Rechnungshofpräsident: Brauchen mehr Flexibilität

28. Juni 2009, 09:14
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Moser unterstüzt den Vorschlag Beamte von Post und Telekom für Verwaltungsaufgaben bei der Polizei einzusetzen

Wien - Rechnungshof-Präsident Josef Moser spricht sich angesichts der Diskussion um die Verlagerung von Beamten aus Post und Telekom zur Exekutive für eine Lockerung des Versetzungsschutzes für Beamte aus. "Man wird in diesem Bereich jene Flexibilität brauchen, die es auch in der Privatwirtschaft gibt", sagte Moser im APA-Interview. Den Plan, bei der Exekutive Verwaltungsbeamte einzusetzen, um die ausgebildeten Polizisten zu entlasten, unterstützt Moser.

Moser geht davon aus, dass auch im öffentlichen Dienst künftig mehr Flexibilität nötig sein wird. "Es gibt niemanden, der jetzt im Berufsleben beginnt, und der sagt: Ich habe jetzt eine Ausbildung und bis 60, 65 oder was auch immer habe ich den gleichen Beruf", so der Rechnungshof-Präsident. Die Zeiten, wo eine Kanzleikraft ein Leben lang Kanzleikraft bleiben konnte, sind aus Mosers Sicht vorbei: "Das wird nicht stattfinden, weil sich das System weiterentwickelt."

"Es braucht die Flexibilität, dass der Einzelne gemäß seiner Verwendung, gemäß seiner Vorbildung, aber auch mit einer gewissen Fortbildungsbereitschaft sinnvoll eingesetzt werden kann", plädiert Moser für eine Lockerung des Versetzungsschutzes im öffentlichen Dienst.

"Es geht um sinnvolle Beschäftigung"

Den Plan, bei Post und Telekom nicht mehr benötigte Staatsdiener als Verwaltungsmitarbeiter in die Exekutive zu übernehmen, begrüßt Moser daher: "Es geht darum, dass man schaut, dass alle im öffentlichen Bereich Tätigen eine sinnvolle Beschäftigung haben." Allein bei der Wiener Polizei könnten aus seiner Sicht über 200 Exekutivbeamte für den "Dienst auf der Straße" frei gemacht werden, wenn sie von der Verwaltungstätigkeit entlastet würden. Das Einsparungspotenzial beziffert Moser mit acht Mio. Euro jährlich.

Den vermehrten Einsatz von Verwaltungsbeamten schlägt Moser auch für den Schulbereich vor. Auch dort würden die administrativen Arbeiten derzeit von ausgebildeten Lehrern erledigt, was dem Staat wegen der höheren Lehrergehälter deutlich teurer komme, so der Rechnungshofpräsident. (APA)

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