derStandard.at-Interview

"Anreiz für Väter könnte auch noch größer sein"

29. Juni 2009, 16:35
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    Die bisherige Varianten.

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AK-Expertin Ingrid Moritz lobt die Pläne für ein einkommensabhängiges Kindergeld: Keine "Verfassungsproblematik", sondern größerer "Gestaltungsspielraum" für Eltern

Die Regierung ist sich so gut wie einig. Neben den nach Dauer geregelten Bezugsmöglichkeiten des Kindergeldes (siehe Grafiken links), soll es bald auch ein einkommensabhängiges Kindergeld geben. Arbeiterkammer-Expertin Ingrid Moritz lobt die Pläne der Regierung im derStandard.at-Interview: "Das ist sicher ein Anreiz für eine höhere Väterbeteiligung."

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derStandard.at: Warum ist die zusätzliche Kindergeld-Variante notwendig?

Moritz: Der Vorteil ist, dass es einen höheren Einkommensersatz gibt. Der Lohnverlust ist ein geringerer. Das ist gerade für besser Qualifizierte ein Anreiz. Sicherlich führt das zu einer höheren Väterbeteiligung.

derStandard.at: Ist es nach wie vor so, dass die Väter aus Angst zu viel Geld zu verlieren, eher nicht zuhause bleiben?

Moritz: Ja, wir hören das aus den Beratungsstellen immer wieder, dass die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ein ganz gewichtiger Faktor ist. Die Familien sagen, wenn das nicht besser abgegolten wird, dann ist es finanziell günstiger, wenn die Frau zuhause bleibt und der Mann sich nicht an der Karenz beteiligt.

Die Einkommensschere ist nach wie vor sehr groß und das ist in der Anreizwirkung, wer zuhause bleibt, relevant. Wenn aber, wie beim einkommensabhängigen Kindergeld, der Verlust nicht zu groß ist, ist das ein Anreiz für mehr Väterbeteiligung.

derStandard.at: Die Erwartungen sind also hoch, dass dieses Modell auch starken Zuspruch finden wird?

Moritz: Es gibt dann vier Varianten. Ich gehe davon aus, dass es, ähnlich wie bei den Kurzvarianten, ein großes Gefälle geben wird: dass in Wien, in den großen Städten das kürzere, einkommensabhängige Modell deutlich stärker beansprucht wird, weil die Kinderbetreuungsmöglichkeiten besser sind. In den Bundesländern, wo es wenige Betreuungsplätze für die Unter-Drei-Jährigen gibt, werden die anderen Modelle sicher noch eine große Bedeutung spielen.

Je besser die Kinderbetreuungssituation ist, umso stärker werden auch die Anreize für kürzere Unterbrechungen.

derStandard.at: Finden Sie es positiv, dass es vier verschiedene Modelle geben wird oder wären weniger besser?

Moritz: Nein, die steigende Wahlmöglichkeit ist sicher als Fortschritt zu sehen.

derStandard.at: Es gibt aber Kritik daran, dass es zu kompliziert ist, wenn es zuviele Varianten gibt. Der Sozialrechtler Wolfgang Mazal befürchtet etwa eine "Verfassungsproblematik". Sehen Sie das auch so?

Moritz: Nein, ich teile diese Auffassung nicht. Das ist ein Mehr an Gestaltungsspielraum, nicht an Komplexität. Die Eltern können flexibler agieren. Kompliziert ist nur die Zuverdienstgrenze (derzeit 16.200 Euro pro Jahr, Anm.), wie sie derzeit geregelt ist.

Die starre Zuverdienstgrenze ist gerade für die gutverdienenden oder besserqualifizierten ein Problem, weil es die Wirkung hat, dass man nur wenige Stunden arbeiten kann, damit man die Grenze nicht überschreitet. Das ist in der Praxis für die Besserverdienenden eine Erwerbsbarriere. 

derStandard.at: Wieviele Eltern verdienen dazu, während sie das Kindergeld beziehen?

Moritz: Der Zuverdienst wird stark genützt. Schwierig zu sagen ist, wie hoch das Einkommen ist. Im Mai diesen Jahres haben von allen Kindergeldbeziehern (129.902 Personen, Anm.) 29.624 dazuverdient, inklusive geringfügige Beschäftigungen. Davon waren 3.347 Väter. Bei den Männern sind es mit 51 Prozent mehr als die Hälfte, die dazuverdienen. Insgesamt (Frauen und Männer zusammen, Anm.) sind es neunzehn Prozent.

Es sind sicher die wenigsten, die höhere Einkommen haben, aber es trifft die gut Qualifizierten stärker.

derStandard.at: Die Regierung ist sich noch uneinig beim Kindergeld für AlleinerzieherInnen. Wie ist hier Ihre Position?

