Wien bekommt Rad-Schnellstraße

1. Juli 2009, 12:58
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Verbindung zwischen Auhof und Kennedybrücke - Fertigstellung bis Ende 2010 angestrebt

Wien - Nach langer Diskussion bekommt Wien nun doch eine Schnellstraße für Fahrradfahrer: Im Bett des Wienflusses soll bis Ende 2010 ein 3,5 Kilometer langer und vier Meter breiter Weg entstehen, der das bestehende, 2,3 Kilometer lange Teilstück zwischen Auhof und Hütteldorf bis zur Kennedybrücke verlängert. Noch steht die wasserrechtliche Genehmigung aus. Liegt diese vor, soll eventuell schon im Winter mit dem Projekt unter dem Namen "Wiental-Highway" begonnen werden. Kostenpunkt: 4,8 Millionen Euro.

Gemischter Geh- und Radweg

Die neue Anlage wird allerdings nicht nur den Radlern zur Verfügung stehen, sondern als gemischter Geh- und Radweg ausgeführt. Das erste Teilstück zwischen Wehranlage Auhof und Hackinger Steg wurde bereits bis 2006 realisiert, wobei die Ankündigung eines Wiental-Radweges bereits unter Umwelt- und Verkehrsstadtrat Fritz Svihalek (SPÖ) erfolgte, der dem Ressort 1994 bis 2001 vorstand.

Um den neuen West-Ost-Highway an das bestehende Radwegenetz anzuschließen, sind zahlreiche Rampen - etwa bei der St. Veiterbrücke, beim Stiegenaufgang der U-Bahn-Linie U4 in Ober St. Veit und bei der Astgasse - geplant. Diese dienen auch als Fluchtwege im Fall von Hochwasser. Enden wird die Rad-Autobahn von Auhof kommend an der Kennedybrücke am Beginn des Schönbrunner Schlossparks. Hier wird der Weg, der sich bis dahin im Flussbett befindet, mittels einer Rampe auf ein Niveau knapp unterhalb der Brücke geführt und mündet schließlich in den Hadikpark.

Rot-grünes Projekt

Präsentiert wurde das rot-grüne Projekt am Mittwoch von den beiden SPÖ-Stadträten Rudolf Schicker (Verkehr) und Ulli Sima (Umwelt) sowie den beiden Grünen Gemeinderäten Sabine Gretner und Christoph Chorherr. "Der 'Highway' selbst wird eine direkte und sehr schnelle Verbindung vom Stadtrand bis hinein zum Naschmarkt gewährleisten", lobte Schicker das Vorhaben, wohingegen Sima auf die Steigerung des Radverkehrs als Beitrag zum Klimaschutz verwies. Die Grüne Gretner sieht das Wiental als Naherholungsraum gestärkt, während ihr Klubkollege Christoph Chorherr eine Zeitenwende in der Radpolitik für möglich hält: "Dieser kreuzungsfreie, vier Meter breite 'Wiental Highway' kann ein Auftakt sein, dem Fahrrad auch in Wien großzügig Platz einzuräumen." (APA)

  • Visualisierung des geplanten Wiental-Highways.
    foto: axis

    Visualisierung des geplanten Wiental-Highways.

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