Reisebudget der Österreicher leidet

30. Juni 2009, 10:43
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Während die Türkei-Buchungen zunehmen, gehen die Griechenland-Reisen zurück, Spanien erlebt eine Flaute

Wien - Die Wirtschaftskrise und die stetig steigende Zahl der Arbeitslosen schlagen sich auch auf die Urlaubsstimmung und das Reisebudget der Österreicher nieder. Die Buchungslage der heimischen Reiseveranstalter für die heurige Sommersaison (Mai bis Oktober) ist nicht gerade rosig, ergab ein APA-Rundruf. Konkrete Zahlen wollen zur Zeit aber nur wenige Veranstalter herausrücken. In der Branche wird gemunkelt, dass die Rückgänge bei manchen Ländern bis zu 20 Prozent betragen. Die Reisebüros hoffen wegen des schlechten Wetters jetzt auf zahlreiche Spontanbucher.

Einer der wenigen Gewinner des heurigen Sommers dürfte die Türkei sein. Marktführer Verkehrsbüro Gruppe ("Ruefa") berichtet von rund 7 Prozent mehr Umsatz; auch bei TUI Österreich (Gulet, TUI, 1-2-Fly, Delphin, Terra, Reiseladen) liegen die Buchungen für die Türkei auf hohem Niveau. Griechenland hingegen, eine der beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher, kämpft mit Rückgängen. Der Umsatz der Griechenland-Buchungen ist beim Verkehrsbüro um satte 18 Prozent eingebrochen. Italien entwickelt sich besser als der Gewinner der vergangenen Jahre, Kroatien. Bei Spanien berichten Tourismusexperten von einem Minus von 20 Prozent im ersten Halbjahr.

Hoffen auf spontane Buchungen

Insgesamt sind die Urlaubsbuchungen für die Sommersaison beim Verkehrsbüro um 9 Prozent zurückgegangen. Zwar lasse das verregnete Wetter der vergangenen Woche die Buchungen anziehen, "ausgleichen können wir das Minus aber nicht mehr", meinte Verkehrsbüro-Vorstandsdirektor Martin Bachlechner. Zwei Drittel der Sommerbuchungen seien schon eingegangen, jetzt könne man nur noch auf spontane Buchungen hoffen.

Auch TUI Österreich könne sich in diesem schwierigen Jahr von den Gesamtentwicklungen nicht abkoppeln, liege aber insgesamt im Rahmen der Erwartungen, so TUI-Austria-Holding-Chef Klaus Pümpel. Er rechnet für die Sommersaison mit Rückgängen im einstelligen Prozentbereich. TUI Deutschland gab vergangenen Freitag für den Sommer ein Minus von 10 Prozent bei den Buchungen und einen Rückgang des Umsatzes von 12 Prozent bekannt.

Bei Rewe Austria verzeichnet die Premium-Marke Jahn Reisen, die verstärkt das Gäste-Segment im 4- und 5-Stern-Bereich bewirbt, ein leichtes Plus, während ITS Billa Reisen mit seinem Schwerpunkt auf Familien-Pauschalreisen und auf Haupturlaubsgäste hinter dem Vorjahr liegt, sagte eine Sprecherin.

Etwas anders sieht die Lage bei STA Travel (vormals Ökista) aus: Von Jänner bis Mai lagen die Buchungen um 4 Prozent über dem Vorjahr, sagte Österreich-Geschäftsführerin Lisa Frühbauer der APA. Zu den Monaten Juni bis Oktober könne sie noch nichts sagen. Die Krise spürt der auf Studenten und Jugendliche spezialisierte Reiseveranstalter vor allem in seinen Reisebüros. Dort gingen die Umsätze um 6 Prozent zurück, während die Buchungen über das Internet - wo keine Buchungsgebühr anfällt - ständig zulegen. Der Pauschalreise-Anteil beträgt bei STA Travel lediglich 11 Prozent. Frühbauer beobachtet einen starken Trend zu Städteurlauben - hier seien vor allem europäische Länder im Vormarsch. (APA)

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