von zwei auf sechs Monate verlängert. Eingerichtet wird ein Rückführungsfonds, mit dem die Ausgaben für die Heimkehr der Einwanderer in ihre Herkunftsländer finanziert werden. Wer illegal eingewanderten Personen eine Wohnung vermietet, muss mit einer Strafe von bis zu drei Jahren Haft rechnen.

"Integrationsabkommen"

Ausländer und Staat sollen ein "Integrationsabkommen" schließen. Damit verpflichten sich Migranten, die italienischen Gesetze zu respektieren und für ihre Integration zu arbeiten. Als Integration ist "der Prozess zur Förderung des Zusammenlebens der italienischen und ausländischen Bürger" gemeint, sowie die gegenseitige Verpflichtung, sich am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben der Gemeinschaft zu beteiligen. Um Scheinehen zwischen Italienern und Migranten zu bekämpfen, muss der ausländische Ehepartner eines italienischen Bürgers mindestens zwei Jahre lang in Italien gelebt haben, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Das neue Gesetz legalisiert Bürgerwehren. Die Gruppen unbewaffneter Bürger sollen in ihren Wohnorten patrouillieren und der Polizei Unregelmäßigkeiten melden. Sie sollen vor allem aus Polizisten in Pension bestehen. Eingeführt werden auch härtere Sanktionen für Sexualstraftäter.

Zur Bekämpfung der Geldwäsche und des Terrorismus sollen die Kontrollen der Geldüberweisungen verschärft werden. Geldüberweisungsbüros müssen die Kopien der Aufenthaltsgenehmigung der Ausländer, die Geld überwiesen haben, zehn Jahre lang aufbewahren. Das Sicherheitspaket führt das 1999 abgeschaffte Vergehen der Beamtenbeleidigung wieder ein, das mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet wird. Zwei weitere Gesetze des Sicherheitspakets enthalten Maßnahmen gegen die Kriminalität in den Städten und die Mafia. Zudem ist die Einführung einer Obdachlosen-Kartei geplant.

EU-Kommission will prüfen

Die EU-Kommission will die am Donnerstag vom italienischen Senat verabschiedeten umstrittenen Sicherheitsgesetze gegen illegale Einwanderung prüfen. Es müsse geklärt werden, ob das Gesetzespaket mit europäischem Recht vereinbar sei, sagte Justizkommissar Jacques Barrot am Donnerstag in Brüssel. Regeln für eine "automatische Abschiebung" für ganze "Personenkategorien" seien nicht akzeptabel. Auch müssten Kontrollen "individuell", "gezielt" und "verhältnismäßig" sein. Barrot wollte die neuen Gesetze vor einer eingehenden Überprüfung aber nicht bewerten. (APA)

Kommentar posten
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-Nathan-
 
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13.7.2009, 08:20
ich begrüße die neuen Gesetze.

Norigs
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ungarn italien..etc

diesmal scheint ja Ö noch eines der humanen länder zu sein ...

Papp Kamerad
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Achtung

In Ungarn wurde die "Garda" erst letzte Woche verboten

Mal sehen was es bringt, aber der Versuch wird unternommen!

gepetto2
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Gefährlich Gefährlich

Meine Güte,

wo soll noch hinführen.
Und das finden die Italiener auch noch begrüßenswert.

Weil sie es nicht verstehen was da ab geht.

Mr. Hyde sen.
00
Oder Anders...

Extremes Lechts braucht extremes Rinks,
sonst gibt ihnen keiner Acht...

Mr. Hyde sen.
00
Das finden die Italiener angeblich begrüßenswert...

social unrest
21
faschisten muß man mit gewalt bekämpfen

alles andere hilft nichts

Mr. Hyde sen.
11
Faschisten brauchen Gegengewalt,

um an die Macht zu kommen.
Ohne Feindbild sind Faschisten laute Würstel.

Viel Spaß, bei der Eskalation.

