Erstmals Resistenz gegen Tamiflu

30. Juni 2009, 11:38
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Anzahl der Erkrankungen in Großbritannien stark steigend

Basel - Experten haben den ersten Fall von Schweinegrippe gemeldet, bei dem es zu einer Resistenz gegen Tamiflu gekommen ist, dem Medikament, das hauptsächlich zur Bekämpfung der Pandemie eingesetzt wird. Das Pharmaunternehmen Roche Holding AG bestätigte, dass in Dänemark ein Patient mit H1N1 Symptome eine Resistenz zeigte. David Reddy, Chef von Roche, erklärte, das sei wie bei normalen Grippenerkrankungen nicht anders zu erwarten gewesen.

In Großbritannien ist gerade ein neun Jahre altes, an Schweinegrippe erkranktes Mädchen gestorben. Laut den behandelnden Ärzten im Birmingham Children's Hospital litt das Kind an weiteren gesundheitlichen Problemen. Derzeit ist nicht bekannt, ob die Schweinegrippe Anteil an der Todesursache gehabt hat. Das Department of Health hat mittlerweile einen starken Anstieg der Erkrankungen bekannt gegeben. Seit Freitag waren es 1.604 Erkrankungen. Damit leiden allein in Großbritannien derzeit 5.937 Menschen an der neuen Grippe.

Nutzloses Medikament?

Experten haben Tamiflu zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus eingesetzt. Wird das Medikament frühzeitig eingenommen, sind die Symptome weniger schwer und die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung geringer. Reddy betonte, es gebe keine Anzeichen, auf einen gegen das Medikament resistenten Stamm des Virus. Bei den jahreszeitlich bedingt auftretenden Grippeerkrankungen trat ein gegen das Medikament resistenter Stamm bereits vergangenes Jahr in Erscheinung und ist jetzt weit verbreitet. Sollte dieser Fall jetzt auch bei der Schweinegrippe eintreten, könnte das Medikament nutzlos werden.

"Zanamivir", ein von GlaxoSmithKline hergestelltes Medikament, ist bei bei der Krankheit ebenfalls wirksam. Die britische Regierung hat diese antiviralen Medikamente bereits in großen Mengen eingelagert. Derzeit sollen die Bestände ausreichen, um die Hälfte der Bevölkerung zu behandeln. Die abgeschlossenen Verträge sollen eine Erhöhung auf 80 Prozent im Bedarfsfall ermöglichen. Impfstoffe wurden ebenfalls bestellt und könnten ab Herbst verabreicht werden. (pte)

 

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