Jacksons Mutter erhält Sorgerecht

30. Juni 2009, 13:12
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Anhörung über das Sorgerecht und die Verwaltung vom Erbe Michael Jacksons soll am Montag stattfinden - Mit Video

Los Angeles  - Keine vier Tage nach dem Tod von Popstar Michael Jackson ist der Kampf um sein Erbe entbrannt. Jacksons Mutter Katherine hat momentan das Sorgerecht für die drei Kinder, Prince Michael I. (12), Paris (11) und Prince Michael II. (7). Allerdings könnte Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe Anspruch auf die beiden älteren Kinder erheben, weil sie ihre leibliche Mutter ist. Die Mutter des kleinen Blanket, der von einer Leihmutter geboren wurde, ist unbekannt. Dem am Montag von Katherine Jackson eingereichten Vormundschaftsantrag zufolge ist es "derzeit nicht bekannt", ob Rowe dieser Regelung zustimmen wird. Eine Gerichtsanhörung wurde für den 3. August festgesetzt.

Gemeinsam mit ihrem Mann Joe beansprucht Katherine die Kontrolle über Jacksons Vermögen. "Nur Katherine und ich haben die Vollmacht für unseren Sohn und seine Kinder", ließ der 79-jährige Vater laut "Los Angeles Times" vom Montag durch einen Sprecher erklären. Der Tod des legendären Sängers gibt derweil weiter Rätsel auf, die Vermarktungsmaschine läuft unterdessen langsam an. Und in Österreich entwickelte sich die am Freitag veröffentlichte Fünf-CD-Box "The Collection" zum Verkaufsschlager.

Mutter soll Besitztümer verwalten 

Nach dem Sorgerecht für seine drei Kinder ist Michael Jacksons Mutter Katherine auch die vorläufige Verwaltung seiner Güter übertragen worden. Richter Mitchell L. Beckloff vom obersten Gericht in Los Angeles entsprach am Montag (Ortszeit) einem entsprechenden Antrag der Anwälte der 79-Jährigen. Zu Jacksons Besitztümern gehören die Neverland-Ranch im US-Bundesstaat Kalifornien sowie die Rechte an mehreren Liedern der Beatles.

In einer Anhörung am kommenden Montag soll den Angaben zufolge eine längerfristigen Regelung für die Vormundschaft über Jacksons Kinder sowie die Verwaltung von Jacksons Besitz getroffen werden. Bislang ist unklar, ob der King of Pop ein Testament hinterlassen hat. Seine Familie beteuert, dies sei nicht der Fall. Nach Medienberichten bewahrt aber einer von Jacksons Anwälten ein von dem Gestorbenen persönlich unterzeichnetes Testament auf.

Bedenklicher Zustand der Leiche

Für Erschrecken sorgte am Montag ein Bericht der britischen Zeitung "The Sun", wonach die Leiche Jacksons zahlreiche Narben und Verletzungen aufwies. Der Musiker hatte demnach bei seinem Tod nur teils aufgelöste Tabletten im Magen und wog bei einer Größe von 1,77 Metern knapp 51 Kilo. Das Boulevardblatt berief sich am Montag zwar auf Ergebnisse der Obduktion, schrieb allerdings nicht, wie es an die Informationen gelangte. Laut "Sun" trug der Sänger an seinem Todestag eine Perücke, unter der er stellenweise kahlköpfig war. Zudem habe die Leiche Verletzungen von den erfolglosen Wiederbelebungsversuchen sowie vier Einstichstellen von Spritzen aufgewiesen.

Privatarzt spricht von spürbarem Pulsschlag

Der Privatarzt Conrad Murray, der die Wiederbelebung auf Jacksons Bett versucht hatte, berichtete überraschend von einem anfangs noch spürbaren Pulsschlag. Murrays Anwalt Edward Chernoff sagte, der Kardiologe sei am Todestag "zufällig" in Jacksons Zimmer gekommen und habe ihn ohne Atmung vorgefunden. "Er fühlte den Puls. Es gab einen schwachen Puls in seiner Oberschenkel-Arterie. Er hat sofort mit der Herzdruckmassage angefangen", sagte Chernoff. Zudem ließ der Arzt versichern, er habe dem Musiker keine morphiumähnlichen Schmerzmittel verabreicht. Jackson war am Donnerstag mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben.