Moritz: Wir haben einen klaren Standpunkt, die AlleinerzieherInnen sollen nicht benachteiligt werden, sie sollen ebenso die Möglichkeit haben, das Kinderbetreuungsgeld mit längerer Bezugsdauer zu beziehen. 

Der Anreiz für Väter könnte auch noch größer sein. Analog zum im Arbeitsrecht geregelten Anspruch auf drei Monate Väterkarenz fordern wir, dass die Bezugsdauer bei partnerschaftlicher Teilung auf von zwei auf drei Monate verlängert wird. Und damit Väter von Anfang an bei der Kinderbetreuung beteiligt sein können, fordern wir die Einführung des Papamonats. Wir haben es betriebsintern schon eingefüht, es revolutioniert nichts, aber es ist auf jeden Fall ein Anreiz für mehr Väterbeteiligung. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 29.6.2009)

Zur Person: Ingrid Moritz arbeitet bei der Arbeiterkammer Wien als Leiterin der Abteilung Frauen und Familie.

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jfather@vaterverbot.at
00
11.7.2009, 11:21
Thema verfehlt

Was ist schon Geld im Leben ?
*Zum einen dürfen Väter nicht in Karenz gehen, weil die Mütter ihnen diese Roller nicht überlassen.
*Ein Unterhaltspflichtiger Vater muss in der Karenz weiter Unterhalt zahlen, so als hätte er noch sein volles Arbeitseinkommen. Unterhaltspflichtige Mütter brauchen dies nicht.
*Männer die In Karenz gehen werden gesellschaftlich geächtet. Erst wenn Kinderbetreuung als Aufgabe von Vater und Mutter gesetzlich verankert ist, können Väter wirklich in Karenz gehen.

Alwis
 
00
Väterbeteiligung - warum muß der Staat so....

Warum fühlt sich der Staat zum Erzieher der Eltern berufen?
Warum können wir Eltern das nicht selber entscheiden?
Was soll das ganze komplizierte Herumgetue und die übertrieben Regulierungssucht:
"Wenn Du so tust, kriegst soviel, wenn Du anders tust, kriegst nicht soviel, weil Du nicht brav genug bist....

Warum nicht einfach Pflegegeld einführen - jedes Kind hat das Recht auf gleiche Chancen!
Warum sollen die Kinder der Reichen bessere Chancen, nämlich auch vom Staat noch verstärkt, bekommen?

Warum führen wir nicht z.B. das Elterngeld ein, wie es die Christenpartei fordert:
www.diechristen.at

Igraine
00
30.6.2009, 13:02
Kann man nach 12 Monaten umentscheiden?

Kann man sich für das neue einkommensabhängige model entscheiden und nach 12 Monaten trotzdem beschliessen ein weiteres Jahr in Karenz zu bleiben? Ich meine natürlich ohne Bezug, aber doch sozialversichert.
Immerhin weiss kaum jemand vor der Geburt, bzw in den ersten Wochen danach, wie sich das Leben mit Kind entwickeln wird und wie die eigenen Bedürfnisse und Prioritäten nach 1 Jahr aussehen werden...

legal eagle
02
30.6.2009, 10:05
als juristin teile ich die ansicht der politologin moritz überhaupt nicht.

was bisher von der neuen variante bekannt wurde, weist darauf hin, dass die erweiterten wahlmöglichkeiten das kinderbetreuungsgeld endgültig zu einem administrativen monstrum machen werden. und die problematik der verworrenen vollziehung (durch die krankenkassen für das kbg und durch die finanzämter für den zuschuss) wurde offenbar gar nicht aufgegriffen.

als ak-mitglied muss ich auch urgieren, dass die ak fast auschließlich windelpolitik betreibt. eltern von älteren kindern werden in ihren intressen überhaupt nicht wahrgenommen, und eine frauenpolitik, die diesen namen verdienen würde, findet nicht statt.

bösartiger gutmensch
01
30.6.2009, 09:49

"Ist es nach wie vor so, dass die Väter aus Angst zu viel Geld zu verlieren, eher nicht zuhause bleiben?"

was für eine frage: wer netto > 1500 euro verdient, kann es über einen längeren zeitraum kaum verschmerzen, auf mehrere hundert euro im monat zu verzichten. vorher viel ansparen geht bei diesen beträgen auch nicht wirklich (vor allem beginnt die entsparphase ja schon mit eintritt der mutter in die karenz).

Sachwalter
00
30.6.2009, 12:41
Punktgenau


Um das auszugleichen müssten Frauen ja - im Schnitt - mindestens 25 Prozent länger arbeiten gehen als der Partner.

leo lander
00
30.6.2009, 09:37
als sorgender Elternteil sollte man fix 1500 für ein Jahr als Gehalt bekommen

das dann auch versteuert werden muss: jene die nix verdienen können sich die Hände reiben, die die was verdienen haben nicht auf Grenzen zu achten und könne sich entsprechend arrangieren ohne die Verdienstgrenzen beachten zu müssen.

vi-de dot com
 
08
30.6.2009, 09:24
das Problem ist nicht das Geld

sondern dass der Job nach der Babypause weg ist.

