Vorzug für frauenfreundliche Unternehmen

29. Juni 2009, 18:47
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Grüne wollen mit "Gleichbehandlungsbilanz" Forderung der Frauenministerin in Praxis umsetzen

Wien - Der Vorschlag provozierte viel Widerspruch: Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will Unternehmen bestrafen, die Frauen schlechter bezahlen als Männer auf vergleichbaren Posten. Doch kann das in der Praxis funktionieren? Die Grünen glauben zu wissen, wie: indem Wirtschaftsförderung nur an Firmen ausgeschüttet wird, die weibliche Bedienstete fair behandeln.

Betriebe müssten demnach eine "Gleichbehandlungsbilanz" vorlegen: Schlüsselkriterien werden anhand objektiver Daten gemessen, per Punktesystem bewertet und mit dem Branchenschnitt sowie firmenintern verglichen.

Ein wichtiges Kriterium wäre laut grünem Modell natürlich der Frauenanteil - in vielerlei Hinsicht. Gutpunkte macht ein Unternehmen dann, wenn der Prozentsatz der Arbeitnehmerinnen über jenem der Branche liegt. Ebenso bewertet werden der Frauenanteil in den unterschiedlichen Hierarchien sowie die Einkommensgerechtigkeit. Fallen die Bezüge der Frauen im Vergleich mit dem Branchen- und Betriebsschnitt ab, schlägt sich das negativ nieder.

Weiteres Kriterium: Der Anteil von Männern und Frauen bei Vollzeitstellen, Teilzeitarbeit und Elternkarenz. Aber haben Firmen darauf immer Einfluss? "Es geht ums positives Umfeld", sagt Monika Vana, Frauensprecherin der Wiener Grünen und Koerfinderin des Konzepts: "Oft stoßen Männer, die in Karenz wollen, beim Chef auf Unverständnis - oder sind das Gespött der Belegschaft."

Kleinstbetriebe wollen die Grünen ausnehmen, um eine Überforderung zu vermeiden. Alle anderen Unternehmen, die Wirtschaftsförderung wollen, müssten die entsprechenden Daten in einer Exceldatei übermitteln. Wer durchfällt, fällt um das staatliche Geld um. (jo, DER STANDARD, Print, 30.6.2009)

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