Connect in Konkurs

30. Juni 2009, 13:44
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Der Arbeitskräfteüberlasser hat vier Firmen in Konkurs geschickt, betroffen sind 780 Arbeitsplätze und 500 Lieferanten

Linz - Der Arbeitskräfteüberlasser Connect hat am Dienstag vier Firmen in Konkurs geschickt. Von den Pleiten der Connect S & R GmbH, der Connect Personalmanagement GmbH & Co KG und der Connect Personalmanagement GmbH in Neuzeug (Bezirk Steyr-Land) sowie der Connect Personalmanagement GmbH in St. Valentin (Bezirk Amstetten) mit Gesamtverbindlichkeiten von mehr als 14 Mio. Euro sind rund 780 Arbeitsplätze und an die 500 Lieferanten und sonstige Gläubiger betroffen. Die Vermögenswerte bezifferten AKV und KSV in Presseaussendungen mit etwa 4 Mio. Euro.

Massiver Einbruch der Ertragslage

Als Insolvenzursache wurde die Wirtschaftskrise genannt, die zu einem massiven Einbruch der Ertragslage geführt haben soll. Durch Jobabbau und auch andere Maßnahmen versuchte man zwar gegenzusteuern, die Bemühungen blieben aber erfolglos. Laut AKV gelang es auch nicht, einen branchenähnlichen Investor zu finden um Synergieeffekten zu nutzen. Eine Sanierung sämtlicher Firmen über einen Zwangsausgleich ist beabsichtigt.

Von den Gesamtverbindlichkeiten entfällt fast die Hälfte auf Schulden bei Abgabengläubigern wie Finanzamt, Krankenkasse und Gemeinden. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Dienstnehmern werden mit rund 2,6 Mio. Euro in den Konkursanträgen ausgewiesen. Der Rest wird Banken und Lieferanten geschuldet. Die Kunden der Personalverleiher müssten unter gewissen Umständen für Ausfälle an Sozialversicherungsbeiträgen haften, selbst wenn sie an Connect alle Rechnungen bezahlt haben, so der KSV. Für rückständige Löhne würden die Beschäftigerfirmen aber nicht haften, wenn die Arbeitnehmer ihr Geld vom Insolvenzfonds erhalten.

Schlechte Karten mit Geldgebern

Zum raschen Niedergang von Connect habe beigetragen, dass zwei der vier Unternehmen bereits im Jahresabschluss 2007 ein erhebliches negatives Eigenkapital ausgewiesen hätten und auch der Polster der beiden anderen Gesellschaften sehr gering sei, erklärte Otto Zotter, Leiter der Linzer Niederlassung des KSV. Das hätte eigentlich schon Reorganisationsbedarf signalisiert. "Damit hatte Connect sehr schlechte Karten bei den letztlich erfolglos gewesenen Verhandlungen mit Geldgebern."

Man müsse viele Jahre in den Insolvenzstatistiken zurückblättern, um oberösterreichische Firmenpleiten mit ähnlich vielen betroffenen Dienstnehmern zu finden, berichtete Zotter: Vom Konkurs der Hamberger Bau GmbH aus Linz im Jahr 1996 waren rund 700 Beschäftigte betroffen. Die Carrera-Optyl-Gruppe in Traun bei Linz, die im selben Jahr Insolvenz anmelden musste, hatte mehr als 1.000 Mitarbeiter.

Land sagt Unterstützung zu

Das Land Oberösterreich hat nun "volle Hilfe und Unterstützung" für die betroffenen Mitarbeiter zugesagt. Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (beide ÖVP) verwiesen in einer Presseaussendung auf die sogenannte Arbeitsstiftung neu. Kündigungen seien vorerst keine angemeldet. Andere Leasingunternehmen, aber auch Firmen wie der Landtechnikkonzern CNH in St. Valentin oder BMW in Steyr hätten signalisiert, Personal zu übernehmen.

Sigl erneuerte die Forderung an den Bund und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), eine bereits seit längerem diskutierte Leasing-Stiftung einzurichten. "Das Land Oberösterreich beteiligt sich in einem enormen Ausmaß finanziell an der aktiven Arbeitsmarktpolitik, an Maßnahmen und Initiativen", betonte der Landesrat. Der Bund müsse nun auch endlich an die Umsetzung gehen. Sigl kündigte für die kommende Landtagssitzung einen entsprechenden Antrag an.

Bei der Insolvenzstiftung neu werden die Ausbildungskosten vom Land Oberösterreich und dem Arbeitsmarktservice (AMS) zu gleichen Teilen - pro Person jeweils 2.600 Euro - übernommen. Das AMS gewährt für einen Zeitraum von bis zu 156 Wochen ein Schulungsarbeitslosengeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes. Zusätzlich unterstützt das Wirtschaftsressort des Landes die Teilnehmer mit einem Stipendium von monatlich 100 Euro für einen Zeitraum von sechs Monaten. (APA)

 

 

 

 

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