Norigs
01

hahah, das feindbild schaffen sie sich selbst, aber an und liegt es dieses auch zu erfüllen und die faschisten in die wüste zu schlagen...(wir sollten doch ihren wünschen gerecht werden).
haben sie aus der geschichte gelernt, autoritätshörigkeit nützt niemanden etwas....
sie können friedlich protestieren, aber dann müssen sie bereit sein ohne kampf zu sterben (siehe ghandi) oder eben nach alter revolutions manier.... widerstand widerstand bis zur freiheit... :P

Mr. Hyde sen.
00
Du bist leicht zu erheitern...

Wenn Du das Ganze dann noch ein paar Ebenen höher denkst, dann wirst Du draufkommen, dass ich das, was Du gemeint hast, was ich meine, gar nicht gemeint habe.
;)

Offensichtlich hast Du nichts aus Geschichte gelernt, denn sonst würdest Du mal überlegen, warum Hitler so leichtes Spiel an die Macht hatte...

zaphods 2nd head
10
Da haben Sie denk ich in den allermeisten Fällen recht

Aktuell in Italien wohl auch - aber für ein Naturgesetz halt ich das nicht. Und zwar zu dem Zeitpunkt wo Gewalt eingesetzt wird, die tatsächlich die Grundlagen des demokratischen Rechtsstaates angreift, muss man vermutlich aufpassen, daß nicht ein paar Würstel (Minderheit von 5% oder 10% oder so...) irreversibel die Kontrolle bekommen nur weil die dann die Einzigen sind, die bereit sind Gewalt einzusetzen.

Mr. Hyde sen.
10
Irreversibel ist nix. ;)

Natürlich kann man Extremisten (geal ob lechts oder rinks) nicht einfach walten lassen.
Aber mit Gewalt drängst Du die nicht zurück...

miraculix66
 
73

offensichtlich haben die italiener mit zuwanderung grosse probleme, schon allein durch die exponierte lage. kaum ein poster geht auf die probleme ein, sondern übt sich in problemferner verbalkritik.
welche alternativen gibt es denn, um zuwanderung in grenzen zu halten?- es wäre schön, wenn ausser gutrmenschensprech auch mal etwas produktiveres käme ...

Jeannot81
 
00
Teil 2:

Das Problem der Flüchtlingsströme muss (nicht sollte) Italien nicht durch bilaterale Verträge mit menschenverachtenden Diktaturen wie Libyen lösen, sondern indem man sich an die EU wendet und durch eine Mitfinanzierung durch alle Mitgliedsstaaten Infrastrukturen schafft, in denen menschenwürdige Zustände in Auffanglagern ermöglicht werden, in denen Ressourcen und Personal angeworben werden können, die eine faire und rechtsstaatliche Aufarbeitung der Asylanträge garantieren.
Die mediale Ausschlachtung einzelner Verbrechen, die ein verzerrtes Bild der tatsächlich statistisch nachweisbaren Kriminalitätsentwicklung abliefern, hat nichts, aber auch gar nichts, mit den realen Problemen und rationalen Problemlösungsansätzen zu tun.

Jeannot81
 
00
Das ist total am Thema vorbei...

...natürlich sind die Flüchtlingsströme, die unter katastrophalen Bedingungen übers Meer nach Italien geschleppt werden, ein Problem, aber hier macht die extreme Recht ein Politikum aus einem humanitären Problem, indem sie MigrantInnen kriminalisiert, um durch das Schüren von Ängsten vor MigrantInnen in der Bevölkerung Rückhalt für eine Veränderung des Systems hin zu einem autoritären Law & Order-System zu bekommen. Dass in den letzten Jahren der migrantische Anteil an der Kriminalität gestiegen ist, stimmt zwar, aber nicht mehr als im Rest der EU. Ein Blick in die öffentlich zugänglichen Kriminalitätsstatistiken des Innenministeriums würde da Wunder wirken und Berlusca entkräften, leider macht sich niemand die Mühe. -> Teil 2

Norigs
00

und sie schaffen sich mehr probleme indem sie nazis erschaffen

social unrest
31
freilich, und die einzig mögliche antwort darauf

ist faschismus oder wie meinst du das, du vollkasperl ?
ihr faschisten geht mir auf den sack !
armutsbedingte völkerwanderungen kann man nicht verhindern solange die ungerechtigkeit in der verteilung der ressourcen derartig ungerecht ist. wer da nach faschismus ruft ist ein wiederlicher menschenfeind.

