ÖKG kritisiert Berichterstattung in Österreich zu Putsch

29. Juni 2009, 17:34
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"Schreckliche Zeiten der Militärputsche müssen vorbei sein" - Mahnwache am Mittwoch auf dem Stephansplatz

Wien - Die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft (ÖKG) hat den Militärputsch in Honduras am vergangenen Wochenende scharf verurteilt. Man wisse zu viel über die zahlreichen weltweiten Militärputsche und deren Folgen, warnte der Chef der ÖKG, Hans Mikosch, am Montag in einer Aussendung. Der jetzige Ablauf ähnle "frappant" dem Putschversuch in Venezuela von 2002. Zudem verurteile die ÖKG die "verzerrende, unrichtige und den Putsch rechtfertigende sowie verharmlosende Darstellung der Ereignisse" in Honduras in den österreichischen Medien.

Die ÖKG fordere den österreichischen Bundespräsidenten und die Bundesregierung dazu auf, den Militärputsch "unmissverständlich" zu verurteilen und alles zu unternehmen, um durch die Wiedereinsetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya zur Wiederherstellung der verfassungsgemäßen Ordnung in Honduras beizutragen. "Die schrecklichen Zeiten der Militärputsche und anschließender Putschisten-Regime in Lateinamerika und der ganzen Welt müssen endgültig vorbei sein", erklärte Mikosch.

Kampf um soziale Gerechtigkeit

Der Putsch richte sich gegen Präsident Zelaya und seine Regierung, da dieser nicht den Interessen der einheimischen Machteliten und ihrer ausländischen Unterstützer Folge leiste, sondern erstmalig in der neueren Geschichte Honduras für soziale Gerechtigkeit arbeitete, so die ÖKG.

Am kommenden Mittwoch findet nach Angaben der ÖKG um 18.00 Uhr eine Mahnwache auf dem Wiener Stephansplatz statt, um ein Zeichen der Solidarität mit dem honduranischen Volk und ihrem gewählten Präsidenten zu setzten.

Einen Tag nach dem Militärputsch in Honduras bleibt die Lage weiterhin unklar. Der nach dem Sturz des linksgerichteten Präsidenten Manuel Zelaya vom Parlament eingesetzte Interims-Staatschef Roberto Micheletti begann am Sonntagabend mit der Bildung einer neuen Regierung. Zugleich traf Zelaya in Nicaragua ein, um dort als offizieller Vertreter seines Landes an einer Dringlichkeitssitzung des linken Staatenbündnisses ALBA zur Lage in Honduras teilzunehmen. In der Hauptstadt Tegucigalpa patrouillierten gepanzerte Fahrzeuge mit Maschinengewehren. Die Absetzung Zelayas wurde im Ausland einhellig verurteilt. (APA)

 

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