Soldaten droht Prozess wegen Folter

28. Juni 2009, 09:18
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Opfer waren eigene argentinische Soldaten - Den Soldaten werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen

Buenos Aires - Rund 70 argentinischen Soldaten soll wegen Folter während des Falkland-Krieges gegen Großbritannien 1982 der Prozess gemacht werden. Ein Bundesberufungsgericht in Comodoro Rivadavia bestätigte am Samstag (Ortszeit) die Entscheidung einer Vorinstanz, dass es sich bei den Taten um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handle, wie aus der Staatsanwaltschaft verlautete. Die Opfer waren demnach eigene argentinische Soldaten. Zur Zeit des Falklandkriegs war Militärdienst in Argentinien verpflichtend.

Der Präsident des Falkland-Veteranenverbands in La Plata, Eduardo Alonso, begrüßte die Entscheidung. Seit 27 Jahren hätten die Veteranen dafür gekämpft, sagte Alonso. In den kommenden Wochen würden weitere Soldaten über ihre leidvollen Erfahrungen während des Krieges berichten. Dazu zählten Scheinhinrichtungen und Verhungern-Lassen. Die Staatsanwaltschaft untersucht unter anderem einen Fall einer vorgetäuschte Hinrichtung.

Am 2. April 1982 war ein argentinisches Expeditionskorps zu den 1833 von den Briten eroberten Inseln aufgebrochen und hatte sie einen Tag später besetzt. Nach nur zehn Wochen Kampf gegen die britische Armee kapitulierte die argentinische Militärjunta am 14. Juni. Auf beiden Seiten starben insgesamt mehr als 900 Menschen: 258 Briten, darunter drei Inselbewohner, und rund 650 Argentinier. Argentinien beansprucht bis heute die Inselgruppe im südlichen Atlantik, die dort Malvinas (Malwinen) genannt werden. (APA/AFP)

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