Magna stößt bei Opel auf Hindernisse

30. Juni 2009, 19:04
20 Postings

Der insolvente US-Autobauer bemüht sich beim Verkauf seiner Tochter Opel um Alternativen zum bisher führenden Bieter Magna

Berlin/Wien - Die Verhandlungen um den Kauf des deutschen Autobauers Opel durch den kanadischen Autozulieferer Magna und dessen russischen Partner Sberbank sollen „auf Hindernisse aufgefahren" sein, berichtet die Financial Times. Verkäufer General Motors soll sich nach Alternativen umsehen. Investor RHJ (Ripplewood) habe sein Angebot bereits nachgebessert.

Auch der chinesische Anbieter BAIC soll ein neues Offert vorbereiten. Dieses könnte, so die FT, auch „binnen Tagen" in ein Memorandum of Understanding erweitert werden, wie es nur Magna derzeit mit GM hat.

Auch der deutsche Wirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg hatte im Standard zuletzt davor gewarnt, den Deal mit Magna als fix anzusehen. Magna-Chef Siegfried Wolf bleibt jedoch zuversichtlich:„Wir wollen am 15. Juli zum Abschluss kommen."

Magna befindet sich in einer prekären Situation. Man ist über die GM-Politik verärgert, dass auch Fiat wieder aufzeigt, aber die Magna-Führung muss sich zurückhalten, zu offensiv gegen die Konkurrenten aufzutreten, da GM wie Fiat wichtige Magna-Kunden sind.

Die Verhandlungen mit Magna sind auch deswegen ins Stocken geraten, weil sich GM angeblich um seine Technologie Sorgen macht, mit der Magna ins Russland-Geschäft einsteigen will. Laut früheren Berichten fordere GM ein Rückkaufsrecht der Opel-Anteile, was Magna nicht wolle.

Kritik an einem überstürzten Verkauf kommt von Fred Irwin, Vorsitzender des Opel-Treuhandbeirates. Ein allzu rascher Zuschlag verkleinere den Verhandlungsspielraum und sei nachteilig für GM, Staat und Opel-Mitarbeiter. Die Opel-Treuhand hält 65 Prozent am Autohersteller. So wurde das europäische GM-Geschäft aus der US-Insolvenz herausgehalten.

Porsche weiter auf Geldsuche

Porsche ist im Bemühen um ein Milliardendarlehen der staatlichen Förderbank KfW endgültig gescheitert und muss nun rasch neue Geldquellen finden. „Wir loten verschiedene Möglichkeiten aus", sagte ein Sprecher des Sportwagenbauers am Dienstag. In Porsche-Kreisen hatte es zuletzt geheißen, die Banken gäben dem Unternehmen wegen der schwachen Bilanz derzeit keine weiteren Gelder. Porsche muss daher entweder seinen Sparkurs verschärfen oder den Schuldenberg mit Hilfe des Investors Katar abbauen. Porsche drücken neun Mrd. Euro Schulden, seit Monaten klafft zudem eine Finanzlücke von 1,75 Mrd. Euro zur Aufrechterhaltung der laufenden Geschäfte. (mue, szem, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2009)

Share if you care.