"Böse Buben" für britisches Cyberwar-Kommando

28. Juni 2009, 12:07
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Cyberwar-Truppe mit ehemaligen Hackern soll im Herbst Arbeit zur Abwehr von Attacken aus dem Internet aufnehmen

Das nächste Land, das im Kampf gegen Kriminalität und Spionage im Internet auf ein eigenes Hacker-Team setzt, ist Großbritannien. Die Regierung hat ihre Cyber-Security-Strategie vorgestellt. Demnach soll ein Office of Cyber Security (OCS) und ein Cyber Security Operations Centre (CSOC) gegründet werden, die im Herbst ihre Arbeit aufnehmen, wie die BBC berichtet.

Attacken aus Russland und China

Auftrag der beiden Cyber-Security-Stellen sei die Sicherung der Computersysteme von Regierung und Unternehmen und Abwehrmaßnahmen. Großbritannien sei regelmäßig koordinierten Cyberattacken aus Ländern wie Russland oder China ausgesetzt. Bislang sei jedoch noch kein Angriff erfolgreich gewesen. Man will nun selbst Kompetenzen für Cyberattacken aufbauen, aber diese nicht zur Spionage in anderen Ländern einsetzen, erklärt Sicherheits-Staatssekretär Alan West gegenüber der BBC

"Böse Buben"

Im CSOC sollen ehemalige Hacker potentielle Gefahren im Internet erkennen und Abwehrmaßnahmen im Fall eines Angriffs ergreifen. Dabei handle es sich um junge Personen, die zwar keine "ultra, ultra Kriminellen" gewesen seien, aber man benötige die Erfahrung "böser Buben".

Kritik

Die Maßnahmen der Regierung stoßen allerdings auf Kritik. Die Liberal Democrats etwa befürchten, dass die Cyber-Security-Strategie eine neue Kalter-Krieg-Mentalität fördern könnte und auch normale Bürger ausspioniert werden könnten. Um das zu verhindern soll eine Kommission eingerichtet werden, welche die Cyberwar-Truppe überwachen soll. (red)

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    Böse Buben und Mädchen hacken ab September im Auftrag der britischen Regierung. (Foto: Szene aus dem Film "Hackers", 1995 United Artists)

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