Abriss arabischer Häuser in Jerusalem soll gestoppt werden

29. Juni 2009, 21:51
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Druck der US-Regierung - Betroffenen sollen Entschädigung bekommen

Jerusalem - Die Stadtverwaltung von Jerusalem will einem Medienbericht zufolge den Abriss von Häusern im überwiegend von Arabern bewohnten Ostteil der Stadt weitgehend stoppen. Wie die Zeitung "Haaretz" am Montag berichtete, sollen 70 Prozent der angeordneten Abbrüche ausgesetzt werden. Den Betroffenen der restlichen geplanten Abrisse solle eine Entschädigung gezahlt werden. Dem Bericht zufolge ist die Anordnung auf Druck der US-Regierung entstanden, die in der israelischen Siedlungspolitik ein Hindernis für den Friedensprozess sieht. Ein Sprecher von Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen.

Barkat hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen November angekündigt, gegen den illegalen Häuserbau besonders im Ostteil der Stadt vorgehen zu wollen. Jerusalem ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern. Ost-Jerusalem wurde von Israel im Jahr 1967 besetzt und später annektiert. Während die Israelis Jerusalem als ihre unteilbare Hauptstadt sehen, wollen die Palästinenser den Ostteil der Stadt zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen. Sie werfen den Israelis vor, durch die gezielte Ansiedlung von jüdischen Bewohnern im Ostteil der Stadt und die Zerstörung von palästinensischen Häusern die demografische Struktur Jerusalems verändern zu wollen. (APA)

 

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