OECD schlägt Studiengebühren für Unis vor

2. Juli 2009, 16:09

Einsparungspotential bei schulischer Infrastruktur und Verwaltung vorhanden - Unis seien auf Zugangsbeschränkungen angewiesen

Der OECD-Länderbericht stellte Österreich dieses Mal auch ein Zeugnis für sein Bildungssystem aus und sprach gleichzeitig Empfehlungen für die Zukunft aus. Einige Dinge - etwa die Einführung der Neuen Mittelschule - wurden positiv bewertet, Kritik wurde hingegen am großteils freien und unentgeltlichen Hochschulzugang und an der teuren Schulverwaltung geübt.

SPÖ will keine flächendeckenden Studiengebühren

Eine Erhöhung der Studentenquote, die in Österreich im internationalen Vergleich sehr niedrig liegt, kann laut OECD auf lange Sicht nur dann erfolgen, wenn die Studierenden mehr Kosten tragen würden: "Auch wenn die Öffentlichkeit in Österreich bislang Studiengebühren skeptisch gegenübersteht, ist es schwer vorstellbar, wie die Zahl der Studienplätze bei gleicher Qualität ohne die Einführung von Gebühren erhöht werden soll", sagte Barbara Ischinger, Leiterin des Bildungsbereiches der OECD. Am Beispiel der Fachhochschulen sei zu sehen, dass ein gebührenfinanziertes Modell auch zu einem Anstieg an Studierendenzahlen führen könne.

Die OECD empfiehlt ausdrücklich, dass die Universitäten in Zukunft ihre Studierenden selbst auswählen und Studiengebühren einheben sollen dürfen. Zusätzlich brauche es allerdings ein "umfassendes Stipendiensystem und einkommensabhängige Studienkredite nach internationalen Standards".

Wissenschaftsminister Johannes Hahn sah sich durch den OECD-Bericht in seinen Ansichten bestärkt. Über Studienbeiträge und Zugangsbeschränkungen müsste früher oder später wieder diskutiert werden, betonte er. Der Nutzen der Studiengebühren in den vergangenen acht Jahren, sei "von der Zahlenseite her belegbar".

Auf die Frage, ob die SPÖ denn aufgrund der OECD-Empfehlung von der Abschaffung der Studiengebühren Abstand nehme, antwortete Bildungsministerin Claudia Schmied klar und deutlich: "Das kann ich mir nicht vorstellen." Hahns Reaktion darauf: "Sie sehen, wir haben einen Diskussionsbedarf."

Kindergarten für Jüngere verbessern

Barbara Ischinger von der OECD empfahl den Bereich der vorschulischen Bildung weiter auszubauen, damit Kinder schon ab dem 3. Lebensjahr besser eingebunden seien. Besonderer Fokus müsse hier auf sozialbenachteiligte Familien und Kinder mit Migrationshintergrund gelegt werden.

Die Einführung der "Neuen Mittelschule" wird von der OECD als erfolgreiche Maßnahme tituliert. Hingegen gebe es im Verwaltungs- und Infrastrukturbereich noch großen Aufholbedarf: "Es bestehen umfangreiche Potentiale zur Rationalisierung der Schul- und Klasseninfrastruktur sowie bei der Verteilung des Lehrpersonals im Land", heißt es im Bericht. Unter anderem entsprechen die Schul- und Klassengrößen nicht dem von der OECD vorgeschlagenen Ideal - es gibt zu viele kleine Schulen und Klassen in Österreich. Außerdem seien die Personalaufwendungen für Lehrer mit 70 Prozent der gesamten Kosten im Pflichtschulbereich über dem OECD-Schnitt.

Ministerin Schmied will in nächster Zeit daher Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung beheben und anstatt der Landesschulräte Bildungsdirektionen einführen. Direktoren sollen künftig als Manager der Schulen agieren und nur befristete Verträge erhalten - im Gegenzug soll ihnen mehr Verantwortung übertragen werden. (edt/derStandard.at, 02.07.2009)

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Feivel
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"Am Beispiel der Fachhochschulen sei zu sehen, dass ein gebührenfinanziertes Modell auch zu einem Anstieg an Studierendenzahlen führen könne."

