43.600 Kinder und Jugendliche leben von Sozialhilfe

29. Juni 2009, 11:22
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Die Armutskonferenz fordert die Einführung einer Mindestsicherung - Sozialexperte Schenk: "Wir können etwas tun"

Laut der Armutskonferenz müssen in Österreich 43.600 Kinder und Jugendliche in Österreich unter Sozialhilfe-Bedingungen leben.  Dies sei ein Anstieg um 20 Prozent von 2006 auf 2007 (dies sind die jüngsten verfügbaren Zahlen, Anm.), so die Armutskonferenz in einer Aussendung. Der Sozialexperte der Armutskonferenz, Martin Schenk, betonte jedoch, dass etwas "getan" werden kann: "Es gibt genügend Instrumente und Möglichkeiten im Vollzug der Sozialhilfe, in der Schule, beim Wohnen und mit sozialen Dienstleitungen gegenzusteuern. Armut ist kein Naturereignis, das es mit jeder neuen Statistik zu bestaunen gilt", so Schenk.

Die Gründe für den Anstieg Hilfesuchender sieht Schenk in der zunehmenden Zahl der "working poor", in nichtexistenzsichernde Arbeitslosen- und Notstandshilfeleistungen, den Anstieg an psychischen Erkrankungen und gestiegene Lebenserhaltungskosten beim Wohnen. Weiters bestehen "ausgewiesene Mängel bei der Sozialhilfe wie der willkürliche Vollzug in den Ländern, mangelnde Krankenversicherungen, fehlende Rechtssicherheiten oder falsche Anreizstrukturen in der Finanzierung", so die Armutskonferenz.

Die Armutskonfernz fordert weiters ein Lösung in der Frage der Mindestsicherung: "Es kann keine Mindestsicherung geben, die diesen Namen verdient, ohne dass die tatsächlichen Wohnkosten für Armutsbetroffene abgedeckt werden, ohne die Sicherung österreichweiter Standards bei existentiellen Nöten in besonderen Lebenslagen (kaputter Boiler, Schulsachen, etc), ohne eine Reform des Vollzug der Sozialhilfe in den Ländern und ohne Reform der aktiven Arbeitsmarktpolitik". (red, derStandard.at, 29.6.2009)

  • Martin Schenk bei einem derStandard.at-Chat im Jahr 2008.
    foto:derstandard.at/rasch

    Martin Schenk bei einem derStandard.at-Chat im Jahr 2008.

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