"Medien riskieren Schließung, wenn sie über Demos berichten"

6. Juli 2009, 15:24
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    foto: ap/ eduardo verdugo

    Während im Parque Central Tausende gegen die Rückkehr Präsident Zelayas protestierten ...

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    ... forderten dessen Anhänger vor dem Präsidentenpalast, die Putschisten ins Gefängnis zu stecken.

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    Laut Gilberto Rios war der zahlreicher Menschenrechtsverletzungen beschuldigte Ex-Offizier Billy Fernando Joya (hier bei seiner Rückkehr aus dem spanischen Asyl 1988) Mitorganisator des Militärputsches.

Aktivist Gilberto Rios im Interview über die Proteste für und gegen die Rückkehr Präsident Zelayas

Seit dem Militärputsch am Sonntag herrscht Verwirrung über die Lage in dem mittelamerikanischen Land. Das Parlament hat sich geschlossen auf die Seite der Putschisten gestellt, während die Weltöffentlichkeit den  Staatsstreich einhellig verurteilt hat. Im Gespräch mit Berthold Eder vermutet der Aktivist Gilberto Rios, dass trotz US-Präsident Obamas Beteuerungen Teile der CIA den Putsch unterstützt haben.

***

derStandard.at: Wie berichten die lokalen Medien über den Militärputsch und die Proteste?

Gilberto Rios: Fast gar nicht. Bis gestern berichteten nur eine Nachrichtensendung, eine Zeitung und ein Lokalradio über den Staatsstreich. Heute waren es ein paar mehr, obwohl kleinere Medien riskieren, sofort geschlossen zu werden, wenn sie Meldungen über die Proteste bringen.

derStandard.at: Wie erfahren die Menschen dann von aktuellen Ereignissen?

Rios: Großteils werden Nachrichten per Telefonkette weiterverbreitet. Über einen Internetanschluss verfügen nur wenige.

derStandard.at: Was ist von Berichten über einen Lehrerstreik zu halten, dem sich bereits andere Sektoren angeschlossen haben sollen?

Rios: Die Lehrer sind seit Montag landesweit im Ausstand, mittlerweile haben auch die drei großen Gewerkschaften zum Generalstreik aufgerufen. Gestern sind in insgesamt acht Städten 150.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Putsch zu protestieren, auch für heute sind in Tegucigalpa, San Pedro Sula und in mehreren anderen Städten wieder Kundgebungen geplant.

derStandard.at: Die Angaben über die Teilnehmerzahlen an der gestrigen Demo zur Unterstützung der Putschisten schwanken. Wissen Sie genaueres?

Rios: Ich bin zufällig am Parque Central vorbeigekommen und kann bestätigen, dass fast 5.000 Menschen teilnahmen. Allerdings war ein Großteil Arbeiter, die von ihren Chefs auf die Demo geschickt und dafür bezahlt wurden. Viele Teilnehmer gehören auch der der Evangelischen Kirche an, die behauptet, Zelaya beabsichtige, Honduras zu einem kommunistischen Staat zu machen.

derStandard.at: Der von Präsident Zelaya abgesetzte Armeechef Romeo Velasquez sagte Stunden vor dem Putsch in einem Fernsehinterview, dass das Militär hinter Zelaya stehe und er diesen persönlich sehr schätze. Kurz darauf stürmten seine Soldaten den Präsidentenpalast. Glauben Sie, dass die Entscheidung, den Staatsstreich durchzuziehen, vom Militär getroffen wurde?

Rios: Das war eine Entscheidung einiger Politiker mit Unterstützung einiger Leute der CIA ...

derStandard.at: Präsident Obama bestreitet eine US-Beteiligung am Putsch ...

