Mehr als eine Million Gäste am Samstag

28. Juni 2009, 08:46
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Kein Regen, 150 Rettungseinsätze - Christina Stürmer, The Notwist und Oliver Wimmer bespielten die Insel

Wien - Schwüles Wetter hin, entferntes Donnergrollen her: Am zweiten Tag des Donauinselfestes trauten sich mehr Besucher auf die Insel als zum Auftakt am Freitag, und das Wetter hielt. Dennoch waren präventiv viele Festgänger in Gummistiefeln erschienen, die aber - nach der Beseitigung der Hochwasserschäden - nicht mehr notwendig waren.

Die Veranstalter des 26. Donauinselfest zählten mehr als eine Million Gäste am zweiten Tag. Das sind zwar weniger als am Samstag des Vorjahres, als noch 1,3 Mio. Menschen die Insel stürmten, aber deutlich mehr als am verregneten Freitag, als es "lediglich" 300.000 waren.

Messerstecherei

Verhältnismäßig ruhig verlief dabei der Samstag bis zum späten Abend für die Rettungskräfte des Arbeitersamariterbundes. Waren die 164 Notfallsanitäter und sechs Notärzte am Freitag insgesamt 100 Mal ausgerückt, um Hilfe zu leisten, waren es am Samstag 150 Einsätze. Davon waren 30 Einlieferungen ins Spital zu verzeichnen, wobei lediglich eine Messerstecherei bei der Sportinsel gröbere, wenn auch keine lebensgefährlichen Verletzungen nach sich zog, so Einsatzleiter Erwin Scheidl: "Für die Menschenmenge ist es ruhig." Von der Polizei waren am Abend vorerst noch keine Zahlen zu erhalten.

Bereits ins dritte Jahr ging heuer die neue Haus- und Platzordnung, die 2007 in Kraft getreten ist. Hierbei werden unter anderem Jugendliche beim Betreten des Festgeländes auf mitgebrachte Alkoholika untersucht, was von den Sicherheitskräften konsequent durchgesetzt wird. Allerdings sorgt die Maßnahme mittlerweile für einen ungewollten Nebeneffekt: Die Ertappten machen das Vorfeld der Eingänge zur Partyzone und leeren dort ihre Flaschen im gesteigerten Tempo, bevor sie aufs eigentliche Fest gehen.

Auf der großen Festinsel - eine von insgesamt 13 Bühnen - lag der Schwerpunkt heute vornehmlich auf heimischem Liedgut. Nach Papermoon gab Rockbarde Reinhold Bilgeri mit verrauchter Stimme vor überschaubarer Masse ein Potpourri seiner größten Erfolge zum besten, gefolgt von der nicht minder rockröhrigen Chi Coltrane, die als US-Amerikanerin aus dem Österreich-Fokus herausstach.

Christina Stürmer: "Geiler Abend"

Obgleich ihr Auftritt zeitgleich im ORF übertragen wurde, hatten sich zum Hauptact auf der Festbühne unzählige treue Fans versammelt: Christina Stürmer. Damit erreichte der Jungstar bei seinem ersten Auftritt auf der Festbühne spielend Zuschauerzahlen wie ihre Vorjahres-Vorgänger UB40 und Opus. "Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie geil das heute Abend ist", so Stürmers Kommentar.

FM4-Bühne: Ansturm bei "Naked Lunch" und "The Notwist"

Für großen Andrang sorgte auch "Naked Lunch" auf der FM4-Bühne. Hier hatte sich die alternative Szene zum Auftritt der Klagenfurter versammelt, die von den Veranstaltern für ihr Stehvermögen und die Fähigkeit, persönliche Rückschläge in großartige Musik zu verwandeln, gerühmt wurden. Auch ihre Nachfolgeband, "The Notwist", deren Produzent Olaf Opal auch schon bei Naked Lunch als Arrangeur und heimliches viertes Bandmitglied fungierte, spielte vor voller Wiese.

Oliver Wimmer auf der Ö3-Bühne

Den Preis für den größten Fleiß holte sich Ex-Starmaniac-Jüngling Oliver Wimmer, der gleich zwei aufeinanderfolgende Auftritte auf der Ö3-Bühne und auf der Arbeitswelt-Insel absolvierte. Für begeisterte Anhängerschaft vor der Ö3-Bühne sorgten am Samstag aber vor allem die Briten "Snow Patrol", die mit ihrem aktuellen Album "A Hundred Million Suns" gutes Wetter beschworen. Auf der Festwiese davor war praktisch kein Stehplatz mehr zu bekommen. Ihnen sollten am Abend als Abschluss des Tages noch die deutschen Techno-Veteranen Scooter folgen.

Auf eine kleinere, aber treue Anhängerschaft konnten auch die US-Rocker von "Tito & Tarantula" zählen. Die 1992 gegründete Band erlangte vier Jahre später Berühmtheit durch ihren Auftritt als Musiker und Schauspieler in Robert Rodriguez' "From Dusk Till Dawn", aus dem auch ihr größter Hit "After Dark" stammt, der von den Fans begeistert goutiert wurde.

Die An- und Abreise der Festgäste wurde wieder überwiegend durch die Wiener Linien sichergestellt, welche die Betriebszeiten der U-Bahn-Linien U1 und U6 bis 2.00 Uhr verlängert hatten. Auch die betroffenen Straßenbahnen verkehrten länger, während das Nachtbussystem verstärkt wurde. Auch die ÖBB setzten auf einigen S-Bahn-Strecken weitere Züge ein. (APA)

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    Blick in die Menge während des "Snow Patrol"-Auftrittes am Samstagabend.

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    Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Zum Beistpiel bei dieser Grillhendlstation.

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