Zentrale Figur im Todesfall Jackson

28. Juni 2009, 13:56
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Leibarzt im Zwielicht - Polizei beschlagnahmte seinen BMW und vernahm den Arzt als Zeugen

Los Angeles - Er ist derzeit die zentrale Figur im Todesfall Michael Jackson: der Leibarzt und Kardiologe Conrad Murray. Er betreute den Sänger bei seinen Proben, er sollte ihn zum Comeback-Konzert nach London begleiten, er war - als einziger - bei Jackson in der Stunde seines Todes. Und er soll ihm kurz vor dem Zusammenbruch eine Spritze mit einem starken Schmerzmittel gesetzt haben. Die Polizei beschlagnahmte seinen BMW und vernahm Murray bereits zweimal - als Zeugen, wie die Sprecherin des Arztes betont.

Freunden ist er suspekt

Freunden Jacksons ist der Mediziner höchst suspekt. "Wann ist der Arzt gekommen? Was hat er gemacht? Hat er ihm eine Spritze gegeben und wenn ja, was für eine?", fragte der mit den Jackson-Familie vertraute Bürgerrechtler Jesse Jackson öffentlich. Der außerhalb der Bühne stets zerbrechlich wirkende Sänger hatte den 51 Jahre alten Murray Medienberichten zufolge erst vor wenigen Wochen zu seinem Leibarzt gemacht. Der Mediziner sollte ihm demnach helfen, fit zu sein für die anstrengenden Konzerte, mit denen Jackson nach Jahren der Bühnenabstinenz wieder als Musiker glänzen wollte.

Nun ist Murray offenbar der Mann, der Jackson als letzter lebend sah. Zudem kursieren Berichte, wonach Murray schon lange finanzielle Probleme hatte. Rechtsschwierigkeiten allein im vergangenen Jahr hätten zu Schulden in Höhe von 400.000 Dollar geführt, heißt es.

Tadelloser Ruf als Herzspezialist

Als Arzt hat der erfahrene Herzspezialist einen tadellosen Ruf. Er verfügt über die ärztliche Zulassung für drei US-Bundesstaaten: Kalifornien, Texas und Nevada. In der größten Stadt des Wüstenstaats, Las Vegas, betrieb er bis vor kurzem eine eigene Praxis: Global Cardiovascular Associates. Diese schloss er aber, offenbar um sich voll und ganz Michael Jackson widmen zu können. Am 15. Juni schrieb er nach Informationen der Webseite TMZ an Patienten und Freunde, er werde "wegen einer Gelegenheit, die man nur ein Mal im Leben hat" vorerst nicht mehr praktizieren.

Murray genoss nach anderen Berichten das volle Vertrauen Jacksons. Der Sänger habe "mit Nachdruck darauf bestanden", Murray einzustellen, sagte der Chef von Jacksons Konzertagentur AEG Live, Randy Phillips, der "Los Angeles Times". "Michael selbst hat mir gesagt, dass er dem Mann vertraut", fügte er hinzu und berichtete, dass Murray bei den Konzertproben in Los Angeles stets dabei war. "Es sah so aus, als wäre ihm Michael sehr wichtig. Er war sehr professionell." (APA/AFP)

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