Sandinist Arguello war dreifacher Boxweltmeister
Managua - Der Bürgermeister der nicaraguanischen Hauptstadt Managua und frühere Boxchampion Alexis Arguello hat Selbstmord begangen. Das teilte am Mittwoch Präsidentensprecherin Rosario Murillo mit. Der 57-jährige dreifache Boxweltmeister zwischen 1974 und 1983 war Ende vergangenen Jahres als Kandidat der regierenden Sandinisten von Präsident Daniel Ortega in das Bürgermeisteramt gewählt worden. Die rechtsgerichtete Opposition warf damals der Regierung Wahlfälschung vor. Arguello, der nach Angaben seiner Ärzte unter schweren Depressionen litt, soll sich in seinem Privathaus erschossen haben.
Fahnenträger
Bei der offiziellen Eröffnung der Olympischen Spielen in Peking im Vorjahr hatte Arguello die Fahne seines Landes getragen. Sein Gegenkandidat im Kampf um eines der wichtigsten innenpolitischen Ämter war der frühere Außenminister Eduardo Montealegre, der von der nicaraguanischen Justiz wegen Korruption angeklagt worden ist. In 105 von 146 Kommunen hatten die Sandinisten bei den Gemeinderatswahlen vom November den Sieg davongetragen.
Ortega, Chef der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN, war 2006 wieder zum Präsidenten gewählt worden, nachdem er das Land bereits von 1985 bis 1990 regiert hatte. 1979 hatte ein Volksaufstand unter Führung der Sandinisten die USA-hörige Diktatur des berüchtigten Somoza-Clans gestürzt. In den 1980er-Jahren hatten die Vereinigten Staaten unter Präsident Ronald Reagan in Nicaragua die rechtsgerichteten Contra-Rebellen in deren Kampf gegen die Sandinisten unterstützt. (APA/dpa)