Slowenische Istrabenz beantragt Zwangsausgleich

30. Juni 2009, 14:33
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Zustimmung von 60 Prozent der Gläubiger erforderlich - Entscheidung zu Konkursverfahren damit vorerst verschoben

Koper - Der slowenische in Finanznot befindliche Mischkonzern Istrabenz hat Anfang der Woche einen Antrag auf Zwangsausgleich gestellt. Mit diesem Schachzug kam Istrabenz einer für heute, Dienstag, erwarteten gerichtlichen Entscheidung über das von der Bawag und anderen Banken beantragte Konkursverfahren zuvor. Damit wird sie vorerst bis zur Beendigung bzw. zum Scheitern des Zwangsausgleichs hinausgeschoben. Monatelange Gespräche mit den Gläubigerbanken über eine freiwillige Sanierungslösung seien gescheitert, teilte Istrabenz mit.

Innerhalb von acht Tagen soll das zuständige Gericht in der Hafenstadt Koper nun über die Einleitung des Zwangsausgleiches und die Bestellung eines Zwangsverwalters entscheiden. Mit einer endgültigen Entscheidung über den Zwangsausgleich ist laut slowenischen Medienberichten aber frühestens im kommenden September oder Oktober zu rechnen. Der Zwangsausgleich muss von mindestens 60 Prozent der Gläubiger unterstützt werden.

Istrabenz teilte heute, Dienstag, auch mit, dass die angestrebte Kapitalspritze in der Höhe von 475 Mio. Euro nicht zustande komme. Das Unternehmen wollte mit der Kapitalerhöhung die Insolvenz abwenden und hätte dazu 34,4 Millionen neue Aktien zu einem Stückpreis von 13,8 Euro angeboten. Innerhalb der am 26. Juni ausgelaufenen Zeichnungsfrist war keine einzige neue Aktie gezeichnet worden.

Sanierungsplan

Istrabenz-Chef Bogdan Topic hat die Möglichkeit eines freiwilligen Sanierung noch nicht gänzlich ausgeschlossen, sollten sich die Banken dennoch dazu bereiterklären. Dem von Istrabenz ausgearbeiteten Sanierungsplan hätten 14 von insgesamt 19 Gläubigerbanken zugestimmt, fünf ausländische Banken hätten den Vorschlag allerdings zurückgewiesen. Um welche Banken es sich handelt, wollte der Istrabenz-Chef nicht enthüllen.

Die Istrabenz-Muttergesellschaft Istrabenz Holding ist seit Ende März insolvent. Die Holding schuldet den insgesamt 19 Gläubigerbanken rund 350 Mio. Euro, die Gesamtschulden der Istrabenz-Gruppe hatten sich ursprünglich auf 930 Mio. Euro belaufen. Nachdem einige Banken, darunter auch die UniCredit und Hypo Group Alpe Adria, ihre Repo-Geschäfte mit Istrabenz gekündigt haben, sollen die Schulden nunmehr bei 800 Mio. Euro liegen.

Den Konkurs von Istrabenz haben neben der BAWAG auch die Volksbank sowie die slowenische Societe-Generale-Tochter SKB beantragt. (APA)

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