Das Problem sind nicht die bösen Männer sondern die Arbeitgeber die es unmöglich machen.

Wenn "beim Kind zuhause bleiben" im Lebenslauf eine Qualifikation ist (was es mit Sicherheit auch ist) und nicht mehr ein Schandfleck ... erst dann ändert sich diese Situation.

Sachwalter
21
30.6.2009, 06:37
Genderbudgeting

Da Männer für 75 Prozent des Steueraufkommens sorgen (müssen) bezahlen sie fürs daheimbleiben auch selbst.

Wo bleibt da die Gendergerechtigkeit? Gilt die nur für Frauen?

Bon Cheauvi
01
30.6.2009, 12:16

Es ist absolut lächerlich, bei so einem Thema mit geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten zu kommen! Der Staat braucht Kinder, und Sie werden auch einmal froh sein, wenn jemand den Staat weiterführt und weiter unterhält, wenn Sie einmal im Ruhestand sind.

Frauen kriegen nunmal Kinder, und Frauen kümmern sich auch um Kinder. Irgendwie muss ihnen diese Belastung auch abgegolten werden, von denen, die im Nachhinein mitprofitieren, ohne beteiligt gewesen zu sein.

Es sollte viel mehr finanzielle Unterstützungen für Eltern geben, ich bin sogar der Meinung, man sollte davon leben können, Kinder zu gebären und zu erziehen. Die Kinder von Heute werden schließlich in Zukunft ihre einstigen Kindergeldbezahler finanzieren.

Sachwalter
00
30.6.2009, 12:28
Frauen können auch an die Drehbank und den Vätern ein paar Jahre bei den Kindern zu ermöglichen


Solch selbstgerechte Vorschläge sind nun mal nicht hilfreich. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.

Tethys
01
30.6.2009, 15:35

Schon wieder die Drehbank!
Ist "Drehbank" ein Beruf? Etwa ein gut bezahlter? Was verdient man an einer "Drehbank"?

Lethawae
01

Er hat ja nicht geschrieben, Frauen sollten Drehbank werden.
So blöd hier herumeiern und dann anderen vorwerfen, keine Argumente zu verwenden...

Chocoholic
00
na gehnS , grad Sie, der Frauen mit Salzstreuern verwechselt...

Sachwalter
00
Das Programm fährt sie schon seit Jahren

Der bringen sie nix mehr bei. Da gibt es keinerlei Diskussionsqualität.

Sachwalter
00
30.6.2009, 15:59
Deutlich mehr als an der Kasse oder beim Friseur


Deutlich schmutziger wird man, das geht aber mit putzen weg, das können Frauen sicher auch.

Tethys
00

Ich wiederhole meine Frage: Was ist der Beruf "Drehbank"?

Sachwalter
00
Sie meinen sicher Berufe bei denen man an Drehbänken arbeiten muss


Lassens das pitzeln, so wird das nichts mit dem AR--Job.

Tethys
00

Keine Argumente. Wie bei all Ihren zahlreichen Nicks.

Sachwalter
00
Hören´s auch Stimmen?

Chocoholic
00
ich glaub, Sie sind hier unter sich selbst mit dem Stimmen hoeren....

erklaert auch die zahlreichen nicks....LassenS mich raten: alle wollen einmal zum Schreiben kommen...

ino
01
30.6.2009, 09:40


männer zahlen mehr steuer, weil sie mehr verdienen.

männer verdienen mehr, weil sie keine karriereunterbrechung durch kinderbetreuung haben.

wo bleibt da die gendergerechtigkeit?

Sachwalter
00
30.6.2009, 12:26
(Berufswahl=Einkommensschere)<>Diskriminierung


Sie glauben doch nicht, dass die Frisörin 50 Prozent mehr arbeitet um den Verdienstausfall ihres Partners, des Automechanikers auszugleichen und ihm ein paar Jahre daheim beim Kind zu ermöglichen.

Sie sollten Männern dankbar sein, dass die Berufe erlernen die überhaupt noch Kinder ermöglichen.

Tethys
00
30.6.2009, 15:39

Ein Automechaniker verdient soviel mehr als eine Friseurin und kann damit eine Familie erhalten?
Glaub ich nicht.
Ist wohl wahrscheinlicher, dass die zu zweit gerade mal so eine Familie erhalten können.

Sachwalter
00
30.6.2009, 16:08
Zitat Frauenministerin: 55%


http://tinyurl.com/6kz95r

Der glaube ich das sogar, die hat noch den kompetentesten Eindruck gemacht. Wahrscheinlich hat man sie deshalb ausgetauscht.

Und Sie "glauben also nicht". Sie fühlen nur? Ist das nicht zu wenig?

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