Kindergeld hängt künftig auch vom Einkommen ab

28. Juni 2009, 18:43
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Kommende Woche will die Regierung das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld vorstellen - Die wichtigsten Fragen und Antworten

Frage: Zwischen welchen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes können Eltern derzeit wählen?

Antwort: Bis dato gibt es drei Bezugsmodelle. Bei der längsten - und beliebtesten - Variante können Eltern ein Kindergeld von 436 Euro für maximal 36 Monate beziehen: 30 Monate, wenn nur ein Elternteil für die Betreuung des Nachwuchses zu Hause bleibt, 36 Monate, wenn der zweite Partner mindestens sechs Monate übernimmt. 624 Euro beträgt das Kindergeld, wenn Eltern(teile) für höchstens 24 Monate (20 plus 4) in Karenz gehen wollen, 800 Euro bei der Kurzzeitvariante von 18 Monaten (15 plus 3).

Frage: Was ist das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld?

Antwort: Dieses soll als vierte Variante zur Wahl stehen und sich am Einkommen der Eltern orientieren. Damit soll etwa verhindert werden, dass gut verdienende Berufstätige aus Angst vor Einkommensverlust und Karriereknick auf Kinder verzichten.

Frage: Für wie viele Monate wird das neue Kindergeld bezahlt?

Antwort: Für zwölf Monate, wenn ein Elternteil zu Hause bleibt, für 14 Monate, wenn der zweite Partner zumindest zwei Monate übernimmt.

Frage: Wie hoch wird es sein?

Antwort: Das Kinderbetreuungsgeld soll 80 Prozent des letzten Nettogehalts des Beziehers betragen. Mindestens 1000 Euro, maximal 2000 Euro.

Frage: Wie viel Geld bekommen Väter und Mütter ausbezahlt, die davor kein Gehalt bezogen, sondern zum Beispiel arbeitslos waren oder studiert haben?

Antwort: Die Mindestsumme von 1000 Euro soll als Pauschalbetrag ausbezahlt werden.

Frage: Wie lange können Alleinerzieher(innen) das neue Kindergeld beziehen?

Antwort: Diese Frage ist bis dato umstritten. Die Sozialdemokraten argumentieren, Alleinerzieherinnen dürften nicht von vornherein ungleich behandelt werden, nur weil ihnen der Partner zur Aufteilung der Kinderbetreuungszeit fehlt. Derzeit können Betroffene nur 30, 20 oder 18 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen. Aus Sicht der ÖVP wären bei einer vollen Bezugsdauer für Alleinerzieherinnen wieder all jene übervorteilt, deren Partner aus beruflichen Gründen einfach unabkömmlich im Job ist.

Frage: Wie wird die Zuverdienstgrenze künftig geregelt sein?

Antwort: Einig sind sich alle darüber, dass die derzeitige Regelung zu kompliziert ist. Das attestierte auch der Verfassungsgerichtshof, aufgehoben hat er die Regelung aber nicht. 2008 wurde die Zuverdienstgrenze von 14.600 auf 16.200 Euro angehoben. Wer darüber liegt, muss den überschrittenen Teil zurückzahlen. Als Alternative ist eine Arbeitszeitgrenze im Gespräch, auch um die Ungleichbehandlung von selbstständigen und angestellten Elternteilen zu vermeiden. (jo, kmo, DER STANDARD-Printausgabe, 29.6.2009)

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    Foto: APA/Fohringer

    Die Regierung will verhindern, dass gut verdienende Paare aus Angst vor Einkommensverlust und Karriereknick auf Kinder verzichten.

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