Neues Medikament gegen Impotenz

22. März 2003, 18:10
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"Levitra" wurde der Öffentlichkeit präsentiert

Wien - "Wir sprechen von Schicksalen. Wir sprechen von Krankheit. Wir sprechen nicht von Lifestyle." - Für den Wiener Internisten und Präsidenten der Internationalen Gesellschaft für Männergesundheit, Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, sollte Impotenz nicht (mehr) als mechanistisches Problem gesehen werden. Dies erklärten er und andere Experten am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass der Vorstellung des neuen Impotenz-Medikaments "Levitra" (Vardenafil).

Weltweit sind derzeit zwischen 150 und 160 Millionen Männer von erektiler Dysfunktion (ED, "Impotenz") betroffen. Vor allem durch die Veränderung der Altersstruktur der männlichen Weltbevölkerung dürfte diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf rund 320 Millionen ansteigen. Laut wissenschaftlichen Studien haben etwa 50 Prozent der Männer im Alter zwischen 40 und 70 Erektionsprobleme. Meryn: "In Deutschland sind es acht Millionen. In Österreich sind 800.000 Menschen betroffen."

Das dritte Impotenz-Medikament

Seit kurzem ist mit dem vom deutschen Pharmakonzern Bayer entwickelten Vardenafil ("Levitra") das dritte Impotenz-Medikament auf dem Markt, das durch Hemmung des Phosphodiesterase-Enzyms-5 (PDE-5) im Schwellkörper des Penis Patienten doch noch zu einer Erektion verhelfen kann. Nach der Einführung der Prostaglandin-Selbstinjektion in die Therapie der ED in den achtziger Jahren stellen die in Tablettenform anwendbaren neuen Medikamente (erstmals "Viagra" ab 1998) eine weitere Revolution dar.

Dr. Annette Merten, Leiterin der Medizin-Abteilung von Bayer Austria: "Levitra zeichnet sich durch eine sehr schnelle und zuverlässige Wirkung aus und ist gut verträglich. Es wirkt bereits 25 Minuten nach der Einnahme und kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Es verbessert die Erektionsfähigkeit bei 92 Prozent der behandelten Männer." Bei einem sehr fetten Essen kann allerdings der Effekt erst mit ein wenig Verspätung eintreten.

Wirkung eingeschränkt

Freilich, wie bei allen PDE-Hemmern ist die Wirkung bei Diabetikern mit 72 Prozent und bei Männern nach radikaler Prostataoperation (nach Prostatakarzinkom, Anm.) mit einer Rate von mehr als 60 Prozent geringer als im Durchschnitt. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Lunglmayr, Vorstand der urologischen Abteilung am Krankenhaus Mistelbach und Doyen seines Fachgebietes in Österreich: "Wir können acht von zehn Patienten erfolgreich behandeln. Je mehr Medikamente wir zur Verfügung haben, desto besser können wir therapieren."

Das neue Medikament mit rund fünf Stunden Wirkungsdauer wurde bisher bei rund 6.000 Patienten in klinischen Studien erprobt. Die Nebenwirkungen waren gering. Nicht verwendet werden darf Vardenafil bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten Herzmedikamenten (Nitrate). (APA)

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