Rios: Innerhalb der CIA organisierten vor allem der der Exilkubaner Otto Reich und Robert Carmona-Borjas den Putsch. Ob der Präsident dies unterstützt, kann ich nicht sagen. Auf honduranischer Seite plante die Machtübernahme der Geheimdienstler Billy Joya Améndola, der als Polizeikommandant in den 80er Jahren Kontakte zu Todesschwadronen hatte und der an der Verschleppung zahlreicher Aktivisten beteiligt war.

derStandard.at: Wie erklären Sie sich, dass sich das gesamte Parlament so rasch gegen Präsident Zelaya gestellt hat? Auch die Liberale Partei, für die er 2006 kandidierte, unterstützt den Putsch.

Rios: Das hat sich schon länger angebahnt. Die Liberalen sind eine konservative Partei, die Zelayas Reformen wie die Anhebung des Mindestlohns und den Beitritt zum Wirtschaftsbündnis ALBA nicht mittragen wollte. Außerdem störte sie sein gutes Verhältnis zu seinem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chavez.

derStandard.at: Präsident Zelaya hat angekündigt, demnächst nach Honduras zurückkehren zu wollen, seine argentinische Amtskollegin Fernandez de Kirchner und OAS-Generalsekretär Insulza wollen ihn begleiten. Mit welcher Reaktion der Militärs rechnen sie?

Rios: Sie werden sicher versuchen, ihn gleich nach seiner Ankunft festzunehmen. Es ist daher wichtig, dass ihn viele Leute am Flughafen empfangen. (derStandard.at/1.7.2009)

Zur Person

Gilberto Ríos Munguía ist Mitglied der linken Organisation "Bloque Popular", die aus Gewerkschaftern und Studenten besteht.

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LosNecios.net

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Posting 1 bis 25 von 54
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Nowotila
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Die meisten Medien sind davon aber nicht betroffen: Sie gehören wenigen reichen Familien

und die finden den Putsch "echt ge*l".

Hurra Deutschland!
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"Honduras ist das Opfer, Chávez der Täter"


In diesem Interview ist keine Silbe zu dem mehrfachen Verfassungsbruch Zelayas, der zu seiner Absetzung führte, zu lesen.

Hier eine Analyse des einstigen Guerilleros Joaquin Villalobos aus El Salvador, der das Ganze sehr differenziert sieht:

http://www.welt.de/die-welt/... oppen.html

wider den rechten Kanaillen
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Daß die Springerpresse und mittlerweile die Naumann-Stiftung

Arm in Arm mit Militärdiktaturen marschieren ist nichts Neues.

Im Falle von Venezuela hatte die WELT (S. Weiß) den Putsch als Volksfest dargestellt ("die Menschen sind fröhlich und tanzen auf den Straßen"), während die Regierung verhaftet wurde und Gewehrsalven in Demonstranten niedergingen.

Im Falle von Chile war Pinochet für die springerpresse längst überfällig, der Retter Chiles und des christlichen Abendlandes ("bei schönen Wetter ist es im Stadion nicht unangenehm").

Die Springerpresse bleibt sich treu.

Hurra Deutschland!
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Wenn Sie an ein Thema so herangehen, dass alle Medien, die nicht Ihre Meinung teilen, sowieso Banditen sind, dann brauchen Sie eigentlich keine Diskussion zu führen, dann ist Ihr Wort eben Gesetz.

Raptor Jesus
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Unter diesen Umständen ist es natürlich in Ordnung die Kommunistische Presse mundtot zu machen.

Hurra Deutschland!
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Das habe ich nicht geschrieben.

Hurra Deutschland!
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Ich hatte bis vor wenigen Tagen über Honduras keinerlei Wissen. Bevor ich hier anfing zu posten, begann ich zu recherchieren und stellte fest, dass man die Vorgänge um Zelaya nicht einfach in ein Schwarz-Weiß-Muster einordnen kann.


Da die Berichterstattung kaum auf die Vorwürfe gegen Zelaya eingeht und ich sehr gerne gegen den Strom schwimme, entschied ich mich, das Negative an Zelaya zu beleuchten. Das ist eigentlich schon alles. Mit Verschwörungstheorien hat es nichts zu tun, wie Du weißt, bemühe ich mich immer, meine Behauptungen mit Quellen zu unterlegen. Jeder kann dann daraus machen, was er will.

