FPÖ-Turbulenzen lassen Tirols ÖVP an Koalitionswechsel denken

20. März 2003, 14:48
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Van Staa denkt angesichts der FPÖ-Krise wieder laut an die SPÖ - Neuwahlen seien für Koalitionswechsel nicht notwendig

Wien - Der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa (V) denkt angesichts der Turbulenzen in der FPÖ wieder laut an seinen Wunschpartner SPÖ. Sollten sich die Freiheitlichen tatsächlich spalten, "dann könnte das neuerliche Verhandlungen mit der SPÖ bedeuten", so Van Staa in der am Freitag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format". Neuwahlen wären dazu nicht nötig: "Ob Jörg Haider mit einer gespaltenen oder vereinten FPÖ-Fraktion auf der Oppositionsbank sitzt, ist dann zweitrangig."

Van Staa sagte, es sei der ÖVP bereits in den Sondierungsgesprächen klar gewesen, dass die Instabilität der FPÖ ein "zentrales Thema" sei. "Aber die Strahlkraft von Jörg Haider hat seit dem Knittelfelder Putsch deutlich abgenommen." Er sei der letzte, um der FPÖ Ratschläge zu geben. Im Zuge des Österreich-Konvents könnte es aber zu einer "Neuausrichtung der Partei"kommen. "Meine Präferenz für eine große Koalition ist hinlänglich bekannt, und es ist absolut nicht auszuschließen, dass man bei einer ernsten Krise auch Gespräche mit den Sozialdemokraten aufnimmt."

46 Prozent der WählerInnen glauben, dass Haider in der FPÖ das Sagen hat

Neuwahlen wären jedenfalls nicht nötig. Die internationale Lage sei prekär genug. Irak, die unsichere Wirtschaftslage in Deutschland - "All diese Entwicklungen verlangen nach einer verlässlichen, stabilen Regierung. Die Bevölkerung hat kein Interesse oder Verständnis für Neuwahlen."

Eine Mehrheit der Österreicher zeigt sich unterdessen in einer von "Format" veröffentlichten OGM-Umfrage überzeugt, dass Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider der eigentliche Machthaber in der FPÖ ist. 46 Prozent der Wähler sind überzeugt, dass Haider bei den Freiheitlichen das Sagen hat. Parteichef Herbert Haupt erreicht bei dieser Fragestellung lediglich 41 Prozent. Pessimistisch urteilt die Bevölkerung über die Stabilität der Regierung. 45 Prozent sind überzeugt, dass die Regierungskoalition vorzeitig an Haiders Zwischenrufen scheitern wird. (APA)

  • Herwig von Staa denkt laut über "Rot" nach...
    foto: tiroler tageszeitung/zoller

    Herwig von Staa denkt laut über "Rot" nach...

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