Die Größen der schwarzen US-Musikszene nahmen in der Nacht zum Montag mit einer bewegenden Michael-Jackson-Gedächtnisshow von dem "King of Pop" Abschied. "Es gibt keinen Grund, traurig zu sein. Wir feiern diesen schwarzen Mann. Er gehört zu uns und wir teilen ihn mit jedem", sagte Moderator Jamie Foxx bei der Vergabe der BET Awards, der begehrten US-Auszeichnungen für schwarze Künstler, in Los Angeles. Neben zahlreichen Stars von Beyonce über Keyshia Cole und Bobby Brown nahmen auch Jacksons Vater Joe und Schwester Janet teil.

Ehrungen bei den BET Awards

"Ich wollte, die Welt hätte ihn anerkannt, solange er noch gelebt hat", sagte Vater Joe dem US-Nachrichtensender CNN. Wegen der Todesumstände habe er große Sorgen, räumte er ein, machte aber keine näheren Angaben. "Mir gefällt nicht, was passiert ist." Die BET Awards werden alljährlich vom TV-Sender Black Entertainment Television in unterschiedlichen Kategorien vergeben.

Unveröffentlichte Songs

Gerüchten zufolge sollen rund 100 Songs von Jackson unveröffentlicht im Safe liegen. Die Vermarktungsmaschine rund um Jackson ist ohnehin bereits in Gang gesetzt. Ein Live-Album über "Jackos" letzte Proben für die Konzertreihe und eine Welttournee zum Gedenken an den Popstar sind angeregt worden. Der Konzertveranstalter AEG Live, der bisher noch keine Angaben über die Rückgabe der Tickets für die Comeback-Auftritte in London gemacht hat, hatte sich die Exklusivrechte daran gesichert. Und auch die CD-Verkäufe waren am Wochenende sprunghaft angestiegen: "Wir müssen nachbestellen", hieß es etwa von der österreichischen Elektronik-Kette "Saturn".

Jackson-Konzerte: Veranstalter verspricht Erstattung

Der Veranstalter der geplanten Michael-Jackson-Konzerte in London hat die volle Erstattung der Eintrittspreise versprochen. Fans sollten außerdem die Möglichkeit erhalten, ihre Tickets als Andenken zurückzuerhalten - im Gegenzug aber nur eine teilweise Erstattung bekommen, teilte der US-Konzern am Dienstag mit.

Da Jackson "zu Lebzeiten seine Fans liebte, obliegt es uns, sie mit derselben Ehrfurcht und Achtung nach seinem Tod zu behandeln", sagte AEG-Live-Boss Randy Phillips. Die Karteninhaber sollen am Mittwoch auf der Internetseite www.michaeljacksonlive.com weitere Informationen erhalten.

Insgesamt wurden 800 000 reguläre Eintrittskarten verkauft. Der US-Konzertveranstalter hatte mit 46 Konzerten die Comeback-Tournee "This Is It!" des "King of Pop" in der Londoner O2-Arena angekündigt und die Option auf eine Welttournee offengehalten. Eine Klärung über die Bedingungen für die Ticketerstattung nach dem Tod des Popstars am vergangenen Donnerstag wurde mehrfach verschoben.

Kein Begräbnistermin

Es gibt noch keinen Termin für das Begräbnis von Michael Jackson. Dies sagte der Vater des am Donnerstag verstorbenen Sängers, Joe Jackson, am Montag in Los Angeles. Der 79-Jährige ließ Fragen von Reportern über die mögliche Todesursache unbeantwortet. Er begrüßte aber eine Entscheidung des Gerichts in Los Angeles, das am Montag seiner Frau Katherine Jackson die vorläufige Vormundschaft für die drei Kinder des Sängers übertragen hatte. "Dort gehören sie hin", sagte Joe Jackson. "Wir werden uns um sie kümmern und ihnen eine gute Ausbildung geben." (APA)

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    Michael Jackson mit seinem Vater (li.) und seiner Mutter, die momentan das Sorgerecht für seine drei Kinder hat.

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    Bildnis des verstorbenen Michael Jackson mit zahlreichen Unterschriften schockierter Fans.

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