Opel-Verkauf in der Schlussphase

28. Juni 2009, 19:51
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Laut "FAZ" wird die Abgabe der nachgebesserten Kaufofferten in wenigen Tagen erwartet - Vertragsunterzeichnung für 15. Juli geplant

Frankfurt - Einen Monat nach der unverbindlichen Vorentscheidung für Magna als Opel-Retter geht der Bieterwettstreit um den Autobauer jetzt womöglich in die heiße Phase. Anfang kommender Woche würden die nachgebesserten, zunächst ebenfalls unverbindlichen Kaufofferten erwartet, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Kreise der Opel-Treuhandgesellschaft.

Die Unterzeichnung eines verbindlichen Vorvertrages sei für den 15. Juli geplant. Weder General Motors (GM) noch die Treuhandgesellschaft bestätigten dies auf Anfrage vom Wochenende.

Der Kommunikationschef von General Motors Europe, Chris Preuss, sagte: "Wir geben keinen Kommentar zu genauen Terminierungen. Wir sind in aktiven Gesprächen mit den drei Interessenten Magna, BIAC und RHJ." Für eine Beteiligung von sowohl Opel-Beschäftigten als auch Opel-Händlern gebe es "ein klares Potenzial". Es sei noch nichts ausgeschlossen.

Für Koch ist Magna erste Wahl

Der Sprecher der Opel-Treuhandgesellschaft, Carl Graf von Hohenthal, betonte die Zuständigkeit von GM: "Die Verkaufsverhandlungen werden von General Motors geführt. Seitens des Treuhandbeirats wissen wir nicht, ob es Anfang der Woche nachgebesserte Kaufofferten gibt", sagte er der AP.

Für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ist weiterhin der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna erste Wahl: "Nur wenn die Gespräche mit Magna, die gut laufen, wider Erwarten scheitern würden, könnten andere Bieter zum Zug kommen", sagte der CDU-Politiker der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe).

Guttenberg "alles andere als pessimistisch"

Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg äußerte sich "alles andere als pessimistisch", dass die Verhandlungen zwischen Magna und GM "zu guten Ergebnissen kommen" könnten, wie er am Samstag in Salzburg sagte. Allerdings müssten das die Unternehmen unter sich ausmachen.

Laut "FAZ" sind Offerte nicht nur von dem bisher favorisierten Bieterkonsortium um den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna, den chinesischen Autohersteller BIAC und die belgische Beteiligungsgesellschaft RHJ des Finanzinvestors Ripplewood wahrscheinlich, sondern auch von Fiat. Der Fiat-Aufsichtsrat treffe in der kommenden Woche eine Entscheidung zu Opel, berichtete die "Automobilwoche".

Der Vorsitzende des neuen Opel-Treuhandbeirats, Fred Irwin, warnte im selben Blatt vor einer zu frühen Festlegung auf einen Partner. "Wir werden mit allen Investoren sprechen und machen dann eine vernünftige Analyse", betonte er.

An einer Beteiligung der Opel-Händler besteht offenbar kein Interesse: "Wir bekamen das Signal von GM und auch von Magna, dass das so nicht gewünscht sei", sagte der Sprecher des deutschen Opel-Händlerverbands VDOH, Thomas Bieling, der "Automobilwoche".

Firmenanteile für Beschäftigte

Die Eckpunkte für die geplante Beteiligung der Opel-Mitarbeiter stehen dagegen laut "WirtschaftsWoche". Finanzieren sollen die Opel-Beschäftigten diese durch die Umwandlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Lohnerhöhungen in Firmenanteile.

Opel ist derzeit zu 65 Prozent im Besitz der Treuhand-Gesellschaft, um das Unternehmen aus der Insolvenzmasse des GM-Konzerns in den USA herauszuhalten. GM bleibt nach den bisherigen Plänen mit 35 Prozent an Opel beteiligt. Magna möchte mit der russischen Sberbank 55 Prozent von der Treuhand übernehmen, zehn Prozent sollen an die Mitarbeiter und/oder Händler gehen. (APA/AP)

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