Struck: Deutscher Einsatz kann noch zehn Jahre dauern

28. Juni 2009, 19:49
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CSU für Festlegung einer Ausstiegs-Strategie

Berlin - Nach dem Tod dreier deutscher Soldaten in Afghanistan ist die Debatte über die Dauer des Bundeswehreinsatzes am Hindukusch neu aufgeflammt. SPD-Fraktionschef Peter Struck sieht auf absehbare Zeit keine Möglichkeit für eine Beendigung des Afghanistan-Einsatzes. "Ich befürchte, das kann noch zehn Jahre dauern", sagte der frühere Verteidigungsminister dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dagegen plädierte die CSU für die Festlegung einer Ausstiegs-Strategie.

Zwar müsse die Erwartung an den Afghanistan-Einsatz deutlich heruntergefahren werden, sagte Struck. "Ich sehe aber keinen Grund, jetzt aufzugeben und zu sagen: Es tut mir leid, die über 30 deutschen Soldaten sind leider umsonst gestorben, wir gehen raus." Struck warf der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel indirekt vor, für die mangelnde Unterstützung des Einsatzes in der Öffentlichkeit verantwortlich zu sein. "Frau Merkel muss klarstellen, dass die Soldaten in Afghanistan jeden Tag ihr Leben riskieren, weil wir sie dorthin geschickt haben."

Der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Peter Ramsauer, forderte eine "Exit"-Strategie. Die Soldaten sollten "nicht einen Tag länger in Afghanistan bleiben, als unbedingt nötig", sagte er gegenüber der Zeitung "Bild am Sonntag". Der stufenweise Rückzug der Bundeswehr aus dem Kosovo könne als Vorbild dienen.

Struck plädierte auch erneut für einen Dialog mit gemäßigten Kräften innerhalb des Lagers der radikal-islamischen Taliban. "Wir müssen alle einbeziehen, jedenfalls die gemäßigten Taliban", sagte er. (APA/Reuters)

 

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