Leistungsstärkstes Mikroskop wird eingeweiht

2. Juli 2009, 13:49
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Nun lassen sich in Leoben die Atome verschiedener Elemente in der Abbildung unterscheiden

Graz - Das leistungsstärkste Transmissionselektronenmikroskop Österreichs steht - wie berichtet - seit Herbst vergangenen Jahres an der Montanuniversität Leoben. Am kommenden Montag (6. Juli) wird das Gerät für die Materialforschung im Rahmen eines Symposiums eingeweiht. Das rund 2,1 Mio. Euro teure Mikroskop erreicht eine Auflösung unter 0,14 Nanometer und kann somit Materialien auf Atomebene untersuchen, teilte die Montanuniversität Leoben mit.

Seinen Standort hat das sogenannte JEM JEOL 2100F am Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaft (ESI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Department Materialphysik der Montanuni. Das Gerät ist mit einem Cs-Korrektor ausgestattet, einem komplizierten Linsensystem, das die sphärische Aberration korrigieren kann. Je besser die Linsenfehlerkorrektur, desto besser die Abbildung. Nun lassen sich sogar die Atome verschiedener Elemente in der Abbildung unterscheiden, heißt es vonseiten der Montanuni. Spezielle Probenhalter ermöglichen Experimente unter großer Hitze und Kälte (von minus 196 bis plus 1000 Grad Celsius) sowie unter mechanischer Belastung.

Symposium

Anlässlich der Einweihung des Gerätes findet ein internationales Symposium statt. In den darauffolgenden Tagen lädt das ESI gemeinsam mit dem Department of Materials der Universität Oxford zu einer Sommerschule nach Leoben ein, wo Experten aus Großbritannien, Deutschland, Schweiz, den Vereinigten Staaten und vom ESI die Grundlagen von mikromechanischen Experimenten sowie State-of-the-Art-Methoden diskutieren. Diese Methoden lassen sich für unterschiedlichste Problemstellungen von der Mikroelektronik und Sensortechnik bis zur Materialdiagnostik in zukünftigen Fusionsreaktoren verwenden.

Das ESI beschäftigt sich mit der Erforschung komplexer Materialien von der Makro- bis zur Nanodimension. Ziel ist ein grundlegendes Verständnis der Werkstoffeigenschaften in Abhängigkeit von der Struktur und dem Aufbau von Materialien. (APA/red)

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    foto: esi
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