13-jähriger tauscht iPod gegen Walkman

30. Juni 2009, 09:56
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"Kann mir nicht vorstellen so etwas täglich zu benutzen"

Was für viele, die sich mittlerweile in ihren Dreißigern befinden, ein zentrales Stück ihrer musikalischen Kindheit und Jugend war, ist einer jüngeren Generation meist nur mehr aus Erzählungen bekannt: Sonys Walkman war in den Achtziger Jahren das, was für viele mittlerweile der eigene MP3-Player ist, ein Stück portabler Musik um die Umwelt zwischenzeitlich ausblenden zu können.

Versuch

Doch was passiert, wenn ein Jugendlicher heutzutage plötzlich mit einem Walkman auskommen muss? Ein Experiment, das nun die BBC vorgenommen: Der 13-jährige Scott Campbell hat seinen iPod kurzfristig gegen einen Walkman getauscht und seine Erfahrungen für den Online-Auftritt des britischen TV-Senders festgehalten.

Größe

Was ihm dabei als erstes auffiel: Der Walkman war nicht unbedingt eine kleines Gerät. "Hosentaschengröße" war ein Begriff, den man in den Achtzigern offenbar noch anders interpretierte. Um einen Walkman einstecken zu können, bräuchte man schon ziemlich große Taschen, so das Verdikt. Zwar gebe es einen Clip, um das Gerät an der Hose festzumachen, doch aufgrund des beachtlichen Gewichts des Walkman würde dabei die Hose schnell nach unten gezogen.

Missverständnisse

Auch die Usability des mobilen Musikabspielgeräts ließe deutlich zu wünschen übrig, kritisierte Campbell: Da wären einmal die riesigen und schwer zu benutzenden Knöpfe, auch so manch zentrale Funktion sei nicht unbedingt selbst erklärend: Drei Tage hatte er angenommen, dass es sich bei dem Metal / Normal-Schalter um einen Genre-spezifischen Equalizer handle - und nicht um den Wechsel zwischen zwei verschiedenen Kassettentypen.

Shuffle

Ein weiterer Kritikpunkt: Auf eine Kassette passten gerade mal 12 Lieder - nicht zu vergleichen mit dem Fassungsvermögen selbst des billigsten MP3-Players. Eine Shuffle-Funktion lässt der Walkman ebenfalls völlig vermissen, Campbell versuchte dieses Defizit durch einen Trick zumindest ein stückweit auszugleichen: Durch das Drücken auf die Vor- und Rückspultasten konnte er an andere Stellen auf der Kassette gelangen. Ein Verhalten, das er allerdings einstellt, als ihn sein Vater davor warnte, dass dies auf Dauer die Kassetten beschädigen würde.

Vorteil

Auch die Klangqualität und die Akku-Laufzeit des Walkmans konnten nicht mit modernen Musikplayern mithalten, alles in allem zeigte sich Campbell froh darüber, dass er im digitalen Zeitalter aufgewachsen sei. Doch einen Pluspunkt für den Walkman konnte er  zum Abschluss dann doch noch ausmachen: Das Testgerät hatte zwei Kopfhörerausgänge, perfekt um Musik mit anderen zu teilen. (red)

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    foto: bbc
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