Helicobacter verändert Immunabwehr

30. Juni 2009, 09:54
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Strategie des Stäbchenbakteriums von schwedischen Forschern durchschaut - Hoffnung auf neue Therapien gegen Magengeschwüre und Krebs

Helicobacter pylori überlebt im Körper, indem es wichtige Immunzellen manipuliert. Das hat eine Studie der Sahlgrenska Academy, Universität von Götheburg in Schweden gezeigt. Die Entdeckung wird möglicherweise neue Therapieoptionen im Kampf gegen Helicobacter pylori eröffnen. Das Stäbchenbakterium zeigt sich unter anderem für die Entwicklung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren verantwortlich.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt mit Helicobacter pylori. Vorwiegend besiedelt der Keim den Magen-Darm-Trakt. Die meisten Träger zeigen keinerlei Symptome, zehn Prozent jedoch bekommen Geschwüre, während ein Prozent irgendwann Magenkrebs entwickeln. „Oft erfolgt die Infektion bereits im Kindesalter und wenn sie nicht mit Antibiotika behandelt wird, dann bleiben die Bakterien lebenslang im Organismus. Das Immunsystem ist nicht in der Lage die Mikroorganismen zu eliminieren und jetzt verstehen wir auch besser warum", behauptet der Biologe Bert Kindlund, Autor der schwedischen Studie.

Im Kampf gegen T-Zellen

Die Studie zeigt, dass bestimmte T-Zellen das Immunsystem im Kampf gegen Helicobacter pylori hinunterregulieren und den Keimen noch die Möglichkeit eröffnen eine chronische Infektion zu induzieren. „Wenn wir die regulatorischen T-Zellen kontrollieren könnten, dann wäre das Immunsystem stärker und das wiederum würde dem Organismus helfen die Bakterien zu eliminieren. Daraus könnte sich eine neue Strategie in der Behandlung von Helicobacter-Infektionen entwickeln.", so Kindlund.

Außerdem bewirkt das Bakterium eine Vermehrung der regulierenden T-Zellen in der Magenschleimhaut. Eine Reaktion, wie man sie auch beim Magenkrebs kennt. „Eine wichtige Frage ist woher die erhöhte T-Zell-Population im der Schleimhaut eigentlich kommt. Wenn wir die Antwort auf diese Frage kennen, dann könnte uns das wiederum bei der Behandlung von Magenkrebs helfen. Was wir bis jetzt wissen, ist, dass die regulierenden T-Zellen aus dem Blutstrom rekrutiert werden und im Tumor beginnen sich schneller zu vermehren ", ergänzt Kindlund. (red)

 

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