Schreiben ist "asoziale Tätigkeit"

29. Juni 2009, 13:00
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Den Literatur-Wettbewerb hat der Sieger schon als Schüler verfolgt

Berlin - Für Jens Petersen, Gewinner des diesjährigen Bachmann-Literaturwettbewerbs, ist das Schreiben eine "asoziale Tätigkeit". Schriftstellerei sei in manchen, glänzenden Momenten, wenn man beispielsweise einen Preis bekomme, sehr schön - aber im Großen und Ganzen auch von viel Frustration gekennzeichnet. "Man ist nicht immer gut gelaunt beim Schreiben, ganz im Gegenteil", sagte der Arzt und Autor am Montag im Deutschlandradio Kultur. "Das schlägt sich dann manchmal auch aufs Soziale (...) nieder."

Die Motivation für das Schreiben ergebe sich daraus, "dass man irgendeinen Mangel empfindet, irgendetwas mitteilen möchte", sagte der 33-Jährige, der aus Pinneberg bei Hamburg stammt und in Zürich als Mediziner arbeitet. Das seien meist Dinge mit autobiografischem Bezug. Er halte es für Unsinn, wenn Autoren behaupteten, ihr Schreiben habe mit der eigenen Biografie nichts zu tun.

Seine alltäglichen Erfahrungen in der Klinik könne er allerdings nicht sofort in Literatur umsetzen. Dazu sei oft ein Abstand von mehreren Jahren nötig. Die Themen über die er schreibe, müssten erst "sacken, ruhen, noch einmal durchdacht werden".

Den Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt habe er schon als Schüler verfolgt, erzählte Petersen. Er habe damals eine Beziehung dazu gehabt wie andere zum Schießen eines Tors im WM-Finale: "Man weiß, es ist völliger Unsinn, es wird nie passieren, aber man darf ja mal träumen." (APA/dpa)

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