Ja genau... die Studiengebühren haben noch nie einen relevanten Teil des Budgets einer Hochschule ausgemacht.
Die Forderung ist so einfach wie banal: Es braucht mehr Geld an den Unis - dann können mehr Studis besser betreut werden.

dancing with skeletons
00

Wie Putin es bereits gesagt hat: Die OECD ist und bleibt ein vulgäres Instrument, das selten etwas sinnvolles von sich gibt.
Jährlich kommen die gleichen dumpfen Forderungen, naja wen wunderts???

leaping frog
00
and you are proud to quote putin ????

Phryx Sodalis
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Die internationalen (bzw. supranationalen) Organisationen sollten einmal anfangen, ihre Praktikanten ausnahmslos ordentlich zu entlohnen und sich nicht nur selbst die Taschen zu füllen. Unbezahlte Praktika- eigentlich ein Wahnsinn, dass dabei genügend mitmachen.

Abgesehen davon würde die ÖVP nur die Zahlungen entgegennehmen aber keine Verbesserung der Leistungen vornehmen. Ich frage mich, warum Schmied nicht klar darauf eingeht:" ja, man kann über Studiengebühren reden, wenn 1.2.3.4. usw erfüllt wird. Leider will die ÖVP nur Budgetlöcher stopfen und nicht in die Bildung= Zukunft investieren und somit Arbeitsplätze erhalten und schaffen."

derEismann
00
Studentenkredite

Hmm,

Studentenkredite klingt nicht so schlecht wenn man die Zinsrückzahlungen dann komplett steuermindernd absetzen kann (und es sollte halt ein 0% Kredit sein sonst zahlst eh ewig). Durch die steuerliche Absetzbarkeit zahlst dann eine zeitlang weniger Steuern und dafür den Kredit zurück (dadurch ist die Belastung der Absolventen nicht so schlimm).

Und wenn dann muß der Studentenkredit aber für alle gelten (also auch die, die jetzt ein Stip bekommen müßten dann auf ein Kreditsystem umgestellt werden). Das gesparte Geld darf dann aber nicht in der Verwaltung versickern sondern muß wirklich für eine Verbesserung der Studienbedingung verwendet werden, dass wirds aber in Ö sicher net geben :(.

wenn ich einen see seh, brauche ich kein meer mehr.
02
hätten sie nur einen Bruchteil des Bankenpakets

in Kindergärten, Schulen, Universitäten/FH'S, F&E, Innovation, Umschulung/Weiter-und Erwachsenenbildung(keine Pseudo-AMS-Kurse) gesteckt, würde Österreich in ein paar Jahren sicher besser dastehen.

Ich weiß, Banken...Blutkreislauf der Wirtschaft..blablabla...

leaping frog
00
bankenpacket ist kein geschenktes geld!!!

auch wenn ihr es noch so oft schreibt!!!

Frank'n'furter ät www.agenda2020.at
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nee, isss klar.

die werden alle gaanz gaanz brav und regelmäßig die zinsen bezahlen ( so wie die hypo alpe adria das ja schon vorbildlich getan hat ).

wir werden uns an diesem geschäft sozusagen duummm und däämlich verdienen, ollie wird aus den ertägen das budget sanieren und dann noch die steuern senken.

und wir werden dann alle ganz traurig sein, wenn die banken dann natürlich das geld so bald wie möglich zurückzahlen.

heißa, das wird fein.

leaping frog
01
15.7.2009, 10:49
und trotzdem ist es nicht geschenkt.

Muhu
 
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Hätten wir nur einen Bruchteil des Geldes an Universitäten, Schulen, F+E in die Wirtschaft gesteckt, ginge es uns bald besser.

Ich weiß, Bildung ... Akademikerquote ... Zukunftstechnologien .. blablabla

per verser
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etwas allgemeiner, abseits von diesem bildungsunsinn - es ist auffallend und auch wichtig, daß der neoliberale wahnsinn ein gesicht bzw. irgendeine greifbare instanz hat: sie heißt OECD.

hier kann verantwortung verortet werden, und hier werden konsequenzen spürbar werden, wenn das faß überläuft. in welcher form auch immer.

irgendwie verdichten sich die gruppen und werden
fronten sichtbar: hochsicherheits-reichenviertel, oecd, warlords.

ich bin gespannt, was das in einem kommenden bürgerkrieg bedeutet - ich hätte nicht gedacht, daß die ganzen mad max-szenarios sich so bald so 1:1 umsetzen werden...

vielleicht kommen auch die proskriptionslisten a la sulla wieder.

