Nun lassen sich in Leoben die Atome verschiedener Elemente in der Abbildung unterscheiden
Graz - Das leistungsstärkste Transmissionselektronenmikroskop
Österreichs steht - wie berichtet - seit Herbst vergangenen Jahres an der Montanuniversität
Leoben. Am kommenden Montag (6. Juli) wird das Gerät für die Materialforschung
im Rahmen eines Symposiums eingeweiht. Das rund 2,1 Mio. Euro teure Mikroskop
erreicht eine Auflösung unter 0,14 Nanometer und kann somit Materialien auf
Atomebene untersuchen, teilte die Montanuniversität Leoben mit.
Seinen Standort hat das sogenannte JEM JEOL 2100F am Erich-Schmid-Institut
für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
(ÖAW) und Department Materialphysik der Montanuni. Das Gerät ist mit einem
Cs-Korrektor ausgestattet, einem komplizierten Linsensystem, das die sphärische
Aberration korrigieren kann. Je besser die Linsenfehlerkorrektur, desto besser
die Abbildung. Nun lassen sich sogar die Atome verschiedener Elemente in der
Abbildung unterscheiden, heißt es vonseiten der Montanuni. Spezielle
Probenhalter ermöglichen Experimente unter großer Hitze und Kälte (von minus 196
bis plus 1000 Grad Celsius) sowie unter mechanischer Belastung.
Symposium
Anlässlich der Einweihung des Gerätes findet ein internationales Symposium
statt. In den darauffolgenden Tagen lädt das ESI gemeinsam mit dem Department of
Materials der Universität Oxford zu einer Sommerschule nach Leoben ein, wo
Experten aus Großbritannien, Deutschland, Schweiz, den Vereinigten Staaten und
vom ESI die Grundlagen von mikromechanischen Experimenten sowie
State-of-the-Art-Methoden diskutieren. Diese Methoden lassen sich für
unterschiedlichste Problemstellungen von der Mikroelektronik und Sensortechnik
bis zur Materialdiagnostik in zukünftigen Fusionsreaktoren verwenden.
Das ESI beschäftigt sich mit der Erforschung komplexer
Materialien von der Makro- bis zur Nanodimension. Ziel ist ein grundlegendes
Verständnis der Werkstoffeigenschaften in Abhängigkeit von der Struktur und dem
Aufbau von Materialien.
(APA/red)