Autobahn-Großauftrag in Polen

30. Juni 2009, 17:40
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Wien - Der Baukonzern Strabag hat seinen bislang größten Einzelauftrag an Land gezogen. Strabag werde als Teil eines Konsortiums zwischen Juli 2009 und Mai 2012 das zweite Segment der polnischen Mautautobahn A2 bauen und bis zum Jahr 2037 auch betreiben, teilte das Unternehmen mit.

Das gesamte Projektvolumen für die Strecke zwischen Nowy Tomysl und Swiecko (an der Grenze zu Deutschland) liege bei 1,6 Milliarden Euro. Strabag sei federführend bei der Baugesellschaft A2 Strada Sp.zo.o. auf die 1,3 Mrd. Euro davon entfallen. Vom börsennotierten österreichischen Konzern selbst werden davon wiederum Leistungen um eine Milliarde Euro erbracht. Damit erhöhe sich der Auftragsstand der Gruppe in Polen auf 2,1 Mrd. Euro. Polen werde damit nach Deutschland und vor Österreich der zweitwichtigste Markt des Bauriesen.

Elf Banken finanzieren

Das Projekt umfasst den Neubau von 106 Kilometern Autobahn und den Ausbau von weiteren 17 Kilometern, von 80 Brücken, sowie den Um- und Ausbau der Hauptmautstationen, Parkplätze und vier Raststationen. Von 2001 bis 2004 hatte Strabag bereits das A2-Segment I zwischen Konin und Nowy-Tomysl gebaut.

Elf Banken finanzieren das Projekt unter der Federführung der Europäischen Investitionsbank (EIB), die mit einer Milliarde Euro Hauptfinanzier ist. Weiters im Konsortium: die Deutsche Bank, WestLB, die französischen Banken Société Générale und Calyon, die spanische Caja Madrid sowie mehrere polnische Institute.

Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner hatte erst jüngst erklärt, dass die Baubranche trotz der Wirtschaftskrise derzeit über Aufträge nicht klagen könne. Er rechnet aber mit einer Baukrise in Europa ab 2012, wenn die Impulse aus den Infrastrukturpaketen aufgebraucht sind. "Die nächsten drei Jahre sind überschaubare Zeiträume, die wir einigermaßen positiv sehen. Ab 2012/2013 müssen wir aber mit einer Baukrise in Europa rechnen," meinte Haselsteiner auf der Strabag-Hauptversammlung. Auch in Russland bleibe das ursprünglich erwartete Wachstum aus. (kol, DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2009)

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