Problem Damenbart

30. Juni 2009, 12:16
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Haarwuchs im Gesicht ist für viele Frauen eine große psychische Belastung - Hinter Hirsutismus kann sich ein Tumor verbergen

Wien - Immer mehr Frauen sehen sich mit unerwünschten Haaren im Gesicht konfrontiert. In der  Öffentlichkeit wird darüber nicht gerne geredet: Etwa 30 bis 40 Prozent der weiblichen Bevölkerung Österreichs ist betroffen, mehr oder minder stark. Mehr als 10 Prozent aller Frauen leiden sogar unter Hirsutismus, einer Gesichtsbehaarung, die dem männlichen Behaarungsmuster entspricht.

Frau mit Bart

„40 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 80 Jahren entfernen zumindest einmal pro Monat unerwünschte Haare im Gesicht. 20 Prozent sogar einmal wöchentlich!", zitiert die Grazer Fachärztin für ästhetische Dermatologie Daisy Kopera Ergebnisse einer amerikanische Studie. Weit mehr Frauen als vermutet „leiden" damit unter unerwünschtem Haarwuchs. Die Behaarung an Oberlippe, Kinn, Koteletten und Hals, meist ausgelöst durch Androgene, bedeutet für die Betroffenen eine große - auch psychische - Belastung. Aber nur wenige nehmen professionelle Hilfe in Anspruch, denn die Thematik wird in der Öffentlichkeit nicht bzw. nur ungern besprochen. 

Abklärung bei Hirsutismus

Ursachen für Haarwuchs im Gesicht. Vor allem bei dunkelhaarigen Frauen zeigt sich oft als Ausdruck genetischer Veranlagung eine verstärkte Gesichtsbehaarung. Aber auch hormonelle Veränderungen, im Zuge der Wechseljahre oder durch die Einnahme von Medikamenten, können eine verstärkte Gesichtsbehaarung auslösen. Die tatsächlichen Ursachen sollten von Fachkundigen geklärt werden. Folgt der Haarwuchs einem männlichen Verteilungsmuster, spricht man von Hirsutismus. Bei überdurchschnittlich starker Gesichtsbehaarung sollte unbedingt eine spezielle Abklärung erfolgen - denn in einigen Fällen kann ein Hirsutismus als Folge ernsthafter Grunderkrankungen, z. B. Tumoren in den Nebennieren oder den Eierstöcken, auftreten. 

Kombination mit dem Laser

Die üblichen Methoden zur Haarentfernung - Zupfen, Wachsen, Rasieren und Epilieren - sind oft schmerzhaft, kostenaufwendig und nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt. „Meist ist es eine sinnvolle Kombination von verschiedenen Behandlungsmethoden, die für betroffene Frauen zufriedenstellende Ergebnisse liefert", berichtet die auf Hormon- und Kopfhauterkrankungen spezialisierte Fachärztin Kopera. „Laserbehandlungen, bei denen die Haarwurzel nachhaltig geschädigt wird, begleitet von einer regelmäßigen Nachbehandlung haben sich in der Praxis als besonders wirksam erwiesen", so Kopera.

Rat und Hilfe

Wer unter einem Damenbart beziehungsweise unter übermäßiger und unerwünschter Behaarung "leidet", sollte jedenfalls den Hautarzt aufsuchen. Dieser klärt die Ursachen der Behaarung ab und empfiehlt eine individuell geeignete Therapie für die betroffene Patientin. (red)

  • Ein männliches Verteilungsmuster von Haaren bei der Frau wird als Hirsutismus bezeichnet.
    foto: photodisc

    Ein männliches Verteilungsmuster von Haaren bei der Frau wird als Hirsutismus bezeichnet.

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