Die Müllabfuhr steckt nach dem Inselfest fest

29. Juni 2009, 19:04
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Schlamm erschwert Aufräumarbeiten, 300.000 Euro Mehrkosten durch Regenfälle

Wien - Das 26. Wiener Donauinselfest ist vorbei, das rege Treiben geht aber weiter. Die Aufräumarbeiten haben erst begonnen. Hackschnitzelberge türmen sich über Schlammmassen, darunter lässt sich die Wiese nur noch erahnen. Zelte, Bühnen und Stände werden abgebaut, Bagger und Lastwägen fahren im Minutentakt auf den schmalen Straßen.

Die Wege sind großteils vom Schlamm befreit, doch einige Fahrzeuge hatten bei den Aufräumarbeiten Schwierigkeiten. Ausgerechnet jene der Magistratsabteilung 48, der Müllabfuhr: Die Müllwägen sind im Schlamm steckengeblieben. "Es ist sehr schwierig für uns. Man kann mit dem Müllauto nicht reinfahren. Wir mussten auch wieder rausgezogen werden", berichtete Rudolf Dafanek von der MA 48 im Gespräch mit dem Standard. Voraussichtlich können sie erst am Mittwoch die Arbeiten fortsetzen.

Ein weiteres Problem stellt der Abtransport der Rindenmulchschnitzel dar. Der Organisator des Donauinselfestes, Sascha Kostelecky, möchte für die Hackschnitzel eine "sinnvolle Lösung" finden. "Sie werden zuerst von der MA 48 entsorgt, dann von der Fernwärme zur Energiegewinnung eingesetzt."

Da normalerweise, also bei trockenem Wetter, keine Rindenmulchschnitzel benötigt werden, ist ein Mehraufwand von bis zu 300.000 Euro entstanden, schätzt Kostelecky. Der wirtschaftliche Schaden wäre aber viel größer gewesen, hätte er das Fest abgesagt, sagte er dem Standard. Vier bis sechs Wochen werden die Aufräumarbeiten insgesamt dauern.

Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der MA 22, der Umweltschutzabteilung, zeigt sich zuversichtlich, dass der "Urzustand" der Donauinsel bald erreicht sei. Der APA sagte sie am Montag: "Der Rasen wurde extrem beansprucht, durch das feuchte Wetter noch mehr als sonst. Wenn so ein Fest drei Tage und einmal im Jahr stattfindet, dann ist das okay."

Die Kosten für die Wiederinstandsetzung des Geländes übernehme natürlich die SPÖ, meinte Gerlinde Dobusch, Pressesprecherin der SPÖ Wien.

Ob das Donauinselfest in Zukunft im Herbst stattfinden werde, kann Kostelecky noch nicht sagen. Das will er sich in den nächsten Wochen in "Ruhe überlegen". Die Entscheidung werde Ende August fallen. (Marie-Theres Egyed, DER STANDARD Print-Ausgabe, 30.06.2009)

 

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    Organisator des Donauinselfestes, Sascha Kostelecky, möchte für die Hackschnitzel eine "sinnvolle Lösung" finden: "Sie werden zuerst von der MA 48 entsorgt, dann von der Fernwärme zur Energiegewinnung eingesetzt."

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