Bagdad versteigert Öl-Förderlizenzen an Ausländer

28. Juni 2009, 20:54
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Sechs Öl- und zwei Gasfelder werden für internationale Konzerne freigegeben - Irak hat drittgrößte Ölreserven der Welt

Bagdad - Im Irak werden in der kommenden Woche erstmals seit dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein Öl- und Gas-Förderlizenzen an ausländische Unternehmen versteigert. Die Regierung in Bagdad will am Montag und Dienstag sechs ihrer größten Ölfelder und zwei Gasfelder für internationale Konzerne freigeben. Zugelassen sind 32 der weltgrößten Energiekonzerne - darunter BP, Chevron, Exxon, Gazprom und Sinopec. Einige von ihnen wollen gemeinsam für die Lizenz-Verträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren bieten.

Nach Jahren des Krieges und der Sanktionen braucht der Irak dringend Investitionen in Milliardenhöhe, um seinen Energiesektor zu modernisieren. Mit 2,3 bis 2,4 Millionen Barrel pro Tag (bpd) fördert das Land derzeit weniger als vor der US-geführten Invasion im Jahr 2003. Die Regierung in Bagdad verfolgt daher das ehrgeizige Ziel, die Produktion in den kommenden fünf Jahren auf mehr als sechs Millionen bpd hochzuschrauben. Die nun zur Versteigerung stehenden Ölfelder steigern die Förderquote um 1,5 Millionen bpd. Bei einer zweiten Auktion in diesem Jahr für elf nicht erschlossene Felder könnten noch einmal 2,5 Millionen bpd hinzukommen.

Milliarden Barrel

Mit 115 Milliarden Barrel hält der Irak die weltweit drittgrößten Ölreserven. Diese Schätzung ist allerdings 30 Jahre alt. Experten vermuten bis zu 100 Milliarden weitere Barrel im Boden. Damit würde der Irak zur weltgrößten Öl-Nation Saudi-Arabien aufschließen. Nach Daten des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie schlummern allein in den zur Auktion stehenden Ölfeldern Reserven, die größer sind als die der USA und Großbritanniens zusammen.

Nach dem Einmarsch ausländischer Truppen in den Irak war damit gerechnet worden, dass die gewaltigen Reserven schnell für ausländische Konzerne freigegeben werden würden. Die schweren Auseinandersetzungen rivalisierender Volksgruppen und die Zunahme der Gewalt verhinderten dies allerdings. Trotz der Entspannung der Lage in den vergangenen Jahren sorgen sich viele Unternehmen noch immer um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter - gerade angesichts der Anschlagswelle der abgelaufenen Woche mit knapp 200 Toten. (APA/Reuters)

 

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