Österreicher skeptisch bei Finanzberatungen

30. Juni 2009, 16:02
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Größter Vorteil der Postpartner sind laut aktueller Studie die kundenfreundlichen Öffnungszeiten

Wien - Die Post schießt ab 1. Juli 100 Postämter und ersetzt sie durch Postpartner. Die meisten Österreicher wissen von der Postpartner-Umstellung, Details sind jedoch größtenteils unbekannt. Die Umstellung auf Postpartner wird einer aktuellen Karmasin-Studie zufolge gut angenommen, die größten Vorteile sehen die Österreicher in den attraktiven Öffnungszeiten und der Möglichkeit, seine Postangelegenheiten mit anderen Erledigungen zu verbinden. Große Skepsis herrscht hingegen bei der Beratung für Finanzdienstleistungen. 53 Prozent der Österreicher glauben, dass Postpartner bei Finanzberatungen weniger kompetent sind als Postfilialen.

Aktuell gibt es bereits 208 Postpartner quer durch alle Bundesländer (außer Wien), die Post- und Bankdienstleistungen anbieten. In diesen Gemeinden sind die Österreicher den Postpartnern weitaus positiver gesinnt als in solchen, die erst auf Postpartner umstellen werden. Nach Post-Filialvorstand Herbert Götz logisch: "Die Menschen dort können sich einfach noch nicht vorstellen, dass ihr Postamt schließt und sie ihre Post in Zukunft in der Trafik oder im Supermarkt aufgeben sollen." In Gemeinden, die bereits Postpartner haben, empfinden 43 Prozent der Befragten die Umstellung als Verbesserung, geht aus einer Studie der Meinungsforscherin Sophie Karmasin hervor, die am Dienstag vor Journalisten präsentiert wurde. In jenen Gemeinden, die erst umstellen werden, erwarten 43 Prozent hingegen eine deutliche Verschlechterung.

Bausparvertrag neben Wurstsemmerl

Die Österreicher können sich gut vorstellen, in Zukunft beim Lebensmittel- oder Elektrohändler Briefmarken zu kaufen, Inlands- oder Auslandspakete abzuholen oder diese aufzugeben. Ein Konto oder ein Sparbuch bei einem Postpartner zu eröffnen, können sich nur die wenigsten vorstellen. Während die Nachbarin eine Extrawurstsemmel bestellt einen Bausparvertrag abzuschließen ist für viele noch undenkbar. Götz versicherte heute, dass die neuen Postpartner eine deutlich höhere "Finanzdienstleistungs-Kompetenz" haben werden als die bereits bestehenden. Für Geld-Angelegenheiten werden sogenannte "Diskretzonen" errichtet. "Niemand soll sich beobachtet fühlen."

Die neuen Postpartner bieten die gleichen Post- und Bankdienstleistungen wie die alten Postfilialen an und sind auch an das Brief- und Bankgeheimnis gebunden. Zumal bis spätestens Herbst 2009 alle 300 defizitären Postämter in Postpartner umgewandelt werden sollen, lockt die Post künftige Partner mit der Übernahme der jährlichen EDV-Kosten von 800 Euro und mit einer "Qualitätsprämie" von 3.000 Euro im Jahr. Post-Vorstand Götz geht davon aus, dass ein Postpartner ein durchschnittliches Umsatzplus von 15.000 Euro machen wird und durch das Anbieten von Post- und Bankdienstleistungen 20 Prozent mehr Kunden bekommt. (APA)

 

 

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