Gebärmuttertumore verhungern lassen

30. Juni 2009, 08:39
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Die Hälfte aller Frauen ist betroffen - Frankfurter Uniklinikum setzt die Myomembolisation als neue Behandlungsmethode gegen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane ein

Myome sind gutartige Tumore, die in der Gebärmuttermuskulatur wachsen. 35 bis 50 Prozent aller Frauen in Deutschland sind von dieser Tumorart betroffen, womit es sich hierbei um eine der häufigsten Tumorerkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane in der Bundesrepublik handelt.
Bisherige Therapieverfahren konzentrierten sich überwiegend auf chirurgische Eingriffe, bei denen das Myom oder die gesamte Gebärmutter entfernt wurde. Zwangsläufig führte das zur Sterilität der Frau. Hinzu kommt das von der Patientin zu tragende grundsätzliche Risiko einer Operation unter Vollnarkose. Die Myomembolisationsmethode bietet sich als schonende Therapieoption an.

Myome verhungern lassen

Zunächst wird eine Untersuchung der Gebärmutter mit einem Magnetresonanztomographen (MRT) durchgeführt, um Lage und Umfang des Myoms genau zu ermitteln. Die Gebärmutterarterie versorgt das Myom mit Blut und hält es dadurch am Leben. Um dies zu verhindern, werden bei der Embolisation kleine Partikel in die Arterie injiziert, um ihre Seitenäste zu verstopfen. Dadurch wird die Blutzufuhr verhindert. 

Nachdem die Leistenregion der Patientin örtlich betäubt wurde, wird das Blutgefäß mit einer speziellen Nadel an einem Loch geöffnet. Mit einem Katheter wird dann die Blutzufuhr zum Myom unterbrochen, indem die Embolisationspartikel in das Gefäß injiziert werden. Die Überlebensfähigkeit des Myoms wird dadurch unterbunden. Die Vorteile dieser Therapie sind der geringe Blutverlust und der Verzicht auf Vollnarkose.

Weniger Beschwerden

Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Klinikums der J.W. Goethe-Universität, unter der Leitung von Thomas Vogl, hat im Rahmen einer Studie das neue Verfahren mit entwickelt. An der Studie nahmen 40 Myompatientinnen teil. Alle Teilnehmerinnen wurden embolisiert, die erhobene Daten anschließend statistisch geprüft und deren Signifikanz bestätigt.
"Die Myomembolisation führt zu einer eindrucksvollen Verbesserung der Lebensqualität bei den Patientinnen. Bei allen myomverursachten Beschwerden trat mittel- bis langfristig eine ganz deutliche Verbesserung auf", erklären Vogl und sein Mitarbeiter Nagy Naguib. "Es handelt sich bei der neuen Technik um eine ausgesprochene Innovation, die wir hier in Frankfurt entwickeln konnten", betont Vogl. (red)

 

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