Korruption und Mundgeruch

28. Juni 2009, 20:44
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Kasachstan geht jetzt beinhart gegen die Korruption vor

Kasachstan geht jetzt beinhart gegen die Korruption vor - mit einem Button: "Ich bin gegen Korruption". Den müssen alle Beamten ab sofort gut sichtbar tragen, verlautete der Sprecher der Regierungspartei von Diktator Nursultan Nasarbajew.

Eine geniale, des kasachischen Helden Borat würdige Idee. Das Problem scheint damit so gut wie beseitigt: Die autosuggestive Kraft des Mantras wird die Kultur des Bakschisch ebenso hinwegfegen wie die grassierende Selbstbedienung in den Staatskassen. Man darf spekulieren, ob Nasarbajew sich den Pin auch selbst ansteckt - immerhin gilt er als herausragend schamloser Virtuose in der Kunst des Handaufhaltens und größter Gierschlund der ölreichen Republik.

Das Potenzial der Idee ist natürlich größer: Ist der Würgegriff der Korruption erst abgeschüttelt, kann sie übergreifend für Gesundheit, Glück und Schönheit des Volkes eingesetzt werden - mittels verpflichtend wirksamer Buttons natürlich: "Ich bin gegen Mundgeruch" etwa - wäre doch viel eleganter als altmodisches Zähneputzen. Alternativ käme natürlich "Goldzähne für alle" infrage - das würde noch dazu richtig etwas hermachen. (Severin Corti/DER STANDARD, Printausgabe, 29.6.2009)

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    "Ich bin gegen Korruption"-Buttons - eine geniale, des kasachischen Helden Borat würdige Idee.

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