Weitere Rätsel über Todesursache

29. Juni 2009, 13:42
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Michael Jacksons Arzt behauptet, es sei kein Demerol im Spiel gewesen - Vater: "Die Wahrheit muss noch herauskommen" - Mit Video

Los Angeles - Der Tod von Popstar Michael Jackson gibt weiter Rätsel auf. Sein Privatarzt Conrad Murray ließ am Sonntag über seinen Anwalt versichern, er habe dem "King of Pop" keine morphiumähnlichen Schmerzmittel verabreicht. Die Familie ist Medienberichten zufolge uneins, wo der Sänger beerdigt werden soll. Im Gespräch ist, aus seiner Neverland Ranch nach dem Vorbild der Elvis-Presley-Gedenkstätte eine Art Graceland zu machen.

Beisetzung vermutlich am Mittwoch

Michael Jacksons Familie strebt einem Biografen des verstorbenen US-Musikstars zufolge eine Beisetzung am Mittwoch an. Jackson, einer der größten Popstars aller Zeiten, war am Donnerstag mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Kurz vor seinem Tod soll der angeblich medikamentensüchtige Star nach Angaben des Internetdienstes tmz.com eine Spritze mit dem starken Schmerzmittel Demerol bekommen haben. Entsprechende Berichte seien "absolut falsch", sagte der Rechtsanwalt des Arztes, Edward Chernoff, nach Angaben der "Los Angeles Times" am Sonntag. Murray habe Jackson weder mit Demerol versorgt noch es ihm verschrieben.

Zweite Obduktion

Die Familie des "King of Pop" ließ am Samstag überraschend eine zweite Obduktion machen. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. "Die Wahrheit muss noch herauskommen", sagte der Vater Joe Jackson. Zuvor war der Leichnam vom gerichtsmedizinischen Institut in Los Angeles freigegeben und auf Wunsch der Familie an einen geheim gehaltenen Ort gebracht worden.

Einen bestätigten Zeitpunkt für die Beerdigung gab es auch drei Tage nach dem Tod des Megastars noch nicht. Laut "Los Angeles Times" hat die Familie mehrere Angebote, den Abschied mit einer Serie von großen Konzerten zu begehen. Die Zeitschrift "The Hollywood Reporter" berichtete, die Familie sei "gespalten und durcheinander". Vor allem die Brüder überlegten, wie sie möglichst viel aus "Jackos" Erbe machen könnten. Der Star war zwar massiv verschuldet, hinterlässt aber lukrative Musikrechte.

Keine endgültigen Ergebnisse

Die offizielle Autopsie vom Freitag hatte kein endgültiges Ergebnis gebracht. Gewalt als Todesursache schloss die Polizei allerdings aus. Zugleich bestätigte sie, dass Jackson verschreibungspflichtige Arzneimittel genommen hat.

Murray, der den Sänger seit Mai medizinisch betreute und ihn nach seinem Zusammenbruch wiederzubeleben versuchte, stand der Polizei in der Nacht auf Sonntag Rede und Antwort. Einzelheiten der etwa dreistündigen Befragung wurden nicht mitgeteilt. Die Polizei erklärte nur, der Arzt sei kooperativ gewesen. Die Familie warf dem Arzt vor, ihr die Informationen über Jacksons letzte Stunden zu verweigern.

Medikamentenmissbrauch

Die Polizei hatte auf der Suche nach Beweismitteln für einen möglichen Medikamentenmissbrauch Murrays Auto beschlagnahmt. Ausdrücklich nannte sie den Kardiologen aber nicht verdächtig. Der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson, ein enger Freund der Familie, sagte dem Nachrichtensender CNN nach einem Besuch bei den Angehörigen, sie seien wegen Murrays Rolle zunehmend beunruhigt und verstört. "Wann kam der Doktor? Was machte er? Gab er ihm eine Spritze? Und wenn ja, was für eine?", fragte der Bürgerrechtler.

Eine frühere Angestellte des Popstars berichtete, sie habe ihm wegen seiner gefährlichen Drogencocktails regelmäßig den Magen auspumpen müssen. "Es gab eine Zeit, da war es so schlimm, dass ich die Kinder von ihm fernhielt", sagte Grace Rwaramba der britischen "Sunday Times". Sie hat eigenen Angaben zufolge über ein Jahrzehnt für Jackson gearbeitet, zuletzt als Kindermädchen, war aber im Dezember 2008 entlassen worden.

Schmerzmittel

Nach Einschätzung seines früheren Konzertmanagers Marcel Avram nahm Jackson zwar jahrzehntelang Schmerzmittel, war aber nicht von ihnen abhängig. "Der Mann war nicht süchtig", sagte Avram der Deutschen Presse-Agentur dpa in London. Jacksons Haare hätten bei Dreharbeiten für eine Pepsi-Werbung im Jahr 1984 Feuer gefangen. Seitdem habe er ein Haarteil getragen und für die stark verbrannte Kopfhaut Schmerzmittel eingenommen.

Verleihung der Black Entertainment Television Awards wurde am Sonntag zu einer einzigen Michael-Jackson-Show, die reichte von einem Jackson-5-Medley von New Edition bis zu einem Monolog von Jamie Foxx in roter Lederjacke und weißen Handschuhen reichte.

Die Nachricht von Jacksons Tod hatte dazu geführt, dass die Gästeliste für die BET Awards immer länger wurde, dass sich die Zahl der Anfragen von Medienvertretern verdoppelte. "Kein Grund traurig zu sein. Wir wollen diesen schwarzen Mann feiern", sagte Foxx, der auf die Bühne kam und die Choreographie von Jacksons legendärem Video "Beat It" zeigte. Foxx versuchte sich auch in Jacksons "Moonwalk". Der war zwar nicht perfekt, weckte aber im Publikum die richtigen Erinnerungen an Jackson.  (APA/dpa/Reuters/AP)

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