Landeanflug als größtes Risiko

30. Juni 2009, 19:16
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Warum schwarze Listen das aktuelle Unglück nicht verhindert hätten und Fliegen dennoch viel sicherer ist, als mit dem Zug zu fahren, versucht der STANDARD zu klären.

Frage: Gibt es Parallelen zu dem Absturz eines Air-France-Airbusses Anfang Juni?

Antwort: Beim Absturz des A330 vor Brasilien halten Experten ein Versagen der Geschwindigkeitsmesser bei extremen Sturmböen für die mögliche Unfallursache. Ob beim aktuellen Airbus-Unglück die Kombination aus technischen und meteorologischen Ursachen vorliegt, muss sich weisen.

Frage: Ähneln sich die Unfallhergänge?

Antwort: Nein, die Air France-Maschine ist während des Fluges verunglückt. Laut Unfallstatistiken ereignen sich aber nur neun Prozent aller Havarien auf der Reiseflughöhe. Der überwiegende Teil der Crashes passiert mit 55 Prozent während dem Landeanflug oder der Landung.

Frage:: Woher weiß man, ob eine Airline sicherheitstechnisch bedenklich ist?

Antwort: Die EU führt bereits eine "Schwarze Liste" mit Unternehmen, die wegen Sicherheitsbedenken ein Flugverbot in der Europäischen Union haben. Auf zwölf Seiten sind besonders Airlines aus Afrika und Asien gelistet. Die nun betroffene Yemenia ist aber nicht darunter. EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani fordert eine derartige Liste für die gesamte Welt.

Frage: Wie gefährlich sind Flugreisen im Allgemeinen?

Antwort: In Deutschland hat die Flugunfallstelle errechnet, dass auf 100 Millionen Flugkilometer 0,03 Tote kommen - beim Bahnverkehr sind es 0,1 Tote. (red/DER STANDARD – Printausgabe, 1.7.2009)

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