Empörung über Sarkozy-Äußerungen zu Lieberman

30. Juni 2009, 10:04
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"Unerträgliche Einmischung" - Soll Netanyahu geraten haben, "Lieberman loszuwerden" - Stattdessen Tzipi Livni einsetzen

Jerusalem - Eine angebliche Empfehlung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Entlassung des ultrarechten israelischen Außenministers Avigdor Lieberman hat in Israel für Empörung gesorgt. Israelische Medien zitierten am Dienstag Repräsentanten des Außenministeriums mit den Worten, es handle sich um eine inakzeptable Einmischung in Israels innenpolitische Angelegenheiten.

"Wenn die Dinge, die dem französischen Präsidenten zugeschrieben werden, richtig sind, handelt es sich um eine schwerwiegende und unerträgliche Einmischung eines respektablen demokratischen Staates in die Angelegenheiten eines anderen demokratischen Staates", verlautete nach Angaben der Zeitung "Haaretz" vom Dienstag aus Liebermans Büro.

Lieberman? "Loswerden!"

Nach israelischen Medienberichten sagte Sarkozy dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in der Vorwoche in Paris bei einer Unterredung über Lieberman: "Sie müssen diesen Mann loswerden." An seiner Stelle solle Netanyahu die frühere Außenministerin Tzipi Livni ernennen. Mit der moderateren Oppositionsführerin und Verteidigungsminister Ehud Barak an seiner Seite könne Netanyahu "Geschichte machen", habe Sarkozy seine Personalempfehlung begründet.

Sarkozy habe Lieberman sogar mit dem rechtsextremen französischen Politiker Jean-Marie Le Pen verglichen, hieß es am Dienstag. Er habe sich "die Haare gerauft", als er die ultrarechten Äußerungen Liebermans gehört habe, sagte Sarkozy den Berichten zufolge während des Treffens mit Netanyahu, bei dem auch drei weitere israelische Politiker zugegen waren.(APA/dpa) 

 

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    Er habe sich "die Haare gerauft", als er die ultrarechten Äußerungen Liebermans gehört habe, soll Sarkozy gesagt haben.

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