Mister Minister
00
Mister Minister schlägt Austritt aus OECD vor.

Die eingesparten Mitgliedbeiträge ließen sich spitze ins Bildungssystem investieren.

Madame Haram
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Ich bin nicht grundsätzlich gegen Studiengebühren

(wenn sozial Schwächere ausreichende finanzielle Zuschüsse bekommen).

Aber die OECD ist schon ein richtig unterhaltsame Truppe. Bei den Studienanwärtern/-innen z.B. sollte aus Kostengründen vorselektiert werden (gut, ist überlegenswert), bei der Zuwanderung hingegen liegt ihnen das österr. Budget weit weniger am Herzen. Da wird unverhohlen darauf gedrängt, auch weiterhin Hinz und Kunz hereinzulassen, ohne auch nur anzudeuten, was das bis jetzt schon an Kosten verursacht (hat).

Baer8
00
Die ÖVP will natürlich die Universitäten für ihre Klientel freihalten...

Wenn Interessen ÖVP-ferner Bevölkerungsschichten negativ berührt werden ist dies den Schwarzen natürlich egal.

leaping frog
00
immer die gleiche dumme logik

kann einer studieren, dann ist er övp-wähler.

somit MUSS die spö gegen unis sein. sonst züchtet sie gegenstimmen.

Mike 23
00
Ja, die ÖVP wars

Aber eigentlich war´s ja der Schüssel. Er gibt´s nur nicht zu.

Beranek
00
Bitte Link zum Bericht posten!

peace & love
01
'Unis seien auf Zugangsbeschränkungen angewiesen'


da schlägt das herz JEDES sozialisten höher.
weit hammas bracht mit freies wissen für alle ...

ob das an unserer be*ackten reGierung liegen könnte ?

Frei_Sozial_Autonom
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Ja genau: Überhaupt


Den PISA Schwachsinn hat ja auch die Frau Ischinger miteingeführt!

Also, hätt' ich da was zu sagen, ich würd' die PISA-Leut achtkant aus Ö raushauen

und zu einer ordentlichen nationalen Schulpolitik zurückkehren

und nicht in Österreich das international niedrige US-OECD-Niveau einführen

shangl
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na gott sei dank...

...hast du nichts zu sagen

Der Boss der Bosse
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Schon erstaunlich, dass 2 Themen in keinem der Postings vorkommen:

1. Leistungsstipendien, die gute Arbeit von Studierenden belohnen und so ausfallen, dass der Lebensunterhalt gedeckt ist, also man studieren kann, ohne nebenbei arbeiten zu müssen.
2. Bestmögliche Qualität von Forschung und Lehre, wobei die Anforderungen an die Studierenden nicht so weit heruntergeschraubt werden, dass eigentlich jeder den Abschluss schafft.

Auch von der ÖH ist zu diesem Thema nichts zu hören. Warum nicht? Ist die Belohnung von Leistung für sie kein Thema? Und weshalb geht es in den vielen Wortmeldungen aus der ÖH - ebenso wie in den Äußerungen der neu angetretenen Sigrid Maurer - um alles mögliche, nur nicht die Qualität des Angebots?

Feivel
00
die

leistungsstipendien wurden eh erst vor kurzem erhöht.
in relation zu den anderen auch ganz schön beträchtlich, nichts zu meckern also

Franz Waschbär
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FRECHEHEIT

Die OECD will Studiengebühreren, der IWF Erhöhungen der Steuern auf Benzin, Immobilienbesteuerung, Studiengebühren, Verwaltungseinsparungen und und und

Was für eine WASCHLAPPEN-Regierung haben wir, dass so etwas nicht gleich als Einmischung in innere Angelegenheiten zurückgewiesen wird.

Das sind KERNPUNKTE einer nationalen Sozial- und Bildungspolitik. Zum Kotzen.

Aber selbst schuld: Der Sündenfall begann spätetens als man die neoliberlalen Kapital-Staub- und Blutsauger rund um PISA reingelassen hat. Dank ÖVP und SPÖ.


Muhu
 
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Verwaltungseinsparungen sind schon eine schlimme Sache. Beamter?

capcom
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prinzipiell bin ich für jede maßnahme, dass die effektivität verbessert. kann aber sowohl bei beamten, als auch bei firmen die jetzt leute entlassen verstehen, dass sie gegen solche maßnahmen sind.

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