Es liegt mir fern, die Vorgehensweise gegen Zelaya und die Opposition zu rechtfertigen, ich wollte der Diskussion einfach nur das „Kontra“ beifügen, so wie ich es vor Jahrzehnten im dialektischen Aufsatz gelernt habe, wo ich stets gezwungen wurde, Argumente gegen meine eigene Meinung zu Papier zu bringen. Lernt man das heute nicht mehr?

Hurra Deutschland!
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Das war auch für Dich gedacht, Raptor. Weiß nicht, wie das hier reinrutschte.

Raptor Jesus
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Dann frage ich mich, wieso du in einem Artikel

wieso du in einem Artikel "Medien riskieren Schließung, wenn sie über Demos berichten", dene Verschwörungstheorien ablässt?
Zelaya hat eh nicht vor ein zweites Mal zu kandidieren, aber er will die sinnvolle Passage streichen, die dem Prez ermöglicht EIN ZEITES MAL zu kandidieren.
Etwas was in USA und Deutschland SELBSTVERSTÄNDLICH ist.
FDR war sogar dreimal Prez, aber das aufgrund der Tatsache, das es damals ein ungeschriebenes Gesetz war, welches erst nach seinem Tod in die Verfassung schaffte.

Hurra Deutschland!
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Zelaya hat erst bei der UN-Versammlung vor ein paar Tagen erklärt, dass er auf eine zweite Amtszeit und auf das Referendum verzichte.


Die Verfassung von Honduras sieht nun einmal vor, dass der Artikel über die Amtszeit (zusammen mit 6 weiteren Artikeln) nicht geändert werden darf und dass verfassungsgebende Versammlungen vom Parlament und nicht durch Volksabstimmung einzuberufen sind.

Obwohl gegen Zelaya ein Gerichtsurteil vorlag, hat er sich darüber hinweggesetzt und wollte das Referendum mit Hilfe von Polizei und Militär mit Gewalt durchsetzen. Man darf da schon ketzerisch fragen, wer mit dem Putschen begonnen hat.

Auch sonst ist Zelaya durchaus kritisch zu sehen. Es gab schon lange vor dem Putsch Berichte, dass er in den Drogenhandel verwickelt ist. Die DEA hat das nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert.

Raptor Jesus
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Militär und Polizei?

Dein plötzliches Interesse an einem Land ehrt dich, obwohl wenn nichts passiert wäre, du immer noch in anderen Foren vegetieren würdest.
Das Drogenargument jetzt auszupacken, ist relativ Schwach. Jeder Prez den man nicht leiden kann, steht unter Drogenverdacht. Leider hab ich davon viel oft gehört, sodass ich noch nicht mal eine einzige Träne dafür ausdrücken könnte.
Jeder Lateinamerikanische Prez scheint mit Drogen verwickelt zu sein. Ist zwar nicht bestätigt, wird aber nicht dementiert.
Streng dich mehr an!
Außerdem glaub ich nicht das so eine kleine Änderung zu soviel Zores führen könnte. In anbetracht dessen, das die FDP da scheinbar irgendwie mitinvolviert ist, man müsste der Sache auf dem Grund gehen.

Com Pirx
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Die deutsche FDP als der neue Illuminatenbund? Oh, diese wohligen Schauer im Angesicht dieser neuen Weltverschwörung!

Raptor Jesus
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FDP ist die Wirtschaftsvertretung in der Politik

Wo die vorkommt heißt, es muss eine Menge Geld geflossen sein. Dann läßt sich die Frage auch leichter beantworten, wieso gerade Honduras.
Illuminatenbund? Keineswegs, eher offenes Geheimnis.

Com Pirx
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Warum begeben sich die gerade nach Honduras? Wissen die besser als die Bilderberger, wo das große Geld dieser Welt liegt?

Raptor Jesus
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Weiß ich wie Kapitalisten denken?

Ich glaub du könntest diese Frage viel besser beantworten.
Also.
Was will die FDP von Honduras?

