Ein Fest unterm sicheren Dach der ÖBB

1. Juli 2009, 21:24
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Faymann warnt vor Hass – Rudas lud ein: "Lassen Sie sich uns austauschen" - mit Video

Wien - Vor Beginn des diesjährigen Kanzlerfestes absolvierte Regierungschef Werner Faymann am Mittwoch noch einen unaufschiebbaren Termin. Er kam zur Präsentation des neuen Newsrooms der Gratiszeitung Heute an die Heiligenstädter Lände nach Döbling, zu der Zeitungschefin Eva Dichand geladen hatte. Lange hielt es Faymann nicht in der Runde, er zog sich mit Wiens Bürgermeister und Dichand in ein Hinterzimmer zurück. "Dort wartet der ,Onkel Hans'" , hieß es schnell.

Wenig später stand Faymann zu einem Fast-Wahlkampfauftritt auf der Bühne: Er nutzte das Kanzlerfest in einer Halle der ÖBB-Service- Gesellschaft in Wien-Simmering, um "Hasspredigern" eine Absage zu erteilen: "Wir brauchen keinen Hass, wir brauchen Solidarität. Diese FPÖ braucht niemand in einer Regierung."

Mit Blick zurück auf die EU-Wahl sagte er: "Stimmen können wir wieder zurückgewinnen, aber eines dürfen wir nicht verlieren: unsere Gesinnung." Er versprach aber auch Leichtfüßigkeit: Er werde in der für diesen Abend eingerichteten Disco vorbeischauen und mit seiner Tochter tanzen. Dazu sollte es dann aber nicht kommen.

Aufgrund einer Gewitterwarnung hatte das Fest vom "schönen Parkplatz" in die ÖBB-Produktionshalle verlegt werden müssen. Dort versuchte sich SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas als Vorrednerin: "Lassen Sie sich uns austauschen." Geladen waren diesmal zu den üblichen Promis und Medienvertretern auch tausend Jugendvertrauensräte und Rudas konnte schließlich doch auch Altkanzler Franz Vranitzky begrüßen. (von Doris Priesching und Michael Völker/DER STANDARD, Printausgabe, 2.7.2009)

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Cremers Photoblog: Kanzlerfest in Simmering
Video: derStandard.at/Nahaufnahme

  • Gewitterwarnung zum Kanzlerfest: Die SPÖ bat in eine ÖBB-Werkshalle in Simmering und Faymann warnte vor Hass.
    foto: standard/cremer

    Gewitterwarnung zum Kanzlerfest: Die SPÖ bat in eine ÖBB-Werkshalle in Simmering und Faymann warnte vor Hass.

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