Kritik an Steuer für Rollstuhl-Flitzer

30. Juni 2009, 15:56
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Für elektrische Rollstühle soll man künftig gleich viel an Steuern zahlen wie für einen Formel-1-Rennwagen

London - EU-Pläne für eine gleiche Besteuerung von elektrischen Rollstühlen wie für Formel-1-Rennwagen hat der gelähmte britische Astrophysiker Stephen Hawking als skandalös bezeichnet. Der Wissenschafter forderte EU-Politiker auf, die Einführung einer Importsteuer von zehn Prozent zu verhindern, berichteten britische Medien am Dienstag. Das EU-Zollkodex-Komitee entscheidet am Mittwoch über den Vorschlag der EU-Kommission.

Hawking leidet an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose). Seit 25 Jahren ist er fast völlig bewegungsunfähig, sitzt im Rollstuhl, kann nicht mehr sprechen und sich nur noch mit Hilfe eines Computers verständigen. "Für viele von uns mit einer Behinderung ist ein elektrischer Rollstuhl buchstäblich eine Lebensader - ohne ihn werden wir noch mehr von der Welt um uns herum ausgeschlossen", sagte Hawking.

Elektrische Rollstühle werden laut britischen Regierungsangaben in EU-Vorschriften als Kraftfahrzeug für Personen klassifiziert, ihr Import aber noch nicht wie weltweit üblich besteuert. Konventionelle Rollstühle werden dagegen als Wagen für behinderte Menschen eingestuft und sind damit zollfrei. (APA/dpa)

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