Entlang der Mur

Der Murradweg führt über 365 Kilometer vom Lungau bis nach Bad Radkersburg – natürlich vorwiegend bergab

In 1950 Metern Seehöhe entspringt im Lungau, oberhalb der Sticklerhütte, die Mur. Und in Muhr, im Lungau, beginnt der R2 Murradweg, der dann über 365 Kilometer bis runter an die Grenze zu Slowenien, nach Bad Radkersburg, führt. Die Strecke hat einen Höhenunterschied von rund 1000 Metern, und der Kilometer geht natürlich bergab. Zwar gibt es auch kurze und knackige Steigungen, im Grunde geht es aber von 1200 Höhenmeter runter auf 200.

Für die Tour sollte man sich zumindest eine Woche Zeit nehmen, vor allem, wenn man auch abseits des Strampelns ein wenig von der Gegend sehen möchte - und das möchte man sicher. Der Murradweg eignet sich sowieso viel besser für Tourenfahrer als extreme Sportfahrer und auch für Tourenräder als reine Rennräder. Der Weg ist zwar größtenteils asphaltiert, aber eben nicht überall. Also ein wenig Profil auf den Reifen schadet nicht, wenn man den längsten steirischen Flussradwanderweg bezwingen möchte.

Auf den über 300 Kilometern Strecke durchfährt man drei Landschaftsformen: Von den Hohen Tauern bis zur Gleinalm fährt man durch die Berge und kann immer wieder herrliche Panoramen genießen. Von der Gleinalm geht es dann runter bis nach Graz. Der Radweg führt durch Bergbaugebiete, die Natur ist nur mehr sanft gebirgig und geizt nicht mit Wiesen, Weiden und Äckern. Graz lockt mit urbanem Lifestyle und Kultur. Südlich von Graz beginnen die Weinberge. Sie reichen bis runter nach Bad Radkersburg, wo die Steiermark dann Thermenregion heißt.

Kulinarisch gibt es rund um den Murradweg auch einiges zu erleben. Das Lungau ist für seine Kartoffeln bekannt, nein Erdäpfel. Egal, im Lungau heißen sie ohnedies Eachtlinge oder Ächtlenge - je nach Speisekarten-Schreibweise. In Murau kann man nicht nur zur Holzstraße abbiegen, hier ist auch die Gegend des Steirerkäse: eine Spezialität seit gut 50 Jahren, welche die Bauern ursprünglich für den Eigenbedarf produzierten. Und dann gibt es natürlich noch die Fische: in der Mur lebt neben dem Karpfen auch der Huchen, den die Wirten dann zu einer echten Delikatesse zubereiten. Apropos Delikatesse: Vulkanlandschinken und Kürbiskernöl gibt es südlich von Graz - und natürlich die Südsteirische Weinstraße.

Radfahrer, die Burgen und Schlösser mögen, haben eine ordentliche Auswahl für Besichtigungsabstecher entlang des gut beschilderten Radweges: Das Schloss Moosham hat sofort etwas Beklemmendes, wenn man an die Hexenprozesse denkt, die hier im Mittelalter stattfanden. Die Burg Finstergrün in Ramingstein ist eine regelrechte Abenteuerburg für Kinder und Jugendliche. Die Burgruine Eppenstein, südlich von Judenburg, geht auf eine Holzburg zurück und ist frei zugänglich. Das Schloss Seggau in der Nähe von Leibnitz wartet mit einem Lapidarium aus der Römerzeit auf.

Besonders sehenswert sind aber auch die Bärenschützklamm, die Lurgrotte bei Peggau, das Puch-Museum in Judenburg, das Freilichtmuseum Stübing oder das Braumuseum in der Brauerei Göss, ganz zu schweigen von der Altstadt in Bad Radkersburg, jener in Bruck an der Mur oder der in Graz.

Allein in Graz kann man sich mehrere Tage lang kurzweilig die Zeit vertreiben - da sind die ganzen reizvollen Abstecher auf den einen oder anderen Hügel oder Radweg, die in Murradweg-Nähe liegen, gar nicht eingerechnet. Soll heißen, es ist besser, zwei Wochen für den Murradweg einzuplanen als nur drei Tage.

Informationen hat der Steiermark Tourismus in einem 32-seitigen Katalog zusammengefasst oder im Radtourenbuch Mur-Radweg, das im Verlag Esterbauer erschienen ist. (Guido Gluschitsch)

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