Wiener Demonstration mit bis zu 8.000 Teilnehmern

20. März 2003, 21:41
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Protestzug von der Innenstadt zur US-Botschaft - Laut Polizei keine ernsten Zwischenfälle

Wien - Etwa 4.500 Demonstranten versammelten sich laut Polizeischätzungen am Donnerstagabend in Wien, um gegen den US-Militärschlag gegen den Irak zu protestieren. Der Demozug, die Veranstalter schätzen die Teilnehmerzahl auf etwa 8.000, versammelte sich gegen 17.30 Uhr auf dem Stephansplatz, um dann Richtung US-Botschaft zu marschieren.

Begleitet von dem Lied "Give Peace A Chance" setzte sich die Demonstration zunächst über Graben und Kohlmarkt Richtung Michaelerplatz in Bewegung. Dort entrollten Greenpeace-Aktivisten unter Beifall und Pfiffen der Protestierenden vom Dach des Michaelertores der Hofburg ein etwa 200 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift "No War". Auf dem Platz war eine Friedenstaube aus Sand mit etwa vier Metern Durchmesser auf den Boden gezeichnet worden.

Der Protestzug marschierte anschließend über die Herrengasse und Währinger Straße in Richtung der US-Botschaft in der Boltzmanngasse am Alsergrund weiter. Die Demonstranten trugen Transparente mit Friedensaufforderungen und Boykottaufrufen gegen die USA. Zahlreiche Demo-Teilnehmer schwenkten auch die Nationalfahnen des Irak und von Palästina. Neben "Bush down"- und "USA - Internationale Völkermordzentrale"-Rufen wurde von vereinzelten Gruppen auch immer wieder "Intifada" skandiert.

Gegen 18.30 Uhr erreichte die Demonstration die Boltzmanngasse, die von der Polizei rund um die US-Botschaft abgesperrt worden war. Mit lauten Buh-Rufen und Sprechchören verliehen die Demonstranten ihrem Unmut gegen den Irak-Krieg Ausdruck. Vereinzelt wurden auch Feuerwerkskörper in Richtung der Botschaft abgefeuert.

Zwischen Polizei und Teilen der Demo kam es zu einem kurzen Gerangel, bei dem die Demonstranten schließlich die Absperrungsgitter wegzerrten. Laut Polizei kam es aber zu keinen ernsten Zwischenfällen. Anschließend umrundeten die Demonstranten die Botschaft und zogen über die Liechtensteinstraße wieder in Richtung Innenstadt zurück. Vor der Universität fand eine Abschlusskundgebung statt.

Zu der Kundgebung hatten zahlreiche Organisationen aufgerufen, von den Wiener Landesparteien von SPÖ und Grünen über die Hochschülerschaft bis zu den Studentenverbänden VSStÖ und GRAS sowie Greenpeace. Die Demo zur US-Botschaft war von privater Seite angemeldet. (APA)

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