miraculix66
 
10

danke für den gutmenschensprech,- vernünftiges war leider nicht dabei....

match box
03
Nun,

man könnte z.B. damit anfangen diese Leute als Menschen zu betrachten und nicht nur als Produktionsmaterial. Gerechte Löhne in den Herkunftsländern würde schon einen großen Teil davon abhalten überhaupt wegzugehen. Wenn man ihnen ermöglicht das Leben dort zu gestalten wo sie geboren werden haben wohl nicht viele Menschen den Antrieb sich auf ein gefährliches Abenteuer einzulassen.

miraculix66
 
00

ihre antwort kann ich voll und ganz unterschreiben. die hilfe zur selbsthilfe kommt noch dazu und ist wahrscheinlich das einzige was auch in zukunft hilft. erst wenn wir dabei helfen, die lebensbedingungen in den herkunftsländern zu verbesern und massivive reppression auf die dort regierenden korruptionskasperln ausüben, besteht die chance einer veränderung,.... dazu sind auch die migrationsbefürworter massiv aufgerufen...

Ernst Kratochwil
00
Nun, man könnte...

Erklären Sie bitte wer ist "man"?

Damit werden Sie schon Ihr erstes Problem haben.

Btw die meisten Menschen wander aus weil sie keine Arbeit haben und weit weniger deshalb weil die so schlecht bezahlt wird.

Aber zuerst müssen wir klären wer "man" ist, und dann wer ihn wie zwingen soll und kann gerechtere Löhne zu bezahlen.

match box
00
Arbeit

Haben Sie sich schon mal überlegt, warum es bei uns früher oft üblich war mehr Kinder zu bekommen und das jetzt nicht mehr so ist?
Wenn ein Arbeiter für seine Arbeit einen gerechten Lohn bekommt hat das nicht nur Auswirkungen auf ihn, sondern auch auf seine Familie, seine Umgebung. Die Kinder können zu Schule gehen und stehen nicht mehr als billige Arbeitskraft zur Verfügung - dafür müssen diese Arbeit andere übernehmen.
Zwang nützt nichts. Niemand lässt sich gerne etwas vorschreiben, weder die Afrikaner, die lieber auf dem Seeweg verrecken als zu Hause zu verhungern, noch die Westeuropäer, die das als Zumutung empfinden. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass die Gesellschaft ein wenig gerechter wird,
z.b. http://www.fairtrade.at

Ernst Kratochwil
00
Ja, hab ich mir überlegt.

Die allgemein anerkannte Antwort ist, weil es früher keine Pille gegeben hat.
Den gerechten Lohn müssen sich die Arbeiter leider erkämpfen. Vom Ausland kann kein gerechter Lohn den Firmen vorgeschrieben werden.

Natürlich nützt Zwang etwas.
Ich kaufe meine Kleidung nicht bei KiK. Ich hab auch keinen 3. Flachbildfernseher und kein 2.Auto. Die meisten Menschen die ich kenne auch nicht.

Man (und damit sind alle gemeint) kann nicht nur die Vorteile des Kapitalismus haben. Leider gibt es dafür noch kein Modell.
Wenn die Leute in den Entwicklungsländern nicht billiger arbeiten, würden die Firmen nicht die Produktion auslagern und die Arbeitsplätze blieben bei uns. Das würde den Migrationsdruck senken?

match box
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Man

Man ist eine Bezeichnung für die Menschen unserer Gesellschaft, die ihre Kleidung lieber beim Kik kaufen, darauf schauten, dass ihr Kaffee vom Alvorada um 2 EUR billiger ist, nur damit sie dann den 3. Flachbildfernseher im Haus und das 2. Auto vor der Tür stehen haben.

"Geiz ist Geil" steht interessanter Weise nicht dafür, dass man sich Geld erspart, sondern nur dafür, dass man noch mehr Ramsch anhäufen kann, von dem nach 6 Monaten lt. Statistik mehr als 90% im Müll gelandet ist.

"Man" ist der einzige der das ändern kann - das sind Sie genauso wie ich und alle anderen Mitglieder unserer Gesellschaft.

http://www.storyofstuff.com/index.html

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