Der löchrige Weg nach Dubai

30. Juni 2009, 17:44
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Golfprofi Markus Brier ist heuer noch nicht dort, wo er hinwill, aber das kann sich schlagartig ändern

Paris/Wien - Über den Golfplatz spazieren, abschlagen, chippen und einlochen ist einer der angenehmeren Jobs dieser Welt. Der Job freilich ist bedroht, wenn der Ball nicht dort landet, wo er hinsoll. "Ich kann meine Fehler analysieren. Aber es ist mir noch nicht gelungen, sie auszumerzen" , sagt Markus Brier, Österreichs erfolgreichster Beitrag zum internationalen Golfgeschäft. Brier spielte sich gestern und spielt sich heute für die morgen beginnenden Open de France in Paris ein, ein mit vier Millionen Euro dotiertes Turnier der European Tour.

Die Saison war für den Wiener bisher durchwachsen. In der europäischen Order of Merit, der Verdienstrangliste, liegt er, der sich bisher 178.000 Euro brutto ergolft hat, auf Rang 95. "Race to Dubai" heißt das Motto der Saison. Nur die ersten 60 der Order of Merit dürfen im November bei der WM in den Vereinigten Emiraten mitwirken und ums ganz große Geld spielen. Mehr als 1,2 Millionen Euro winken dem Sieger, sollte er gleichzeitig auch Ranglistenerster sein, kommen noch einmal fast 1,6 Millionen dazu. Derzeit führt der Engländer Paul Casey mit rund zwei Millionen Euro.

"500.000 Euro" , sagt Brier, "werde ich insgesamt brauchen, um in Dubai dabei zu sein." Theoretisch ließe sich das in Paris, wo der Sieg 666.000 Euro zahlt, schon deutlich übertreffen. Bisher fehlte ihm aber heuer die Konstanz. "Im Schnitt brauche ich pro Runde um einen Putt mehr als im vergangenen Jahr." Und ein zweiter Fehler passiere auf dem Weg zu den Greens. Das macht den Unterschied aus zwischen Mittelmaß wie zuletzt in München (Platz 35, 13.400 Euro) und einem Top-ergebnis. In der Weltrangliste, der ein Punktesystem zugrunde liegt, ist Brier, der im Vorjahr die Top 100 geschmückt hatte, auf den 188. Platz zurückgefallen.

Insgesamt 3,4 Millionen Euro hat der 40-Jährige, der sicherheitshalber ein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen hat, in seiner Karriere schon auf Golfplätzen verdient. Es fallen aber reichlich Spesen an, die Steuern und der Caddie und die Mentalbetreuerin sind zu bezahlen und vor allem die teuren Reisen. Die Europaliga im Golfen findet schließlich auf der ganzen Welt statt.

Um den Arbeitsplatz auf der European Tour auch im nächsten Jahr zu behalten, ist zu Saisonschluss ein Platz unter den Top 115 vonnöten. "Gefährdet ist man immer. Aber darüber mach ich mir jetzt noch keine großen Sorgen" , sagt Brier nach 15 von 27 Turnieren, die er sich für heuer heuer vorgenommen hat. Exklusive Dubai. (Benno Zelsacher - DER STANDARD PRINTAUSGABE, 1.7. 2009)

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