ATX mit 20 Prozent im Plus

30. Juni 2009, 16:52
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Wien - Eine positive Bilanz kann die Wiener Börse über das bisherige Handels- und Marktgeschehen im ersten Halbjahr 2009 ziehen. Nach den dramatischen Kursverlusten im Vorjahr, die noch bis zum März dieses Jahres anhielten, konnte der Leitindex ATX seither wieder deutlich dazu gewinnen. In Summe ergab sich seit Jahresbeginn ein Plus von 21 Prozent auf 2.120 Punkte (Stand 16 Uhr). Auch beim Handelsvolumen kam es zu einem Aufwärtstrend.

"Wir freuen uns über die im internationalen Vergleich stärkere Performance", sagte Börse-Vorstand Heinrich Schaller am Dienstag zur APA. Seit dem tiefsten Stand im März habe sich der ATX sogar um 50 Prozent verbessert. Zum Vergleich: der Dow Jones Industrial der New Yorker Börse liegt seit Jahresbeginn 3 Prozent im Minus, der DAX in Frankfurt knapp 2 Prozent im Plus und der Nikkei-225 in Tokio 12 Prozent im Plus.

Aktienexperten sprechen angesichts der raschen Kurserholung von einer "Bärenmarktrally", die jetzt allerdings wieder zu Ende gehen sollte. Allianz-Aktienexperten meinen, das Stimmungstief zu Jahresbeginn sei einem "mittelfristig vorsichtigen Optimismus" gewichen. Die RZB-Experten sehen die Kapitalmärkte im zweiten Halbjahr 2009 im wesentlichen stabilisiert. An den Aktienmärkten werde es eine "Erholung, aber keine Rally" geben. Unter den Rohstoffen haben sich auf Halbjahressicht vor allem Öl und Kupfer stark verteuert. Händler führten dies vor allem auf Hoffnungen über ein baldiges Ende der weltweiten Rezession zurück.

Seit dem ersten Quartal erlebt die Wiener Börse auch eine Erholung bei den Handelsumsätzen. "Wir haben mit 5,7 Mrd. Euro monatlich derzeit aber noch nicht das Niveau von vor der Krise erreicht", sagt Schaller. Zum Vergleich, Ende 2007 lag der monatliche Geldumsatz bei 14,7 Mrd. Euro. Damals lag allerdings auch das Kursniveau deutlich höher. Nach wie vor hoch sei das Interesse ausländischer Investoren an den Roadshows der Börse. Heuer sind insgesamt zehn dieser Veranstaltungen in den internationalen Finanzzentren - London, New York, Tokio, Mailand oder Zürich - geplant.

Zu den größten Kursgewinnern an der Wiener Börse zählten im ersten Halbjahr die Aktien von bwin mit einem Kursplus von 138 Prozent, gefolgt von Andritz (65 Prozent), OMV (47 Prozent) und Raiffeisen International (RI, 33 Prozent). Nur vier der 20 ATX-Werte notieren zur Jahresmitte unter ihren Kursen vor sechs Monaten: Wienerberger verlor in diesem Zeitraum 26 Prozent, die Österreichische Post 15 Prozent, der Flughafen Wien 8 Prozent und die Strabag 2,5 Prozent. (APA)

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