Sandoz investiert 23 Millionen in Kundl

2. Juli 2009, 13:52

Das Pharmaunternehmen investiert in Tirol in eine neue Produktions­anlage zur Herstellung des menschlichen Wachstums­hormons Somatropin

Innsbruck - Das zum Schweizer Novartis-Konzern gehörende Pharmaunternehmen Sandoz wird an seinem Standort Kundl in Tirol 23 Mio. Euro in eine neue Produktionsanlage zur Herstellung des menschlichen Wachstumshormons Somatropin investieren. Man habe in Japan die Zulassung für dieses "Biosimilar" erhalten, das unter dem Markennamen "Omnitrope" vertrieben wird. Sandoz hat einen Vertriebsstandort in Wien und Produktionsstandorte in Kundl und Schaftenau (Tirol).

Der Wirkstoff Somatropin wird in Kundl hergestellt. Die Abfüllung des flüssigen Fertigproduktes erfolgt im Werk Schaftenau. Bei dem ersten Biosimilar, des jemals in Japan zugelassen wurde, handle es sich um das menschliche Wachstumshormon Somatropin. Nachdem Somatropin unter dem Markennamen "Omnitrope" im Jahr 2006 als erstes Biosimilar überhaupt in der EU und den USA zugelassen wurde, sei die Zulassung in Japan "ein weiterer wichtiger Meilenstein". Das Medikament sei für die Behandlung von Wachstumshormonmangel bei Kindern und Wachstumsstörungen in Verbindung mit dem Turner-Syndrom oder chronischer Niereninsuffizienz zugelassen.

Therapeutische Proteine

Biosimilars sind die Nachfolgeprodukte von komplexen biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, sogenannte Biopharmazeutika. Es handle sich dabei um therapeutische Proteine, deren Herstellung mit besonderen Herausforderungen verbunden sei und spezielle Technologien erfordere. Biopharmazeutische Arzneimittel würden laut Sandoz für die moderne Medizin immer bedeutender, weil sie die Therapie vieler bisher unheilbarer Krankheiten ermöglichten. Sie könnten Krebs- oder Stoffwechselerkrankungen heilen oder lindern, kommen aber auch bei Hormonmangel zur Anwendung. Bis zum Jahr 2010 würden mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen 2/3 Arzneien Biopharmazeutika sein und zwischen 2010 und 2015 laufen Patente mit einem globalen Umsatzvolumen von rund 80 Mrd. Euro ab.

Sandoz beschäftigt in Österreich mehr als 3.000 Mitarbeiter und produziert rund 330 Mio. Arzneimittel-Packungen pro Jahr. Derzeit verfüge Sandoz über ein Portfolio von weltweit etwa 1.000 Wirkstoffen, die in über 130 Ländern vermarktet werden. Zu den wichtigsten Produktgruppen zählen Antibiotika, Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Magen-Darm-Medikamente, Herz-Kreislauf-Therapien sowie Hormonbehandlungen. 2008 beschäftigte Sandoz rund 23.000 Mitarbeiter weltweit und verzeichnete einen Umsatz von 7,6 Mrd. USD (5,39 Mrd. Euro). (APA)

 

 

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