Com Pirx
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Ich glaube, die wollen aus den Todesschwadronen lauter kleine Kapitalisten machen.

stimme zu
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Am Beistpiel Frankreich: Es fragt sich ob ein Putsch nicht auch zu gutem führt - Urteilt selbst:

Beide Putsche begannen im franz. Staatsgebiet Algerien (=Alg. war keine Kolonie)

1958–Googelt- Le coup d'état du 13 mai – Putsch d'Alger - Opération Corse – Opération Résurrection:
Erfolgreicher Putsch gegen die 4. Republik.
13.Mai=Putsch, dann Verhandlungen+milit. Aktivitäten mit/gegen die verfassungsmäßige Regierung.
Für die Nacht 27./ 28. Mai war der Sturm auf Paris geplant (Opération Résurrection), der unterblieb, nachdem Präsident+Parlament der 4. Republik zustimmten de Gaulle mit diktatorischen Sondernvollmachten auszustatten, um die 4. Republik abzuschaffen und die 5. Republik zu errichten.

1961–Googelt- Putsch des généraux:
Ein Putsch gegen de Gaulle´s Algerienpolitik - endete nach 5 Tagen erfolglos.

GOOGELT SELBST!

wider den rechten Kanaillen
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Du solltest dein Posting überschreiben mit "Militärdiktatur- find ´ich ge*l".

Peixe venenoso
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wo ist der unterschied zu cuba und venzuela?

ach ja, die duerfen die pressefreiheit einschraenken um die konterrevolution abzuwenden.
alles dieselben antidemokraten.
nur die linkseitig blinden poster erkennen einen unterschied, denn sie haben wie castro, chavez und cia. mit demokratie sowieso wenig am hut.

Peter W1
 
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Chavez wurde ja nicht mit überwältigender Mehrheit gewählt, Inkompetenzler?

Longyearbyen
 
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Der Oligarch

und Großgrundbesitzer Zelaya ist das neue Liebkind angeblicher Linker. Ist der Strache nicht auch ein Fan der starken Hand von Hugo Chavez? Bald ist ja Weltuntergang. Don't worry, die Nazis leben noch hinter dem Mond.

Nowotila
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Es geht nicht primär um Zelaya

es geht darum, ob mittels Putsch in lateinamerika wieder Politik gemacht wird.

Ich bin dagegen,
Sie dafür.

Horst Holger
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nicht doch- für solche Aussagen hagelt´s nur rote Stricherl

von unseren roten Kameraden. Gemäß den Worten des Genossen Chavez "ser rico es malo" kann es gar nicht sein, daß ein linker Präsident reich ist -die Fam. Chavez mal ausgenommen, die sich zahlreicher Länderreien nach den Enteignungen "angenommen" hat und inzwischen zu den reichsten Familien Venezuelas gehört. Chavez freudscher muss demnach heißen "ser pobre es malo" (sozialistische Logik)

Andersdenkender
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dieses interview gibt mir

den glauben an den standard, in aussenpolitischen fragen, zurück.

wider den rechten Kanaillen
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Das hondurenische Rumpfparlament schränkt die Grundreichte ein

Das Rumpfparlament (alle, die nicht verhaftet wurden oder in den Untergrund flohen) hat feierlich und demokratisch beschlossen:

* Personen können ab nun für unbestimmte Zeit, ohne Haftbefehl, eingesperrt werden
* Die Versammlungfreiheit wird aufgehoben
* Die Bewegungsfreiheit wird aufgehoben

meldet die venezolanische Putschpresse
http://www.globovision.com/news.php?nid=120716

unter der Überschrift: "Kongress von Honduras schränkt die Verfassungsrechte teilweise ein" -

"Teilweise" - kann ja nicht so schlimm sein. Sollen sich doch nicht so anstellen. Nur weil jetzt Terroristen (= die Mehrheit der Wähler) unbegrenzt und ohne Haftbefehl eingebuchtet werden können, machen die so einen Aufstand. Sollen halt zu Hause bleiben ...

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