Das Geschäft mit Michael Jacksons Nachlass beginnt

    1. Juli 2009, 12:46
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    Der Tod ist nicht das Ende: Rund hundert Songs soll Jackson noch aufgenommen haben

    Wien - "Sex sells." Das ist eine Marketing-Weisheit, die auf Michael Jackson nicht zutraf. Sie wurde durch die Missbrauchsvorwürfe minderjähriger Buben und die ihnen folgenden außergerichtlichen Einigungen zwischen Jackson und den Anklägern aufgehoben. Aber auch der Tod verkauft Platten. Seit Jacksons Tod vergangenen Donnerstag, verkaufen Händler seine Alben meterweise.

    Auch für die Zeit nach der ersten Hysterie ist die Marke Jackson gesichert. Egal, wer die Rechte seines Werkkatalogs erben wird - weitere Veröffentlichungen dürften für erhebliche Wertschöpfung sorgen. Jackson soll noch rund hundert Songs fertig aufgenommen haben. Das könnte mit zeitgenössischem Füllmaterial wie Remixen locker zehn posthume Veröffentlichungen ergeben.

    Möglicherweise sollte man aber nicht zu sehr darauf vertrauen, dass diese Stücke qualitativ an Jacksons beste Arbeiten heranreichen. Selbst wenn Alben wie Bad (1987) und Dangerous (1991) noch jeweils weit über zwanzig Millionen Einheiten absetzten, kamen sie qualitativ nicht an Thriller (1982) oder Off The Wall (1979) heran. Und wenn Jacksons letztes Album Invincible (2001) als Maßstab herhalten soll - Problem. Denn gemessen am Produktionsaufwand und den hohen Produktionskosten, war Invincible ein veritabler Flop.

    King of Money

    Für seinen Reichtum und später für die Schulden hat Jackson eine Armada an Finanzdienstleistern in Atem gehalten. Seine finanzielle Lage wurde zur Manövriermasse von Private-Equity-Unternehmen wie der Fortress Investment Group und Colony Capital. Auch die Citigroup und Bank of America waren mit den finanziellen Problemen von Jackson beschäftigt. Laut Wall Street Journal hat Jackson ein Testament hinterlassen, in dem er seinen Kindern, seiner Mutter und einer Wohltätigkeitsorganisation alles vermacht haben soll. Das Testament soll kein Erbe für Jacksons Vater Joe vorsehen.

    Klar ist, dass er sich in der Oberliga der bestverdienenden toten Stars einfinden wird. Die gibt es tatsächlich. Das US-Magazin Forbes lässt jährlich erheben, welche toten Popstars welche Einnahmen verbuchen konnten. Diese morbide Hitparade wird mit schöner Regelmäßigkeit von Elvis Presley angeführt, der 2008 satte 52 Mio. Dollar verdient hat - 31 Jahre nach seinem Ableben. (flu, bpf, spri / DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2009)

     

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      Die Platten des "King of Pop" sind posthum ein Megaseller.

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